Partielle Sonnenfinsternis am 12. August Kuratorium Gutes Sehen warnt vor ungeschütztem Blick in die Sonne
30.07.2026
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Auch bei einer partiellen Sonnenfinsternis darf die Sonne nur mit einer geeigneten Sonnenfinsternisbrille beobachtet werden. Normale Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz.
Am Mittwoch, 12. August, schiebt sich der Mond am frühen Abend teilweise vor die Sonne. In Deutschland werden je nach Standort zwischen 85 und 90 Prozent des Sonnendurchmessers verdeckt. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt regional zwischen etwa 19.10 und 19.20 Uhr und erreicht ihren Höhepunkt kurz nach 20 Uhr. Da die Sonne zu keinem Zeitpunkt vollständig bedeckt ist, darf sie nach Angaben des Kuratoriums Gutes Sehen (KGS) ausschließlich mit einer geeigneten Sonnenfinsternisbrille beobachtet werden. „Je schmaler die sichtbare Sonnensichel wird, desto harmloser erscheint sie. Doch auch der verbleibende Teil der Sonne ist so intensiv, dass eine normale Sonnenbrille nicht genügt“, erklärt Privatdozent Dr. Wolfgang Wesemann, wissenschaftlicher Berater des KGS. Wer das Himmelsereignis sicher verfolgen wolle, solle den Augenschutz rechtzeitig prüfen und nicht erst am Abend der Finsternis improvisieren.
Das KGS verweist darauf, dass die Augenlinse das Sonnenlicht wie ein Brennglas auf der Netzhaut bündelt. Dadurch könnten die lichtempfindlichen Zellen dauerhaft geschädigt werden. Da Netzhautverletzungen keine Schmerzen verursachen, würden Betroffene den Schaden häufig erst verzögert bemerken. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz warnt deshalb ausdrücklich vor dem direkten Blick in die Sonne mit ungeschützten Augen. Nach Angaben des KGS bieten selbst stark getönte Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz. Geeignete Sonnenfinsternisbrillen sollten der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 entsprechen, unbeschädigt sein sowie Hersteller- und Warnhinweise tragen. Erhältlich sind sie unter anderem bei Ihnen in Augenoptikbetrieben, bei Astronomie- und Optikfachhändlern sowie im spezialisierten Onlinehandel. Sichtlich gebrauchte Modelle, zum Beispiel von der letzten Sonnenfinsternis, sollte man nicht nochmal verwenden
Besondere Vorsicht gelte beim Einsatz von Ferngläsern, Teleskopen oder Kameras. Diese bündeln das Sonnenlicht zusätzlich. Eine Sonnenfinsternisbrille allein schützt in diesem Fall nicht. Erforderlich ist ein geeigneter Sonnenfilter, der vor dem Objektiv angebracht wird. Von improvisierten Lösungen wie CDs, geschwärztem Glas oder Filmstreifen raten die Fachleute ausdrücklich ab. Wer keine geeignete Schutzbrille besitzt, kann die Sonnenfinsternis auch indirekt beobachten, beispielsweise mithilfe einer Lochkamera. Bei Unsicherheiten zur Eignung oder zum Zustand einer Sonnenfinsternisbrille empfiehlt das KGS, sich vorab in einem augenoptischen Fachbetrieb beraten zu lassen.
Weitere Infos gibt es beim Bundesamt für Strahlenschutz oder bei der Uniklinik Freiburg.