UV-Licht lässt Kratzer auf Kontaktlinsen fast verschwinden Studienteam aus Südkorea entwickelt selbstreparierendes Hydrogel

UV Licht

Kratzer im neu entwickelten Hydrogelmaterial regenerierten sich nach einstündiger Bestrahlung mit UV-Licht nahezu vollständig. Das Material könnte perspektivisch für robustere Kontaktlinsen genutzt werden.

© Unsplash / Jason Mitrione

Kratzer, Trübungen, Abnutzung: Ist eine weiche Kontaktlinse beschädigt, lässt sie sich bislang nicht reparieren. Forschende der Dankook University in Südkorea haben nun ein Polymer-Hydrogel entwickelt, das Schäden mithilfe von UV-Licht nahezu selbstständig beheben kann. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team im Fachjournal „ACS Applied Polymer Materials“. Weiche Kontaktlinsen bestehen aus Hydrogelen, das sind poröse Polymernetzwerke, die große Mengen Wasser aufnehmen können. Durch normale Abnutzung sowie Staub oder Schmutz können die Linsen jedoch beschädigt werden. Jung-Hyun Choi und Byoung-Ki Cho vom Department of Chemistry der Dankook University wollten deshalb ein Hydrogelmaterial entwickeln, das sich selbst reparieren kann. Während frühere selbstheilende Hydrogele mehrere Stunden Wärme benötigten, setzt das neue Material auf UV-Licht und funktioniert bei Raumtemperatur. Es besteht aus einem Disulfid-Vernetzer und einem Methacrylat-Polymer sowie einer zusätzlichen Beschichtung, die Kratzer und Bakterienwachstum verhindern soll.

In den Versuchen bestrahlten die Forschenden beschädigte Hydrogelproben eine Stunde lang mit UV-Licht (365 Nanometer). Dabei wurden Schwefelbindungen im Material neu geknüpft, sodass sich Kratzer nahezu vollständig schlossen. Der Prozess kann wiederholt werden und grundsätzlich auch mit handelsüblichen UV-Lampen durchgeführt werden.

Eine aus dem Hydrogel gefertigte Linse wies ähnliche mechanische Eigenschaften und eine vergleichbare Wasserbindung wie herkömmliche weiche Kontaktlinsen auf. Auch die Schutzbeschichtung erwies sich als robust: Selbst Schleifpapier verursachte keine Kratzer, die Transparenz verringerte sich nur um etwa zwei Prozent. on einem marktreifen Produkt ist die Entwicklung allerdings noch entfernt. Die Forschenden hoffen, mit dem Material eine Grundlage für robustere und langlebigere Kontaktlinsen geschaffen zu haben.

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Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Fachredakteurin & Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

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