125 Mitarbeitende müssen gehen Mister Spex lagert Logistik und Produktion aus

Mister Spex Produktion Berlin

Mister Spex schließt zum Ende des Jahres seinen Produktions- und Logistikstandort in berlin-Spandau.

© Mister Spex

Mister Spex treibt seine Neuausrichtung weiter voran. Der Omnichannel-Optiker wird seine Logistik- und Produktionsleistungen künftig an externe Partner übertragen und den Logistikstandort im Berliner Stadtteil Spandau zum Jahresende 2026 schließen. Mit dem Schritt will das Unternehmen seine Kostenstruktur weiter flexibilisieren und die Profitabilität steigern.

Die Logistik übernimmt künftig der Supply-Chain-Dienstleister Arvato. Dazu gehören unter anderem Wareneingang und -ausgang, Lagerhaltung sowie das Retourenmanagement. Die Produktion „verkaufsfertiger Brillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke“ übernimmt künftig Rodenstock. Mit dem Brillenglashersteller arbeitet Mister Spex bereits seit Jahren bei Teilen seines Premium-Glasportfolios zusammen.

Auf Nachfrage der DOZ teilte Mister Spex mit, „verkaufsfertig“ bedeute in diesem Zusammenhang, dass Rodenstock künftig das fertige Endprodukt liefert – natürlich nur für Aufträge, die Rodenstock-Gläser umfassen. Die Fassungen werden mit den individuell gefertigten Brillengläsern montiert, einer Qualitätskontrolle unterzogen und anschließend versandfertig gemacht.

Die Zusammenarbeit mit anderen Brillenglasherstellern soll von der Umstellung jedoch unberührt bleiben. Bestehende Partnerschaften – etwa mit Hoya – würden unverändert fortgeführt. Auch künftig könnten unterschiedliche Glashersteller flexibel in den Produktionsprozess eingebunden werden. Statt der Montage der entsprechenden Gläser in der eigenen Produktion setzt man hier zukünftig komplett auf Fernrandung. 

„In den vergangenen Jahren haben wir Mister Spex konsequent weiterentwickelt und unsere Organisation deutlich effizienter aufgestellt. Unser Ziel ist ein datengetriebenes Omnichannel-Modell mit einer Asset-Light-Struktur, das profitabel wächst. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern ist dafür ein wichtiger Baustein“, erklärt CEO Tobias Krauss. Die frei werdenden Ressourcen sollen künftig verstärkt in die augenoptische Beratung, die Weiterentwicklung des Sortiments, Angebote rund um die Augengesundheit sowie das Omnichannel-Erlebnis investiert werden.

Die schrittweise Überführung der Logistik- und Produktionsprozesse soll im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen. Zum Jahreswechsel 2026/2027 sollen Arvato und Rodenstock die Leistungen vollständig übernommen haben.
 

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Rund 125 Mitarbeitende betroffen

Mit der Schließung des Standorts Berlin-Spandau verlieren rund 125 Mitarbeitende ihren bisherigen Arbeitsplatz. Mister Spex kündigte an, die betroffenen Beschäftigten mit einem umfassenden Unterstützungspaket zu begleiten. Dieses soll sowohl finanzielle Leistungen als auch Angebote zur beruflichen Neuorientierung umfassen.

Die Auslagerung von Logistik und Produktion ist ein weiterer Baustein des laufenden Transformationsprogramms „SpexFocus“, mit dem Mister Spex seine Kostenbasis verschlanken und die Profitabilität nachhaltig verbessern will. Zwar konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 seine Ertragslage deutlich verbessern und das bereinigte EBITDA gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig sank der Umsatz infolge des konsequenten Profitabilitätskurses und des Rückzugs aus internationalen Märkten um 16 Prozent auf 181 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb Mister Spex trotz der operativen Fortschritte auch 2025 deutlich in den roten Zahlen. Vor diesem Hintergrund ist die nun angekündigte Auslagerung von Logistik und Produktion als weiterer Schritt auf dem Weg zu einem schlankeren und profitableren Geschäftsmodell zu sehen.

Geschrieben von

David Friederichs

David Friederichs

Große Themen mit gründlicher Recherche und kritischem Blick sind David Friederichs Spezialgebiet. Der DOZ-Chefredakteur schreibt am liebsten über das, was wirklich zählt – und sammelt dabei gerne Brillen. 

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