Frame the Future Neue Studie sieht strukturelle Hürden für nachhaltige Brillenbranche

Frame the Future

Zu den an der Studie beteiligten Unternehmen zählen unter anderem Ace & Tate, Bird Eyewear, ic! berlin, Hoya, Safilo, Specsavers, Mykita und Marcolin sowie weitere Akteure entlang der Wertschöpfungskette.

© Frame the Future

Eine neue Branchenanalyse, die sogenannte „Catalyst“-Studie der Initiative Frame the Future (FTF), basiert auf 19 ausführlichen Interviews mit Akteuren aus verschiedenen Bereichen der Branche sowie ergänzenden Expertisen und Recherchen. Demnach seien Innovationsbereitschaft und Lösungsansätze grundsätzlich vorhanden, würden jedoch durch mangelnde Koordination ausgebremst. Unterschiedliche Standards, uneinheitliche Begrifflichkeiten, fehlende Recyclingstrukturen sowie unzureichend vergleichbare Daten erschweren es Unternehmen, wirksame Maßnahmen eigenständig umzusetzen.

Der Bericht identifiziert sechs zentrale strukturelle Hürden: die „Datenmauer“, das „Vertrauensdefizit“, die „Preisspirale“, die „Abfallmaschine“, den „Handelsfilter“ sowie den „versteckten Fußabdruck“. Konkret nennt die Studie unter anderem hohe Materialverluste bei der Acetatproduktion, begrenzte Rückverfolgbarkeit von Materialien sowie anhaltende Abfallprobleme durch Demogläser und Mischstoffe. Besondere Bedeutung kommt laut Studie dem Handel und den Augenoptikern zu. Sie fungieren als Schnittstelle zwischen Industrie und Endverbrauchern. Fehlende einheitliche Kommunikation, mangelnde Werkzeuge und uneindeutige Nachhaltigkeitsaussagen führten häufig dazu, dass entsprechende Initiativen am Point of Sale nicht wirksam vermittelt werden können. Parallel dazu verschärfen sich regulatorische Anforderungen. Neue Rahmenwerke wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), digitale Produktpässe sowie strengere Vorgaben zu Umweltwerbung erhöhen den Handlungsdruck auf die Branche.

Die zentrale Schlussfolgerung der Studie: Viele der identifizierten Probleme sind systemischer Natur und lassen sich effizienter durch gemeinschaftliche Ansätze lösen als durch isolierte Maßnahmen einzelner Unternehmen. Die hinter der Studie stehende Organisation Frame the Future versteht sich als gemeinnützige, vorwettbewerbliche Allianz. Ziel ist es, gemeinsame Standards, abgestimmte Messmethoden sowie Infrastrukturen für Kreislaufprojekte zu entwickeln und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche zu stärken. Unternehmen können sich der Initiative durch eine Mitgliedschaft sowie durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Charta anschließen.

Die vollständige Studie finden Interessierte hier. 

Geschrieben von

Ulrike Kafka

Ulrike Kafka

Ulrike Kafka erzählt am liebsten Geschichten, die Design und Persönlichkeit verbinden. Mit Gespür für Stil und Sprache bringt die Chefredakteurin von Sublime Eyewear die vielfältige Welt der Brillen zum Strahlen – auch in der DOZ.

Zum Autorenprofil