Myopie im Kindes- und Erwachsenenalter Myopie-Studie zeigt stabile Zahlen in Deutschland seit über 20 Jahren
16.10.2026
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Während die Mehrheit der asiatischen Kinder myop und auf Brillen und Kontaktlinsen angewiesen sind, konnte eine Freiburger Studie keinen epidemischen Anstieg der Myopie in Deutschland feststellen.
Während die Myopie bei Kindern und jungen Erwachsenen in Ostasien in den letzten Jahren gestiegen sein soll, bleibt der Anteil in Deutschland seit Jahrzehnten stabil. Das zeigt eine Studie eines Forschungsteams um Prof. Dr. med. Wolf A. Lagreze von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Frontiers in Public Health“ veröffentlicht.
Demnach sind in Deutschland und anderen europäischen Ländern rund 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen kurzsichtig. Für Deutschland konnten die Forschenden zwischen 2001 und 2025 keinen Anstieg der myopen Brillenverordnungen feststellen. Grundlage der Untersuchung waren rund 1,25 Millionen Brillenverordnungen von etwa 437.700 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 18 Jahren. Als myop galten dabei Refraktionswerte ab −0,50 Dioptrien.
Die Ergebnisse sprechen gegen die Annahme einer weltweit gleichermaßen zunehmenden Myopie-Epidemie. Die deutlich höheren Prävalenzraten in Ostasien führen die Forschenden vor allem auf die frühe und intensive schulische Ausbildung zurück, die wenig Zeit für Aktivitäten im Freien lasse. Auch die Befürchtung, dass die Corona-Pandemie und die zunehmende Digitalisierung zu einem verstärkten Anstieg der Kurzsichtigkeit geführt haben könnten, fand in der ausgewerteten Studienlage keine Bestätigung.
Myopie kann auch im Erwachsenenalter fortschreiten
Eine weitere Untersuchung aus Shanghai beschäftigte sich mit der Entwicklung einer hochgradigen Myopie im Erwachsenenalter. Dafür analysierten Augenärzte retrospektiv Daten von 182 Personen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren mit einer Kurzsichtigkeit von mehr als −8 Dioptrien. Insgesamt flossen 345 Augen in die Auswertung ein. Bei 18,6 Prozent der untersuchten Augen wurde eine jährliche Verschiebung des sphärischen Äquivalents um mindestens −0,50 Dioptrien festgestellt. Bei 40,1 Prozent nahm die Achsenlänge des Auges jährlich um mindestens 0,10 Millimeter zu. Mit zunehmendem Alter gingen sowohl die Rate der myopen Verschiebung als auch die der Achsenverlängerung deutlich zurück.
Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit in dieser Altersgruppe und der Entwicklung einer pathologischen Myopie konnten die Forschenden nicht feststellen.