Nach schwächerem ersten Halbjahr Fielmann wächst im dritten Quartal wieder stärker

Fielmann Filiale Hamburger Meile
© Fielmann Group

Die Fielmann-Gruppe hat ihren Konzernumsatz im dritten Quartal 2026 um 5,1 Prozent auf 649 Millionen Euro gesteigert. Im Vorjahreszeitraum waren es 618 Millionen Euro gewesen. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem ersten Halbjahr, in dem der Konzern lediglich ein Umsatzplus von 1,8 Prozent erzielt hatte. Besonders deutlich fiel die Verbesserung in Deutschland aus: Nach einem Wachstum von nur 0,8 Prozent im ersten Halbjahr legte der Umsatz zwischen Juli und September um 4,2 Prozent zu.

Als wesentlichen Grund nennt Fielmann die weiterhin hohe Preissensibilität der Verbraucher. Davon habe der Konzern mit seiner Preispositionierung profitiert und in bestehenden Niederlassungen mehr Brillen verkauft. Auch Neueröffnungen und ein zweistelliges Wachstum in der Hörakustik trugen nach Unternehmensangaben zur Entwicklung bei.

Automatisierte Refraktion an 227 Standorten

Zudem treibt Fielmann den Einsatz KI-gestützter Technologien voran. Die automatisierte Refraktion war zum Ende des dritten Quartals an 227 Standorten eingeführt. Nach Angaben des Unternehmens soll die Technologie zusätzliche Untersuchungskapazitäten schaffen und die Produktivität steigern.

Auch international wuchs die Gruppe weiter. Außerhalb Deutschlands stieg der Umsatz im dritten Quartal um 5,9 Prozent. In Österreich lag das Plus bei 2,6 Prozent, in der Schweiz währungsbereinigt bei 6,0 Prozent und in Spanien bei 6,6 Prozent. Das US-Geschäft entwickelte sich mit einem Umsatzanstieg von 1,4 Prozent auf 78 Millionen US-Dollar verhaltener. Zwar stiegen dort laut Fielmann die Zahl der kaufenden Kunden und der Absatz, zugleich sank jedoch aufgrund der stärkeren Nachfrage nach preisgünstigen Produkten der durchschnittliche Auftragswert.

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Expansion nimmt weiter Fahrt auf

In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte Fielmann einen Konzernumsatz von 1,90 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der internationale Umsatz machte inzwischen 39 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Auch das Niederlassungsnetz wächst. Zum 30. September betrieb die Gruppe weltweit 1.318 Standorte, davon 483 mit Hörakustikstudio. Allein im dritten Quartal kamen 19 Niederlassungen hinzu, seit Jahresbeginn waren es insgesamt 56. Rund 80 Prozent der Neueröffnungen erfolgten außerhalb Deutschlands. Für das vierte Quartal plant Fielmann weitere rund 15 Standorte und hält damit am Ziel von etwa 70 Neueröffnungen im Gesamtjahr fest.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag nach neun Monaten bei 23,4 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 23,7 Prozent. Während die Marge in Europa mit 24,9 Prozent stabil blieb, ging sie in den USA von 13,9 auf 10,9 Prozent zurück. Fielmann führt dies auf Investitionen in zusätzliche ärztliche Kapazitäten und die Umstellung des Geschäftsmodells zurück.

Reduzierte Jahresprognose bleibt bestehen

Trotz der verbesserten Geschäftsentwicklung hebt Fielmann seine Jahresprognose nicht wieder an. Der Vorstand bestätigt die im August gesenkten Erwartungen und rechnet für 2026 weiterhin mit einem Konzernumsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro sowie einem bereinigten EBITDA von 560 bis 580 Millionen Euro.

Ursprünglich hatte Fielmann einen Umsatz von 2,55 bis 2,60 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 590 bis 610 Millionen Euro erwartet. Die schwache Konsumstimmung in Deutschland hatte den Konzern im Sommer zur Korrektur veranlasst. 

Mit dem stärkeren dritten Quartal sieht sich der Vorstand nun auf Kurs, die angepassten Jahresziele zu erreichen. Die Prognose steht allerdings weiterhin unter dem Vorbehalt geopolitischer und gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten.

Geschrieben von

David Friederichs

David Friederichs

Große Themen mit gründlicher Recherche und kritischem Blick sind David Friederichs Spezialgebiet. Der DOZ-Chefredakteur schreibt am liebsten über das, was wirklich zählt – und sammelt dabei gerne Brillen. 

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