Halbjahreszahlen 2026 Mister Spex steigert Ergebnis trotz Umsatzrückgang

Vorstand Mister Spex

CEO Tobias Krauss (r.) und CFO Benjamin von Schenck treiben den Umbau von Mister Spex weiter voran.

© Mister Spex

Das bereinigte EBITDA stieg nach Unternehmensangaben gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf 3,8 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Bruttomarge um 197 Basispunkte auf 56,9 Prozent. Als Gründe nennt Mister Spex unter anderem einen höheren Anteil margenstärkerer Korrektionsbrillen sowie eine gezieltere Steuerung von Rabattaktionen. Der durchschnittliche Bestellwert erhöhte sich um elf Prozent auf 119 Euro. Dazu hätten der Ausbau des Premium-Glasportfolios und das Abonnementmodell „Mister Spex Switch“ beigetragen.

Der Gesamtumsatz entwickelte sich dagegen rückläufig. Im ersten Halbjahr sank er um zehn Prozent auf 87,9 Millionen Euro. Im zweiten Quartal erreichte Mister Spex 47,1 Millionen Euro nach 52,9 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum, also ein Minus von elf Prozent.

Offline-Umsatz steigt, Online-Geschäft sinkt

Dabei entwickelten sich das stationäre und das Online-Geschäft unterschiedlich: Der Umsatz des Store-Netzwerks stieg im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 35,1 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Verkaufsfläche – Like-for-like – verzeichnete Mister Spex ein Plus von drei Prozent. Zum Wachstum trugen nach Unternehmensangaben sechs erworbene Augenoptikgeschäfte sowie Neueröffnungen in Berlin und Hamburg bei. Der Offline-Umsatz mit Korrektionsbrillen legte um zwölf Prozent zu. Mister Spex verweist in diesem Zusammenhang auf die ERFA-light-Auswertung des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). Demnach lagen die Umsätze der teilnehmenden Betriebe von Januar bis Mai 2026 um 7,4 Prozent und die Absatzmengen um 11,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. 

Deutlich rückläufig war dagegen das Online-Geschäft. Hier sank der Umsatz im ersten Halbjahr um 20 Prozent auf 52,8 Millionen Euro. Im zweiten Quartal betrug das Minus 21 Prozent. Neben dem Marktumfeld führt Mister Spex dies auf weniger Promotions sowie die Schließung von fünf internationalen Online-Shops in der zweiten Jahreshälfte 2025 zurück. Die Stabilisierung der Umsätze bleibe eine zentrale Aufgabe für das zweite Halbjahr.

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Restrukturierung läuft

Parallel setzt Mister Spex den Umbau seines Geschäftsmodells fort. Wie bereits angekündigt, werden Produktion und wesentliche Teile der Logistik an externe Partner übertragen (DOZ berichtete  online). Rodenstock übernimmt künftig die Produktion verkaufsfertiger Korrektionsbrillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke, Arvato wesentliche Logistikleistungen. Der Produktions- und Logistikstandort in Berlin-Spandau soll zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen werden. Mit der Auslagerung will Mister Spex seine Kostenstruktur flexibler gestalten und weiteres Wachstum ohne zusätzliche eigene Produktions- und Logistikkapazitäten ermöglichen. 

CEO und Vorstandsvorsitzender Tobias Krauss spricht von der Ausrichtung auf ein „datengetriebenes Omnichannel Modell mit einer Asset-Light-Struktur“. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Mister Spex seine Prognose. Erwartet wird weiterhin eine Umsatzentwicklung zwischen unverändert und minus zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen Break-even und einem mittleren einstelligen Prozentwert liegen.

Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Fachredakteurin & Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

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