Spectaris zieht Bilanz und blickt vorsichtig auf 2026 Trotz verhaltener Inlandsnachfrage: Augenoptik überschreitet erstmals 5-Milliarden-Euro-Marke
19.01.2026
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Spectaris-Vorsitzende für den Bereich Consumer Optics, Mirjam Rösch, zeigt sich angesichts des schwierigen Marktumfeldes mit den wirtschaftlichen Entwicklungen in der Augenoptik weitgehend zufrieden.
Nach vorläufigen Berechnungen hat die Branche erstmals einen Umsatz von über 5 Milliarden Euro erzielt, hieß es bei der Pressekonferenz in München. Das entspricht einem Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. „Angesichts eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ist die Entwicklung 2025 ein solides Ergebnis. Das moderate Wachstum zeigt, dass die Augenoptik insgesamt stabil bleibt – auch wenn sich die Nachfrage im Inland deutlich verhaltener entwickelt hat als im Ausland“, so die Verbandsvorsitzende Consumer Optics Mirjam Rösch. Während das Inlandsgeschäft 2025 um rund 0,5 Prozent zulegen konnte, wuchs das Auslandsgeschäft mit knapp 3 Prozent deutlich stärker. Die Exportquote liegt unverändert bei rund 50 Prozent und unterstreiche die hohe internationale Ausrichtung der Branche.
Umsatzerwartungen für 2026 ähnlich wie im Vorjahr
Die stabile Umsatzentwicklung könne jedoch nicht über strukturelle Herausforderungen hinwegtäuschen. Die anhaltende Konsumzurückhaltung im Inland wirke weiterhin dämpfend, während sich das Auslandsgeschäft robuster zeigt. Vor diesem Hintergrund ist die Zahl der Beschäftigten 2025 nach vorläufigen Angaben leicht zurückgegangen. Für 2026 rechneten viele Unternehmen mit einer gleichbleibenden bis leicht rückläufigen Beschäftigungsentwicklung. Beim Umsatz erwarten die Unternehmen im laufenden Jahr eine ähnliche Entwicklung wie 2025. Dabei dürfte das Auslandsgeschäft erneut etwas stärker wachsen als das im Inland. Gleichzeitig bleibe die Marktlage von strukturellen Anpassungen und anhaltenden Konsolidierungstendenzen geprägt. „2026 wird ein spannendes Brillen- und Kontaktlinsenjahr. Die Kollektionen und neuen Sehoptionen verbinden eine große gestalterische Vielfalt zunehmend mit Funktionalität und individuellen Lösungen“, schließt Rösch. In einer entsprechenden Mitteilung spricht ZVA-Präsident Christian Müller ebenfalls davon, dass die Augenoptik "keine Krisenbranche" sei, jedoch Engagement benötige. "Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie gut es uns gelingt, Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander zu verbinden", sagt Müller. Er betont, dass insbesondere handwerkliche Qualität, Spezialisierung und ein Fokus auf Augengesundheitsvorsorge entscheidende Faktoren für wirtschaftliche Stabilität darstellen.
Fokus liegt auf Augengesundheit
Auf der diesjährigen Opti wiederum zeigten sich Trends wie gewohnt in den neuen Kollektionen deutscher und internationaler Hersteller. Die aktuellen Entwicklungen zeigten markante Fassungsformen mit klaren Linien, ergänzt durch natürliche Farbwelten, transparente Materialien und gezielte Akzente. Neben Designaspekten gewinne der funktionale Mehrwert weiter an Bedeutung, etwa durch modulare Lösungen wie Sonnenclips, passgenaue Brillen aus dem 3D-Druck sowie neue, teilweise nachhaltige Materialien. Zudem rückte wie erwähnt die Bedeutung der Augengesundheit stärker in den Fokus, darunter Myopie-Management, Screening-Anwendungen und erste digitale Assistenzfunktionen, die das klassische Produktangebot ergänzen.