Beurteilung des Computerprogramms „Blink Blink“

Verbesserung der Symptome des Trockenen Auges während der Computerarbeit

Durch die immer häufigere und längere Nutzung des Computers in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen kann das sogenannte Computer Vision Syndrome (CVS) entstehen. Es zeigt sich unter anderem durch ein Trockenes Auge. Das Animationsprogramm „Blink Blink“ wurde ursprünglich entwickelt, um während der Arbeit am Computer an den Lidschlag zu erinnern und so die Symptomatik des CVS zu verringern. In dieser Studie wurde „Blink Blink“ nicht dazu verwendet, um die Blinkfrequenz zu erhöhen, sondern um induzierte, doppelte Lidschläge korrekt und bewusst auszuführen. So sollte die Effektivität des Lidschlags verbessert werden, ohne dabei dessen Frequenz zu verändern. Die Meibom’schen Drüsen sollten aktiv ausgepresst werden, um die Zusammensetzung des Tränenfilms zu verbessern. Im Rahmen dieser Studie wurde überprüft, ob durch die Verwendung eines induzierten doppelten Lidschlags eine subjektive sowie objektiv messbare Verbesserung des durch Computerarbeit hervorgerufenen Trockenen Auges erreicht werden kann. Ebenso wurde überprüft, ob zwei unterschiedliche Einstellungen der Häufigkeit der Erinnerung an den doppelten Lidschlag eine unterschiedliche Wirksamkeit erzielen.
Mann arbeitet an Bildschirmen

Mann arbeitet an Bildschirmen.

© AdobeStock / Patrick Daxenbichler

Der Gebrauch von digitalen Alltagshelfern steigt seit einigen Jahren stetig an. Durch die lang anhaltende Naharbeit an digitalen Geräten wird das Auge in seiner Funktion beeinflusst. Studien zeigen, dass sich die Lidschlagfrequenz bei konzentrierter Computerarbeit im Gegensatz zum Blick in die Ferne verringert. [1-5] Hierfür sind im Wesentlichen zwei Gründe zu nennen: Viele gewöhnliche Lidschläge werden durch Blickbewegungen für eine bessere Bildstabilität ausgelöst, die bei konzentrierter Computerarbeit häufig wegfallen. Hinzu kommt eine kortikale Hemmung der Lidschlagfrequenz bei erhöhter kognitiver Leistung, wie es bei konzentriertem Arbeiten am Computer der Fall ist. [4, 6-8] Die Verdunstungsrate des Tränenfilms erhöht sich, was eine Destabilisierung des Tränenfilms und folglich Symptome des Trockenen Auges auslöst. [2, 9] Eine Studie hat ergeben, dass 25 bis 93 Prozent der Personen bei regelmäßiger, lang anhaltender Computerarbeit über verschwommenes Sehen, Augenschmerzen, vermehrtes Tränen, rote Augen und Kopfschmerzen klagen. [10] Diese durch die Computertätigkeit hervorgerufenen Symp tome werden unter dem Begriff „Computer Vision Syndrom“ (CVS) zusammengefasst. [10-13]

McMonnies erklärte sehr ausführlich und anschaulich in seinem Review-Artikel, wie regelmäßige Übungen die Qualität und die Häufigkeit von Lidschlägen und somit die Symptome des CVS verbessern können. [14] Allerdings erfordern diese regelmäßigen Übungen einen Zeitaufwand und einen hohen Grad an Compliance von Seiten der Patienten/Kunden. Als Alternative wurden verschiedene Computeranwendungen und andere kreative Ideen Foto: Adobe Stock / Patrick Daxenbichler entwickelt: Eyeblink beispielsweise ermittelt die individuelle Blinkfrequenz, animiert zu einer erhöhten Lidschlagfrequenz und erinnert den Computernutzer, häufigere Pausen einzulegen. [15] Auch Eyeleo erinnert den Probanden an eine Computerpause in bestimmten Zeitabständen. [16] Die Anwendung EyePro3 funktioniert ähnlich, sie bietet zusätzlich Spiele für ein Sehtraining an. [17] Bei DualBlink handelt es sich um einen Brillenaufsatz, der die Lidschlaghäufigkeit misst und mittels Lichtblitzen und Luftstößen zu häufigeren Lidschlägen verhelfen will. [18] Miura et al. verwendeten Signale einer LED, um eine erhöhte Lidschlagfrequenz zu provozieren. [19]

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