Im Mausmodell Kontaktlinse verringert Depression in südkoreanischer Studie

Maus mit Kontaktlinse

Im Tiermodell konnten die Kontaktlinsen Depressionen verringen. Ob dieser Effekt auf den Menschen übertragbar ist, ist jedoch noch offen.

© KI generiert

Die in Südkorea durchgeführte Studie untersucht eine tragbare Kontaktlinse mit integrierten Elektroden. Das System nutzt die sogenannte zeitliche Interferenz-basierte transkorneale elektrische Stimulation (TI-TES, Temporal Interference Transcorneal Electrical Stimulation), um über die Netzhaut und die Augen-Hirn-Verbindung neuronale Netzwerke der Stimmungsregulation zu beeinflussen. Im Open-Field-Test (OFT) legten behandelte Mäuse im Vergleich zur unbehandelten Depressionsgruppe 76 Prozent mehr Strecke zurück und verbrachten 132 Prozent mehr Zeit im Zentrum des Testfeldes.

Auch in zwei etablierten Tests für depressionsähnliches Verhalten verbesserten sich die Ergebnisse. Die Immobilitätszeit sank um fast 50 Prozent und die behandelten Tiere zeigten eine stärkere soziale Interaktion sowie eine ausgeprägtere Präferenz für soziale Neuheit. Die Werte näherten sich dabei denen gesunder Kontrolltiere an.

Die Behandlung verringerte entzündungsfördernde Botenstoffe im Gehirn deutlich. Gleichzeitig nahm die Konzentration eines Wachstumsfaktors zu, der für die Anpassungsfähigkeit und Gesundheit von Nervenzellen wichtig ist. Auch die biologischen Stressreaktionen gingen zurück: Der Spiegel des Stresshormons Corticosteron sank, während die Konzentration des als „Glückshormon“ bekannten Botenstoffs Serotonin anstieg. Zudem bildeten sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Hippocampus teilweise wieder zurück.

Keine nachweisbaren Schäden am Auge

Zur Gesamtbewertung kombinierten die Forschenden Verhaltensdaten, Hirnsignale und biologische Marker mithilfe eines Support-Vector-Machine-Klassifikators (SVM, Support Vector Machine). Die Analyse trennte die Depressionsgruppe klar von den gesunden Kontrolltieren. Sicherheitsuntersuchungen ergaben laut Studie keine strukturellen Schäden an Hornhaut oder Netzhaut. Weder erhöhte Zellsterblichkeit noch Entzündungsreaktionen wurden festgestellt. Auch der Augeninnendruck blieb unverändert. Zellkulturversuche mit menschlichen Hornhautepithelzellen zeigten ebenfalls keine Hinweise auf relevante Zellschädigungen.

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass es sich um präklinische Untersuchungen in Mausmodellen handelt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kontaktlinse eine nicht-invasive Möglichkeit zur Modulation der Augen-Hirn-Verbindung bieten könnte. Ob sich die beobachteten Effekte auf Menschen übertragen lassen, wurde in der Studie nicht untersucht. Für eine Bewertung beim Menschen sind weitere Forschung und klinische Studien erforderlich.

Geschrieben von

Lisa meinl

Lisa Meinl

Augenoptikermeisterin

Als Augenoptikermeisterin kennt Lisa Meinl die Branche und bringt dieses Know-how beim DOZ-Verlag ein: ob bei der Suche nach Fachautoren und Fachthemen, neuen Ideen für Fachbücher und den COE Campus.

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