KI-Brillen werfen Datenschutzfragen auf Cybernews untersucht sieben Hersteller von Smart Glasses
08.10.2026
Teilen
Eine Cybernews-Analyse von sieben KI-Brillenherstellern untersucht unter anderem App-Berechtigungen, integrierte Tracker und den Umgang mit Nutzerdaten.
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Brillen rücken auch Fragen zum Schutz persönlicher Daten in den Mittelpunkt. Das Technologieportal Cybernews hat die Produkte und Begleit-Apps von sieben Herstellern untersucht: Meta, Rokid, RayNeo, INMO, Solos, Even Realities und Halliday. Dabei wurden App-Berechtigungen und Tracker sowie neun weitere Datenschutzkriterien bewertet. Die Meta-AI-App fordert laut Analyse mit insgesamt 70 die meisten Berechtigungen an. Davon fallen 18 in die Android-Kategorie besonders sensibler Zugriffsrechte, darunter Berechtigungen für Audioaufnahmen sowie den Zugriff auf SMS und externe Speicher. Die meisten integrierten Tracker fanden die Untersuchenden bei INMO Global und Solos AirGO mit jeweils sechs. Bei der App Hi Rokid wurden dagegen keine Tracker festgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Verarbeitung und Speicherung von Daten. Bei allen sieben untersuchten Herstellern werden zentrale KI-Funktionen wie Sprachverarbeitung, Übersetzung oder Bildanalyse über Cloud-Dienste abgewickelt und nicht unmittelbar auf der Brille ausgeführt. Fünf Hersteller nennen laut Cybernews keine konkreten Aufbewahrungsfristen für die erfassten Daten. Lediglich Meta, Rokid und Even Realities verfügen demnach über eine speziell auf ihre Brillen zugeschnittene Datenschutzerklärung.
Auch die Kontrollmöglichkeiten bei Kameraaufnahmen unterscheiden sich. Nur bei Meta und Rokid konnte Cybernews eine Schutzfunktion bestätigen, die auf das Abdecken der Aufnahme-Kontrollleuchte reagiert. Bei den übrigen Herstellern ließ sich eine entsprechende Funktion anhand der ausgewerteten Informationen nicht bestätigen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Datenschutzfragen bei KI-Brillen nicht nur unbeteiligte Personen betreffen, die möglicherweise aufgenommen werden, sondern auch die Trägerinnen und Träger selbst. Die Untersuchung dokumentiert mögliche Risiken und Unterschiede bei der Transparenz der Hersteller, weist jedoch keinen konkreten Missbrauch personenbezogener Daten nach.