Myopie-Management Essilor bringt Stellest 2.0 auf den Markt

Stellest 2.0

Mit Stellest 2.0 führt Essilor eine weiterentwickelte Generation seiner Brillengläser zum Myopie-Management bei Kindern ein.
 

© EssilorLuxottica

Essilor bringt mit Stellest 2.0 eine neue Generation seiner Brillengläser zum Myopie-Management bei Kindern auf den Markt. Herzstück ist die weiterentwickelte H.A.L.T.-MAX-Technologie (Highly Aspherical Lenslet Target). Modellberechnungen zufolge erzeugt das neue Design ein mehr als doppelt so tiefes Volumen an nicht fokussiertem Licht wie die bisherige H.A.L.T.-Technologie. Damit soll ein stärkeres optisches Signal zur Kontrolle des axialen Augenwachstums erzeugt werden. Grundlage der Weiterentwicklung sind Veränderungen an Leistung und Asphärizität der Mikrolinsen. Untersucht wurde die neue Technologie in einer einjährigen kontralateralen Cross-over-Studie mit 50 Kindern in Singapur. Dabei verlangsamten die Gläser mit H.A.L.T.-MAX-Technologie die axiale Verlängerung nach sechs und zwölf Monaten signifikant stärker als die Gläser mit der bisherigen H.A.L.T.-Technologie. Bei Stellest 2.0 verteilen sich die Mikrolinsen nach Unternehmensangaben auf zwölf statt bislang elf Ringe. Der dadurch größere Durchmesser (75cm) erweitert zugleich die Auswahl geeigneter Brillenfassungen. 

Die erste Stellest-Generation wurde 2020 zunächst in China eingeführt. Für diese gibt Essilor auf Grundlage früherer klinischer Untersuchungen eine Verlangsamung der Myopieprogression um 67 Prozent gegenüber Einstärkengläsern an.

Niedrigere Einkaufspreise

Mit der Produkteinführung verändert EssilorLuxottica zugleich die wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für das Myopie-Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen kündigt niedrigere Einkaufspreise sowie eine reduzierte unverbindliche Preisempfehlung für Endkunden an. Zudem wird Stellest künftig in das Mehrbrillenangebot integriert. In Deutschland und Österreich werden Stellest und Stellest 2.0 grundsätzlich mit dem Stellest + Service angeboten. Dieser sieht bei einer Änderung der Sehstärke um mindestens 0,50 dpt einen vollständigen Ersatz vor. Bei Bruch, Kratzern, Ausplatzern oder anatomisch bedingten Änderungen übernimmt der Service laut Unternehmen 50 Prozent des Ersatzes. Für die Schweiz ist ein separates Konzept vorgesehen.

Vereinfacht wird auch die Bestellung: Essilor-Myopie-Experten können die Gläser künftig direkt über ihre Branchensoftware ordern. Begleitend bietet das Unternehmen Fortbildungen an, darunter eine Live-Schulung für Augenoptiker am 7. September sowie weitere Angebote über die Lernplattform Leonardo. „Unser Ziel ist es, Myopie-Management für möglichst viele Augenoptiker praktikabel und wirtschaftlich attraktiv zu machen“, erklärt Alexander Mohr, Geschäftsführer von EssilorLuxottica Deutschland und Österreich.

Zur Studie

Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Fachredakteurin & Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

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