Warum starke Verbände starke Strukturen brauchen 75 Jahre ZVA: Erfolg ist kein Zufall

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© ZVA

Erstveröffentlichung in der DOZ 08/2026

Zu den Personen: Joachim Goerdt (78, verheiratet, eine Tochter) war 30 Jahre lang Geschäftsführer des ZVA (1983 - 2013). 2008 erhielt der Jurist das ZVA-Ehrenzeichen in Gold und bekleidete zudem zahlreiche Ehrenämter. Jan Wetzel (50, verheiratet, drei Kinder) ist seit 2013 Geschäftsführer des ZVA und war zuvor bereits vier Jahre lang als Justiziar für den Verband tätig.

DOZ: 75 Jahre ZVA sind auch 75 Jahre Geschäftsstelle. Herr Goerdt, Sie haben einen großen Teil dieser Entwicklung selbst miterlebt und mitgestaltet. Wenn Sie heute zurückblicken: Woran erkennt man am deutlichsten, wie sehr sich die Arbeit in der Geschäftsstelle verändert hat?
Joachim Goerdt: Das Erste, woran ich denke, sind gar nicht Computer oder Faxgeräte, sondern die Menschen. Die Geschäftsstelle war immer von einer großen personellen Kontinuität geprägt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren jahrzehntelang dabei. Sie kannten nicht nur ihre Aufgaben, sondern auch das Ehrenamt und die Besonderheiten unserer Branche. Dieses Wissen war für den Verband unglaublich wertvoll. Natürlich hat sich auch die Technik verändert. Als das erste Faxgerät beim ZVA stand, war das eine kleine Sensation. Wenn ein Fax ankam, stand das halbe Büro darum herum. Heute schmunzelt man darüber. Vom Stenoblock über das Handdiktiergerät bis hin zur digitalen Spracherkennung – all das habe ich in meiner Zeit beim ZVA erlebt.

War diese personelle Kontinuität vielleicht sogar ein Teil des Erfolgsrezepts?
Jan Wetzel: Davon bin ich überzeugt. Gute Juristen oder Betriebswirte findet man. Aber ein Verständnis dafür, wie die Branche funktioniert und welche Themen die Betriebe wirklich beschäftigen, entwickelt sich erst über viele Jahre. Genau deshalb ist diese Kontinuität bis heute eine der größten Stärken des ZVA.

Die Arbeitsweise hat sich aber trotzdem deutlich verändert …
Wetzel: Ja, vor allem das Tempo. Als ich 2009 zum Verband kam, waren Fax und Rundschreiben noch selbstverständliche Kommunikationsmittel. Heute erwarten Mitglieder, Politik und Medien innerhalb kürzester Zeit Antworten. Digitalisierung und Corona haben diese Entwicklung noch einmal beschleunigt.

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