Neuer Akzent Safilo startet mit Victoria Beckham Eyewear ins Premiumsegment
29.04.2026
Teilen
Victoria Beckham steht für ihre Eyewear-Kollektion das erste Mal selbst als Model vor der Kamera.
Erstveröffentlichung in der DOZ 05/26.
Die neue Lizenzpartnerschaft zwischen Safilo und Victoria Beckham ist mehr als eine Portfolio-Ergänzung. Im Gespräch mit der DOZ ordnet Lukasz Karpinski, „Commercial Officer Italy, DACH & Global Key Accounts“ bei Safilo, die Rolle der Marke ein, die seit Jahresbeginn Teil des Unternehmens ist. Bereits im Juli 2025 hatten beide Seiten eine zehnjährige Vereinbarung für Design, Herstellung und Vertrieb von Brillenkollektionen bis Ende 2035 geschlossen. Seit Januar ist die erste gemeinsame Kollektion im Markt, erstmals gezeigt auf der Opti in München.
Safilo gehört seit Jahrzehnten zu den festen Größen der internationalen Brillenindustrie. Das 1934 im italienischen Padua gegründete Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Korrektionsfassungen, Sonnenbrillen sowie Sport- und Outdoor-Eyewear weltweit. Rund 100.000 Verkaufsstellen in etwa 40 Ländern bilden das Netzwerk, über das auch neue Marken eingeführt werden. Mit der neuen Partnerschaft rückt vor allem das Damensegment in den Fokus. Die Marke wird im Bereich zwischen Premium und Einstiegsluxus verortet und soll eine eigenständige Zielgruppe ansprechen. „Wir ergänzen unser Portfolio um die Marke Victoria Beckham und positionieren sie ähnlich wie andere Marken in diesem Preisbereich wie Etro und Isabel Marant“, sagt Karpinski.
Schlanke Silhouetten, reduzierte Formen, zurückhaltende Markenpräsenz
Die zur Saison eingeführte Kollektion umfasst Sonnenbrillen und Korrektionsfassungen. Auffällig ist die klare gestalterische Linie: schlanke Silhouetten, reduzierte Formen, zurückhaltende Markenpräsenz. Der Fokus liegt auf einem minimalistischen Ansatz, bei dem Details wichtiger sind als Logos. „Das Logo ist der Name, und der Ansatz ist insgesamt eher subtil“, befindet Karpinski. Auch in der Ausarbeitung bleibt die Kollektion konsistent. Die V-Cut-Signatur an den Scharnieren dient als wiederkehrendes Gestaltungselement, ergänzt durch dezente Gravuren auf Glas und Bügelenden. Farblich dominieren klassische Töne wie Schwarz, Grau und Havanna sowie Metalloberflächen, ergänzt durch Gläser in Burgund, Grün und Blau. „Die Trägerin ist im Einklang mit aktuellen Modetrends und sucht etwas Anspruchsvolles, das erschwinglich ist und nicht zu stark über Logos funktioniert“, beschreibt Karpinski die Zielgruppe.
Augenoptischer Fachhandel als wichtigster Kanal
Im Vertrieb bleibt der augenoptische Fachhandel der zentrale Kanal. Ergänzt wird er durch ausgewählte weitere Vertriebswege, die das klassische Großhandelsmodell mit digitalen und direkten Ansätzen verbinden. Entscheidend, betont Karpinski, sei die gezielte Platzierung der Marke in passenden Geschäften – ein Ansatz, der insbesondere für inhabergeführte Betriebe relevant ist.
„Wir wollen mit dem Produkt in den richtigen Optikgeschäften präsent sein und legen großen Wert auf eine qualitative Distribution“, betont Lukasz Karpinski.
Ein Blick auf das Portfolio zeigt die strategische Ausrichtung: Safilo arbeitet seit Jahren mit Lizenzpartnerschaften und kombiniert eigene Marken wie Carrera, Polaroid oder Smith mit internationalen Fashion- und Lifestyle-Labels. Als Beispiel dient die David-Beckham-Linie, die seit ihrem Start 2020 kontinuierlich wächst und Marktanteile hinzugewinnt. Erfahrungen aus diesem Segment sollen nun auch im Damenbereich genutzt werden.
Die Entwicklung neuer Kollektionen erfolgt in Design- und Entwicklungszentren in Padua, Mailand, New York, Hongkong und Portland. Hier werden Trends beobachtet und in marktfähige Produkte übersetzt. Die Verbindung aus italienischem Designverständnis und internationaler Modeperspektive bildet dabei die Grundlage für die gestalterische Umsetzung.
Die bis 2035 angelegte Partnerschaft mit Victoria Beckham schafft einen langfristigen Rahmen für den Markenaufbau und gibt dem Fachhandel eine gewisse Planungssicherheit. Gerade für inhabergeführte Augenoptikbetriebe eröffnet dies die Möglichkeit, sich mit einer modisch relevanten und gleichzeitig differenzierenden Marke zu positionieren.