Studie zu Wimpernverlängerungen Milben zwischen künstlichen Wimpern
24.09.2026
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Demodex folliculorum lebt in Haarfollikeln und kann auch an den Wimpern vorkommen. In einer kleinen Untersuchung regelmäßiger Nutzerinnen von Wimpernverlängerungen fanden Forschende die Milben bei 24 von 25 Teilnehmerinnen.
Regelmäßige Wimpernverlängerungen könnten mit Veränderungen an Lidrand und Augenoberfläche zusammenhängen. Darauf deutet eine Untersuchung hin, die Dr. Tetiana Zhmud von der National Pirogov Memorial Medical University (VNMU) im ukrainischen Winnyzja auf dem 44. Kongress der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) in London vorgestellt hat. Besonders auffällig war der häufige Nachweis der Haarbalgmilbe Demodex folliculorum. Für die Untersuchung befragte das Forschungsteam 345 Frauen zwischen 16 und 28 Jahren. Knapp ein Viertel hatte bereits Erfahrungen mit Wimpernverlängerungen. Von diesen ließen sich 58 Prozent alle drei bis vier Wochen Extensions anbringen. 47,6 Prozent berichteten nach der Behandlung über Beschwerden wie Rötungen, Tränenfluss, Juckreiz oder allgemeines Unbehagen.
Mittels Meibographie untersuchten die Forschenden zudem die Meibomdrüsen. Bei 85 Prozent der Frauen, die mindestens zehnmal Wimpernverlängerungen erhalten hatten, fanden sie Anzeichen einer Meibomdrüsen-Dysfunktion. Die Drüsen produzieren die Lipidkomponente des Tränenfilms und tragen damit zur Stabilität des Tränenfilms bei. Für einen weiteren Teil der Untersuchung entnahm das Team Wimpernproben von 25 Frauen, die regelmäßig Extensions trugen. Unter dem Mikroskop ließ sich bei 24 von ihnen Demodex folliculorum nachweisen. 18 Teilnehmerinnen zeigten zudem klinische Zeichen, die mit einer Demodikose vereinbar waren, darunter Juckreiz und Reizungen am Lidrand, Rötungen, Schwellungen, verklebte Wimpern sowie Schuppen am Wimpernansatz. Die Forschenden raten deshalb insbesondere bei regelmäßig getragenen Wimpernverlängerungen zu einer sorgfältigen Lidhygiene. Bei chronischen Lidrandreizungen sollte nach Ansicht von Zhmud auch eine demodektische Blepharitis in Betracht gezogen werden. Bei einem bestätigten Befall könne gegebenenfalls eine antiparasitäre Behandlung erwogen werden.
Zusammenhang, aber keine Kausalität
Die Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren. Die mikroskopische Untersuchung umfasste lediglich 25 regelmäßige Nutzerinnen von Wimpernverlängerungen. Zudem gab es keine Kontrollgruppe ohne Extensions. Damit lässt sich anhand der Studie nicht feststellen, ob die Wimpernverlängerungen tatsächlich für den Milbenbefall oder die beobachteten Veränderungen verantwortlich sind. Hinzu kommt: Der Nachweis von Demodex folliculorum ist für sich genommen noch keine Erkrankung. Die Milben können auch Bestandteil der normalen Mikroflora am Auge sein. Klinisch relevant wird ihr Vorkommen insbesondere dann, wenn es mit Beschwerden, Entzündungszeichen oder einer Meibomdrüsen-Dysfunktion einhergeht.