Chinesische Studie Hohe OSDI-Werte stehen mit Depression in Zusammenhang

gereiztes Auge

Trockene Augen sind für Betroffene eine Belastung. Nun zeigt eine chinesische Studie, dass ein hoher OSDI-Wert auf eine Depression hindeuten kann.

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Eine Studie mit 614 Teilnehmenden aus Hongkong, China, zeigt einen Zusammenhang zwischen ausgeprägten subjektiven Beschwerden durch trockene Augen und Depressionen. Insbesondere hohe Werte im Fragebogen zur Erfassung von Trockene-Augen-Symptomen waren mit einer Depression assoziiert. Bei anderen untersuchten Parametern der Augenoberfläche und des Tränenfilms fanden die Forschenden hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Depression.

Für die Untersuchung wurden 614 Personen aus der Allgemeinbevölkerung Hongkongs einbezogen. Davon wurden 596 als Personen ohne Depression und 18 als Personen mit Depression eingestuft. Die Einordnung beruhte auf Selbstauskünften sowie der gleichzeitigen Einnahme von Antidepressiva. Insgesamt wurden 1.228 Augen untersucht.

Zur Erfassung der subjektiven Beschwerden verwendeten die Forschenden den Ocular Surface Disease Index (OSDI). Zusätzlich untersuchten sie verschiedene Parameter des Tränenfilms und der Augenoberfläche, darunter die Lipidschichtdicke, die Tränenmeniskushöhe, die nicht invasive Tränenfilmaufrisszeit, den Verlust von Meibom-Drüsen sowie die Osmolarität.

Höhere OSDI-Werte bei Depression

Teilnehmende mit Depression erreichten im OSDI-Fragebogen höhere Werte als Personen ohne Depression. Der Median lag bei 20 gegenüber 14 Punkten. Dieser Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,004). Bei den übrigen untersuchten Parametern zeigten sich dagegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Auch in der multivariaten statistischen Analyse blieb der Zusammenhang zwischen den subjektiven Beschwerden und einer Depression bestehen. Mit steigenden OSDI-Werten stiegen auch die statistischen Chancen für das Vorliegen einer Depression. Bei Personen mit einem OSDI-Wert von mehr als 32, der auf ausgeprägte subjektive Beschwerden hinweist, waren diese dreimal so hoch wie bei Personen mit niedrigeren Werten (Odds Ratio: 3,00; 95-Prozent-Konfidenzintervall: 1,14–7,86).

Die Ergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen der subjektiven Belastung durch trockene Augen und der psychischen Gesundheit hin. Da lediglich 18 Teilnehmende als Personen mit Depression eingestuft wurden, sollten die Ergebnisse jedoch vorsichtig interpretiert werden. Zudem konnten mögliche Auswirkungen der eingenommenen Antidepressiva auf die Augenoberfläche nicht ausreichend berücksichtigt werden. Aus der Untersuchung lässt sich nicht ableiten, ob trockene Augen depressive Beschwerden begünstigen oder eine Depression die Wahrnehmung der Augensymptome beeinflusst.

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Geschrieben von

Lisa meinl

Lisa Meinl

Augenoptikermeisterin

Als Augenoptikermeisterin kennt Lisa Meinl die Branche und bringt dieses Know-how beim DOZ-Verlag ein: ob bei der Suche nach Fachautoren und Fachthemen, neuen Ideen für Fachbücher und den COE Campus.

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