140 Mitarbeitende und 18 Filialen betroffen Schweizer Unternehmen Misenso ist insolvent

Misenso insolvent

Aus für das Schweizer Unternehmen Misenso. Laut Webseite wurde der Geschäftsbetrieb für alle 18 Filialen eingestellt.

© Screenshot Misenso Homepage

Die Schweizer Augenoptik- und Hörakustikkette Misenso hat Konkurs angemeldet. Wie die österreichische Muttergesellschaft Neuroth gegenüber Schweizer Medien bestätigte, ist das Unternehmen überschuldet. Der Geschäftsbetrieb wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt, sämtliche 18 verbliebenen Filialen in der Schweiz sind geschlossen. Von der Insolvenz sind nach Medienberichten rund 140 Mitarbeitende betroffen. Für Misenso bedeutet der Konkurs das Ende eines umfassenden, aber gescheiterten Restrukturierungsprozesses. Bereits im Herbst 2025 hatte das Unternehmen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten elf seiner damals 29 Standorte geschlossen und 63 Stellen abgebaut. Die verbliebenen Filialen sollten anschließend gezielt gestärkt und weiterentwickelt werden. Dieses Sanierungskonzept konnte die wirtschaftliche Entwicklung jedoch offenbar nicht stabilisieren.

Misenso war 2020 von der Schweizer Handelsgruppe Migros gegründet worden und kombinierte Augenoptik und Hörakustik in Shop-in-Shop-Konzepten innerhalb von Migros-Einkaufszentren. Im Juni 2024 übernahm die österreichische Neuroth-Gruppe das Unternehmen. Damals hatte Neuroth angekündigt, Misenso als eigenständige Marke weiterzuführen und gemeinsam mit den bestehenden Neuroth-Hörcentern in der Schweiz auszubauen. Service und Garantieleistungen für die Kundschaft sollten unverändert bestehen bleiben. Wie Neuroth nun mitteilt, habe Misenso jedoch zu keinem Zeitpunkt schwarze Zahlen geschrieben. Weder strategische Anpassungen, Veränderungen im operativen Management noch Maßnahmen zur Umsatzsteigerung oder die zuletzt erfolgte Reduzierung des Filialnetzes auf 18 Standorte hätten die wirtschaftliche Situation nachhaltig verbessern können. Im laufenden Konkursverfahren könne Misenso derzeit keine weiteren Angaben zu finanziellen Verpflichtungen oder operativen Einzelheiten machen. Die Verfügungsgewalt liege nun beim zuständigen Konkursamt. Die Neuroth-Gruppe betont zugleich, dass der Konkurs ausschließlich Misenso betreffe und keine Auswirkungen auf die übrigen Tochtergesellschaften der Unternehmensgruppe habe.

Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Fachredakteurin & Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

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