Myopie-Management bei Kids & Teens

"Jede Dioptrie, die wir retten können, ist wichtig!"

Es ist ein offenes Geheimnis, dass immer jüngere Menschen eine Kurzsichtigkeit entwickeln; oft bereits schon im Vorschulalter. Ebenso ist das Trockene Auge ein Thema der jüngeren Generation geworden, besonders im Zusammenhang mit der Arbeit oder dem Spielen am Bildschirm. Oft ist es vor allem eine Frage des richtigen Myopie-Managements. Spezialisten erzählen von ihren Erfahrungen im Alltag mit jungen Myopen.
Robert Fetzer

Robert Fetzer beschäftigt sich seit Jahren mit Myopie-Management, hält Vorträge und Schulungen und hat sein Schaufenster passend zum Thema „Stop Kurzsichtigkeit!“ gestaltet.

© Robert Fetzer

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Kurzsichtigkeit eine Sehhilfe benötigen, ist in den vergangenen Jahren weltweit angestiegen. Zahlreiche Studien belegen bereits jetzt diese Entwicklung. Betroffen sind nicht nur Erwachsene, auch bei Kindern und Jugendlichen sind die Fallzahlen in Corona-Zeiten deutlich angestiegen, wie zuletzt die „Hong Kong Children Eye  Study“ der Universität Hongkong belegte (siehe DOZ 09/21, Seite 5).

Während die Corona-Pandemie für Erwachsene schwerpunktmäßig die beruflichen Rahmenbedingungen einschränkte, saßen Kinder und Jugendliche plötzlich, von einem auf den anderen Tag, zuhause fest. Da persönliche Verabredungen nicht möglich waren, beschränkten sich bei vielen die Freizeitaktivitäten vermehrt auf Spiele auf Computern und Konsolen, Fernsehen oder das „Daddeln“ auf dem Smartphone. Dieser vermehrte digitale Medienkonsum hat bereits jetzt erste negative Folgen für die Augengesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Robert Fetzer ist Augenoptikermeister und Inhaber eines Fachgeschäfts in Moosburg. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Myopie- Management, hält Vorträge und gibt Schulungen. Er sagt: „Wir sehen eine massive Zunahme der Myopie und des Trockenen Auges seit Beginn der Corona-Pandemie. Während des Lockdowns hat sich das Leben auf einer Entfernung von 30 Zentimetern bis zwei Metern vor dem Gesichtsfeld abgespielt. Durch die viele Naharbeit der Augen beim Homeschooling und die fehlende Zeit im Freien nimmt die Kurzsichtigkeit zu.“ Vielen Eltern sei oft gar nicht bewusst, dass die Kurzsichtigkeit stärker werde und dass die Augen ihrer Kinder sich im Laufe des Wachstums veränderten. Selbst eine Zunahme der Myopie um 1,00 dpt bliebe bei den Eltern häufig unbemerkt. Und auch den Kindern und Jugendlichen selbst falle diese Veränderung meist erst dann auf, wenn sie zum Beispiel die Tafel schlechter erkennen könnten.

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