„Anknüpfungspunkte für mehr Interdisziplinarität“ Ocumeda erweitert seinen Augen-Check-up gezielt für Menschen mit Diabetes
29.09.2026
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Zwei Fundusaufnahmen, zwei unterschiedliche Befunde: Links zu sehen ist ein linkes Auge eines 43-jährigen Augen-Check-up-Teilnehmers mit unauffälligem Netzhautbefund. Rechts hingegen das linke Auge eines 42-jährigen Augen-Check-up-Teilnehmers mit bekanntem Diabetes. Der letzte Augenarztbesuch lag mehr als zwei Jahre zurück. Es zeigten sich schwere Veränderungen mit Makulaödem, großer präretinaler Blutung nasal der Papille, zudem viele Punkt- und Fleckblutungen, Cotton-Wool-Herde und deutlichen Gefäßveränderungen.
Erstveröffentlichung in der DOZ 10/2026
DOZ: Frau Dr. Busch, warum braucht es überhaupt einen speziellen Augen-Check-up für Menschen mit Diabetes?
Dr. Catharina Busch: In Deutschland leben etwa zehn Millionen Menschen mit Diabetes, und wir wissen, dass diese Zahl weiter steigen wird. Für Menschen mit Diabetes besteht eine klare Empfehlung, regelmäßig den Augenarzt aufzusuchen, um Schäden an der Netzhaut frühzeitig zu erkennen. Diese Vorsorge wird allerdings nicht ausreichend wahrgenommen. Etwa ein Drittel der Diabetiker geht nicht entsprechend den Empfehlungen zur augenärztlichen Kontrolle. Mit dem neuen Angebot wollen wir diesen Menschen eine zusätzliche Möglichkeit geben, ihre Augengesundheit überprüfen zu lassen. Die Untersuchung findet beim Augenoptiker statt, die Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten übernehmen angebundene Fachärzte für Augenheilkunde.
Was unterscheidet den neuen Augen-Check-Up für Diabetiker konkret vom bisherigen Augen-Check-up?
Das Setting bleibt grundsätzlich gleich: Der Augenoptiker erhebt die Messwerte, stellt Gesundheitsfragen und nimmt Fundusbilder auf. Bei Menschen mit bekanntem Diabetes werden künftig allerdings zwei statt einer Netzhautaufnahme gemacht. Zur bisherigen makulazentrierten Aufnahme kommt eine papillenzentrierte Aufnahme hinzu. Dadurch können die befundenden Augenärzte die zentralen Bereiche aller vier Quadranten der Netzhaut beurteilen, was notwendig ist, um gezielt nach einer diabetischen Retinopathie zu suchen und deren Ausmaß einzuschätzen. Die meisten Funduskameras können diese beiden Aufnahmen erstellen. Zusätzlich fragen wir beispielsweise, wie lange die Diabeteserkrankung bereits bekannt ist und nach dem HbA1c-Wert. Auch bekannte Nierenerkrankungen und Bluthochdruck werden erfasst. Diese Informationen helfen uns dabei, den Befund individuell einzuschätzen. Der Augen-Check-Up für Diabetiker ist dabei als zusätzliches Angebot eine Erweiterung des bestehenden Augen-Check-ups.
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