Schwacher deutscher Markt belastet Geschäftsentwicklung Fielmann senkt Prognose für 2026
01.09.2026
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Die Fielmann-Gruppe hat ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert. Statt eines Konzernumsatzes zwischen 2,55 und 2,60 Milliarden Euro erwartet das Unternehmen nun 2,50 bis 2,55 Milliarden Euro. Damit rechnet Fielmann gegenüber dem Vorjahr nur noch mit einem Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent. Zuvor war der Vorstand von fünf bis sieben Prozent ausgegangen.
Als Grund nennt das Unternehmen vor allem die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland. Die ausstehende wirtschaftliche Erholung belaste Kaufkraft und Verbrauchervertrauen der privaten Haushalte, relevante Konsumklimaindikatoren verharrten auf niedrigem Niveau. Für Fielmann wiegt die Entwicklung besonders schwer, da Deutschland weiterhin rund 60 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt.
Auch die Erwartungen an die Profitabilität wurden angepasst. Beim bereinigten EBITDA rechnet Fielmann nun mit 560 bis 580 Millionen Euro statt bislang 590 bis 610 Millionen Euro. Die erwartete bereinigte EBITDA-Marge liegt zwischen 22 und 23 Prozent, zuvor hatte Fielmann rund 23 Prozent prognostiziert. Bei der bereinigten EBT-Marge geht der Vorstand nun von rund zwölf Prozent aus statt von zwölf bis 13 Prozent. Die Fielmann-Aktie reagierte entsprechend. Im Monatsvergleich gab es ein Minus von rund 5,5 Prozent.
Deutschland bremst das Wachstum
Wie stark die Entwicklung in Deutschland das Geschäft beeinflusst, zeigen die Zahlen des ersten Halbjahres. Konzernweit steigerte Fielmann den Umsatz um 1,8 Prozent von 1,226 auf 1,248 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 2,3 Prozent. Das EBITDA erhöhte sich um zwei Prozent auf 291,8 Millionen Euro, der Periodenüberschuss um 3,6 Prozent auf 112,4 Millionen Euro.
In Deutschland erzielte Fielmann im ersten Halbjahr einen Außenumsatz von 754,9 Millionen Euro und damit lediglich 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dynamischer entwickelten sich Teile des internationalen Geschäfts. In Spanien stieg der Umsatz um 7,4 Prozent. Nordamerika verzeichnete aufgrund von Währungseffekten zwar einen Umsatzrückgang in Euro um 3,2 Prozent, währungsbereinigt stand jedoch ein Plus von 3,3 Prozent. Insgesamt beschleunigte sich das währungsbereinigte Wachstum der internationalen Märkte von vier Prozent im ersten auf sechs Prozent im zweiten Quartal 2026.
Expansion vor allem international
Auch das Niederlassungsnetz baut Fielmann weiter aus. Zum 30. Juni 2026 verfügte die Gruppe über 1.299 Standorte, ein Jahr zuvor waren es 1.251. Im ersten Halbjahr kamen 37 Niederlassungen hinzu. Der Schwerpunkt der Expansion lag laut Halbjahresbericht auf den internationalen Märkten, insbesondere in Luxemburg, Polen, Spanien und den USA. Zum Jahresbeginn hatte Fielmann zudem eine Optik- und Hörakustikkette in Luxemburg übernommen. In der zweiten Jahreshälfte sollen weitere 33 Niederlassungen hinzukommen. Für das Gesamtjahr plant Fielmann damit 70 neue Standorte. Zum Vergleich: 2025 waren es 22 Neueröffnungen.
Trotz der gesenkten Prognose erwartet der Vorstand für das zweite Halbjahr 2026 eine Beschleunigung des Umsatzwachstums. Als Treiber nennt Fielmann die verstärkte Expansion, zusätzliche Personalkapazitäten und Produktivitätssteigerungen. Zudem sollen die internationalen Märkte einen zunehmend positiven Beitrag leisten.