Rekordzahlen, tiefsinnige Themen und eine lebhafte Gemeinschaft Ein IGA Optic-Unternehmertag mit Tiefgang: Mehr als Gaudi

IGA Optic

Voller Saal und beste Stimmung: Die Mitglieder von IGA Optic sowie das Team der Zentrale feierten in München ein Wochenende voller Austausch, Impulse und Gemeinschaft.

© IGA Optic

Erstveröffentlichung in der DOZ 08/2026

Wer das Wochenende vom 12.–14. Juni mit IGA Optic in der bayrischen Landeshauptstadt erlebt hat, wird sich vor allem an viel Gelächter, lebhafte Gespräche und eine ausgesprochen herzliche Stimmung erinnern. Umso bemerkenswerter war der Moment, als es während des Vortrags von Toptrainer und Psychologe Dieter Lange im voll besetzten Saal des Sofitel-Hotels Bayerpost ganz still wurde. „Es gab noch nie einen Vortrag in der Geschichte des Unternehmertags, bei dem ihr über eine Stunde so leise zugehört habt“, betonte Schünemann später. Denn die rund 230 Teilnehmenden blickten nahezu durchgängig nach vorn und lauschten mit ihrer vollen Aufmerksamkeit dem Referenten. Anders als die anderen Speaker verzichtete Lange vollständig auf Präsentationsfolien. Der Beamer wurde ausgeschaltet. Stattdessen stand er lediglich mit einem Stift vor einem Flipchart auf der Bühne und stellte Fragen, die weniger auf schnelle Antworten als auf ehrliche Selbstreflexion abzielten: Auf welche Frage zum eigenen Unternehmen möchte ich die Antwort? Und auf welche Frage zu meinem Leben? Die Antworten sollten die Teilnehmenden aufschreiben – ganz analog auf Papier.

Dieter Lange

Ganz analog mit Stift und Flipchart: Toptrainer und Psychologe Dieter Lange sorgte mit seinem Vortrag „Satte Löwen jagen nicht“ für den wohl prägendsten Vortrag des Unternehmertags.

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Gleich zu Beginn hatte Lange erklärt, nur wer jetzt kein Smartphone in der Hand halte, sei ein echter Unternehmer. Für den einen oder anderen mit digitalen Notizen sorgte die Behauptung zunächst für Irritation. Die nächsten 75 Minuten eckte der Psychologe mit seinen Aussagen weiter bewusst und gekonnt provokant an. Spätestens als er die häufig geäußerte Klage, man finde keine Mitarbeitenden mehr, als „völligen Schwachsinn“ bezeichnete, gingen bei einigen im Publikum die Augenbrauen hoch. Und trotzdem sorgte sein Vortrag am Ende für verblüffende Einsichten, die so manche Denkweisen mit Sicherheit nachhaltig prägen werden. Deutlich wurde er auch beim Thema Mitarbeiterführung. „Wer die schwachen Mitarbeiter schont, verletzt die Guten“, lautete einer seiner Merksätze. Es sei zutiefst unsozial, leistungsschwache Mitarbeitende dauerhaft mitzutragen und Unternehmer sollten sich von Mitarbeitern trennen, an die sie nicht glaubten. Gleichzeitig warb Lange immer wieder für Kontinuität. Gerade weil sich Rahmenbedingungen ständig veränderten und kein Tag dem anderen gleiche, müssten Unternehmer bereit sein, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und anzupassen.

Dass seine Worte nachwirkten, zeigte sich vor allem, nachdem der Referent die Bühne verlassen hatte. Nachdenkliche, aber zugleich begeisterte Gesichter prägten das Bild. „Das war sensationell. Da werde ich noch lange darüber nachdenken“, befand zum Beispiel Thomas Finkbeiner, Geschäftsführer von Eckart + Finkbeiner in Pforzheim und IGA-Optic-Mitglied seit 1996. Eine Reaktion, die an diesem Nachmittag vielfach zu hören war.

Bosbach

Hochkarätige Gäste gehören für IGA Optic traditionell zum Programm: In diesem Jahr saß unter anderem das CDU-Vater-Tochter-Duo Wolfgang und Caroline Bosbach auf der Bühne.

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Zwischen Politik, Recruiting und „Kai-Lights“

Neben tiefsinnigen Fragen setzte der Marketing- und Vertriebsverbund zudem auf Themen, die die Mitgliedsbetriebe unmittelbar beschäftigen. Das CDU-Vater-Tochter-Duo Wolfgang und Caroline Bosbach diskutierte über gesellschaftliche Entwicklungen, Verantwortung sowie wirtschaftliche und politische Herausforderungen. Mehrere Mitglieder lobten das neue Gesprächsformat ausdrücklich als lebendig und unterhaltsam. Um ein weiteres Thema, das die Branche beschäftigt, kümmerten sich die Recruiting-Experten Michael vom Bruck und Tobias Sippel von den German Board Advisors. Sie zeigten Wege auf, wie Unternehmen neue Mitarbeitende gewinnen und Recruiting-Prozesse effizienter gestalten können. Außerdem standen die Entwicklung der Augenoptikbranche, neue Marketingansätze und Produktneuheiten auf dem Programm. Dass dabei auch der Humor nicht zu kurz kam, zeigte besonders der Marketingvortrag von Kai Behr. Mit einer neuen Marketingaktion zur Augenvorsorge möchte IGA Optic die Bedeutung regelmäßiger Screenings greifbarer machen. Die Kampagne entstand aus dem Wunsch der Mitglieder heraus und setzt auf alltagsnahe Analogien – etwa den Fitnesscheck für den Körper oder die Inspektion eines Autos. Die Referenten Behr und Augenoptikermeister Fritz Paßmann ließen sich bei ihrer Outfit-Wahl nicht lumpen und traten in kurzer Sporthose und mit „schneller Brille“ sowie in Handwerker-Latzhose mit Maulschlüssel auf. In der Präsentation eingebaute KI-generierte Bilder von Mitgliedern in entsprechenden Outfits veranschaulichten die Idee visuell – und sorgten nebenbei immer wieder für herzliches Gelächter. Gekonnte Wortspiele auf der Bühne rundeten den höchst unterhaltsamen Vortrag ab. Später war sogar von den „Kai-Lights“ die Rede.

Für die begleitende Industrieausstellung wurde erstmals ein längeres Zeitfenster als in den Vorjahren angesetzt. So konnten die Mitglieder in entspannter Atmosphäre die Stände der Partner besuchen, Produkte entdecken und sich mit den Vertreterinnen und Vertretern austauschen. Im Rahmen der Generalversammlung präsentierte die Genossenschaft positive Geschäftszahlen und beschloss eine Warenrückvergütung in Rekordhöhe. Zudem setzten die Mitglieder bei den turnusgemäßen Wahlen auf Kontinuität in den Gremien (siehe Infokasten). Neuerungen gab es bei der Weiterentwicklung des Eigenlabels „lensnfriends“, des Privatlabels „Horus“ sowie der Brillenmarke „Mulini“, die zur Opti 2027 erstmals um Korrektionsfassungen ergänzt werden soll.

Hessler

Persönlich vor Ort war er nicht, seine Freude (im Video) dennoch sichtbar: Für die Kampagne „Hessler Geschichten“ erhielt Prof. Dr. Philipp Hessler den IGA-Optic-Marketingpreis 2026.

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Von München nach Erlenbach gebeamt

Ein Highlight-Moment war auch die Verleihung des IGA-Optic-Marketingpreises 2026 an Prof. Dr. Philipp Hessler. Ausgezeichnet wurde seine Jubiläumskampagne „Hessler Geschichten“, die die 180-jährige Historie des Familienunternehmens mit den Geschichten seiner Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden verknüpfte. „Das hat die Marke Hessler emotional extrem aufgeladen“, betont Kai Behr, der den Preis im Vorfeld an Hessler überreicht hatte. Der Preisträger selbst konnte in München nicht dabei sein, also beamte sich das Marketing-Team von IGA Optic nach Erlenbach: Es wurde ein voraufgezeichnetes Video eingespielt, das die persönliche Preisübergabe vor Ort zeigte. „Gerade Familienunternehmen haben oft einen riesigen Schatz an Geschichte, Vertrauen und Emotionen. Wenn man Mitarbeitende und Kundschaft einbindet, entsteht daraus eine Markenbindung, Imagewerbung und auch Recruiting“, lobte Behr. Im Anschluss der Verleihung schickten die Mitglieder noch einen Videogruß nach Erlenbach. 

Wurde eine Programm-Pause erst mal eingeläutet, bildeten sich zahlreiche kleine Gesprächsrunden. Viele der Mitglieder kennen sich seit Jahren, neue Gesichter wurden ganz selbstverständlich in die Gespräche einbezogen. Die Stimmung war offen und herzlich, das Miteinander freundschaftlich und fast familiär. Für Svetlana Kiritschenko aus Münster/Hamm, Geschäftsführerin eines Briag-Fachgeschäfts, war der Unternehmertag eine Premiere. „Es war schön und informativ“, sagt sie, und sie nehme viele neue Impulse mit aus München. Sehr gut gefallen habe ihr die Talkrunde mit Caroline und Wolfgang Bosbach, „das war sehr lebendig“.

Feiern, tanzen und Gemeinschaft erleben

Noch lebendiger wurde es abseits der Tagungsräume: Nach dem Programm von Tag eins folgte ein gemeinsamer Spaziergang zum Augustiner-Keller, wo die Mitglieder ein klassisch-zünftiger Abend erwartete. In Dirndl und Lederhose wurde zu den Klängen der „Happy Bavarians“ gegessen, gefeiert und getanzt. „Das hat richtig Spaß gemacht!“, ist das neue IGA-Mitglied Kiritschenko begeistert. Ähnlich sieht es Christian Kühn von Optik Kühn aus Suhl. Der Inhaber ist seit 1998 Mitglied bei IGA Optic und hat bereits 15 Unternehmertage besucht. Dass er auch nach fast drei Jahrzehnten immer wieder gerne aus seinem knapp 400 Kilometer entfernen Heimatort anreist, liegt für ihn vor allem an der lockeren Atmosphäre und dem freundschaftlichen Miteinander.

IGA Optic

Beim gemeinsamen Abend im Augustiner-Keller wurde gefeiert, getanzt und das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen genossen Mitten im Geschehen: IGA-Optic-Marketingleiter Kai Behr (im weißen Hemd).

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Etwas ruhiger, aber nicht weniger gesellig ging es am Folgetag bei der Führung durch die Gin-Destillerie „The Duke“ zu. Und auch die Floßfahrt auf der Isar am Sonntag zeigte noch einmal, was das Wochenende geprägt hatte: Mit Bierkrügen und intensiven Gesprächen die gemeinsame
Zeit genießen. Der nächste Unternehmertag führt die IGA-Familie vom 4. bis 6. Juni 2027 nach Berlin. Nach einem Wochenende voller Gaudi, Denkanstößen und guten Gesprächen dürften sich viele Mitglieder den Termin bereits vorgemerkt haben, so wie auch der Pforzheimer Thomas Finkbeiner. „Liebgewonnene Menschen wiedersehen, sich gegenseitig mit den Kollegen austauschen – das ist schön und macht Spaß.“

Rekord-Rückvergütung und Wiederwahlen
Mit einer Warenrückvergütung von 700.000 Euro erreichte IGA Optic 2025 wie bereits im Vorjahr einen Höchstwert. Seit 2018 hat die Genossenschaft damit knapp vier Millionen Euro an ihre Mitglieder ausgeschüttet. Der Gesamtumsatz entwickelt sich positiv und stieg 2025 auf rund 14 Millionen Euro (+ 6 Prozent) und die Zentralregulierung auf 93 Millionen Euro brutto (+ 6,2 Prozent). Die Eigenkapitalquote konnte um 4,9 Prozent gesteigert werden und liegt nun bei 50,3 Prozent. Deutliche Zuwachsraten gab es sowohl im Bereich Ware (+ 6,2 Prozent, ca. sechs Mio. Euro Umsatz) als auch beim Marketing (+ 6,5 Prozent, 2,5 Mio. Euro Umsatz). Die Zahl der Mitglieder blieb mit 344 konstant, die Zahl der Betriebsstätten wuchs auf 697.
Bei den Wahlen entschieden sich die Mitglieder ebenfalls für Stabilität. In den Vorstand wurden Ines Jonen, Ulf Schulte-Filthaut und Peter Niederprüm wiedergewählt. Im Aufsichtsrat bestätigten die Mitglieder Kathrin Walter und Frank Armbruster in ihren Ämtern. Dem Gremium gehören darüber hinaus Ralph Hurlin, Dirk Vorpahl und Christian Tannek an.

Geschrieben von

Angelika Miller

Angelika Miller

Angelika Miller ist die Online-Fee des DOZ-Verlags und kümmert sie sich um alles Digitale: von Newsletter-Strategien über die Koordination mit dem Social-Media-Team bis zum Relaunch der neuen Verlagswebsite.

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