Digitale Augenvorsorge EssilorLuxottica und Mirantus Health wollen Augenoptikbetriebe in der Prävention stärken

Mirantus

Digitale Augenvorsorge im Fachgeschäft: Mit der Plattform Mira bindet Mirantus Health Augenoptiker strukturiert in die Prävention ein. Das Gründer-Team von Mirantus (v.l.n.r.): Philipp Deutschen, Dominik Pederzani und Dr. med. Claus Gruber.

© Mirantus Health

Steigender Vorsorgebedarf, demografischer Wandel und regionale Versorgungslücken stellen die augenmedizinische Betreuung vor Herausforderungen. Mirantus Health reagiert darauf mit einem digitalen Versorgungsmodell, das Augenoptiker gezielt in die Prävention einbindet. In Partnerschaft mit EssilorLuxottica baut das Unternehmen seine Eye-Health-Plattform Mira weiter aus. Mit Mira können Augenoptiker standardisierte Augen-Checks direkt im Geschäft durchführen, darunter Netzhaut- und Spaltlampenaufnahmen sowie Messungen des Augeninnendrucks. Die erhobenen Daten werden laut Unternehmen sicher digital übermittelt und innerhalb von 24 bis 48 Stunden von qualifizierten Augenärztinnen und Augenärzten ausgewertet.

Das System sei so konzipiert, dass es sich ohne großen organisatorischen Aufwand in bestehende Betriebsabläufe integrieren lässt. Nach Abschluss eines Lizenzvertrags wird das Augenoptikgeschäft in die Buchungsplattform eingebunden; die Software begleitet den gesamten Prozess – von der Terminverwaltung über die Untersuchung bis zur augenärztlichen Auswertung. Auffällige Befunde würden transparent zurückgespielt; bei Bedarf unterstützt Mirantus zudem bei der Terminorganisation über ein Netzwerk von inzwischen mehr als 400 Augenärztinnen und Augenärzten. Technologisch ergänzt EssilorLuxottica das Modell unter anderem mit der Funduskamera Cellview, die eine erweiterte Weitwinkel-Darstellung der Netzhaut ermöglicht.

Optometristen in Einsatzteams für Augenärzte

Mirantus Health: „Telemedizin sollte man nicht über einen Kamm scheren“

mehr erfahren

Mira sei bereits an über 200 Standorten im Einsatz, mehr als 20.000 Untersuchungen wurden durchgeführt, heißt es. Besonders die Altersgruppe zwischen 40 und 70 Jahren schätze laut Mirantus die Möglichkeit, qualifizierte Augenchecks beim vertrauten Augenoptiker durchführen zu lassen. Rund ein Viertel der Untersuchten benötige nach Unternehmensangaben im Anschluss eine neue Brille oder Anpassung.

Mirantus wurde 2022 als Forschungs-Spin-off gegründet und entwickelt digitale Lösungen für eine lokal verfügbare, strukturierte Augenvorsorge.„Unsere Vision ist eine lokale, niedrigschwellige und zugleich hochwertige Augenvorsorge. Augenoptiker spielen dabei eine zentrale Rolle“, erklärt Dr. med. Claus Gruber, Mitgründer und Geschäftsführer von Mirantus Health. Die Kooperation mit EssilorLuxottica ermögliche es, Mira weiter zu skalieren und mehr Betriebe bei der Positionierung als Gesundheitsdienstleister zu unterstützen.

Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

Zum Autorenprofil