Zum Tag der Netzhaut am 26. September Retinopathie erkennen, bevor das Sehen leidet
24.09.2026
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Eine diabetische Retinopathie kann bereits fortschreiten, während Betroffene noch keine Verschlechterung ihres Sehvermögens bemerken. Regelmäßige Untersuchungen sollen Netzhautveränderungen frühzeitig sichtbar machen.
Eine diabetische Retinopathie kann lange unbemerkt bleiben. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist rund jeder vierte Mensch mit Typ-1-Diabetes und 10 bis 15 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes davon betroffen. Anlässlich des Tags der Netzhaut am 26. September 2026 macht die Fachgesellschaft deshalb auf regelmäßige Augenkontrollen und mögliche Warnzeichen aufmerksam. Bei der diabetischen Retinopathie werden die kleinen Blutgefäße der Netzhaut durch den Diabetes geschädigt. Bereits in frühen Stadien können Gefäßaussackungen, Blutungen und Ablagerungen entstehen, ohne dass Betroffene Einschränkungen ihres Sehvermögens bemerken. „Die Erkrankung kann fortschreiten, obwohl Betroffene noch gut sehen“, erklärt Prof. Dr. med. Stefan Kopf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Auge der DDG und Leiter der Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Ist die Makula betroffen, kann Flüssigkeit aus veränderten Gefäßen austreten und eine Schwellung verursachen. In der Folge kann die zentrale Sehschärfe abnehmen. Zu möglichen Warnzeichen zählen nach Angaben der DDG verschwommenes Sehen, Leseschwierigkeiten, Veränderungen der Farbwahrnehmung sowie dunkle Flecken oder rote Schleier.
Für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist laut DDG fünf Jahre nach der Diagnose eine erste Augenuntersuchung vorgesehen, bei Typ-2-Diabetes bereits nach Feststellung der Erkrankung. Sind keine Netzhautveränderungen und keine weiteren Risikofaktoren bekannt, kann nach den Angaben der Fachgesellschaft in der Regel ein Untersuchungsintervall von zwei Jahren ausreichen. Bei erhöhtem Risiko sind jährliche Kontrollen vorgesehen; bei bereits bestehender Retinopathie werden die Intervalle individuell festgelegt. Zu relevanten Risikofaktoren gehören unter anderem Diabetesdauer, Hyperglykämie, arterielle Hypertonie und Nephropathie.
Fundusfotografie und KI als zusätzliche Möglichkeit
Potenzial sieht die DDG auch in digitalen Verfahren zur Früherkennung. Moderne Fundusfotografie könne in Verbindung mit künstlicher Intelligenz dabei helfen, Menschen mit behandlungsbedürftigen Netzhautveränderungen frühzeitig zu identifizieren. Voraussetzung seien eine zuverlässige Diagnostik und die Anbindung auffälliger Befunde an die augenärztliche Versorgung. Die aktuelle S3-Leitlinie nennt die Fundusfotografie, insbesondere die Weitwinkelfotografie, als sinnvolle ergänzende Möglichkeit zur genauen Dokumentation des Augenhintergrundes. Die DDG-Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Auge nennt die Verbesserung des Augenscreenings und der Therapie bestehender Augenveränderungen ausdrücklich als eines ihrer Ziele.