Kauf und Verkauf augenoptischer Geschäfte AOS-Bericht zur Nachfolgeregelung: weniger Existenzgründer, mehr Investoren
09.01.2026
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Die AOS Unternehmensberatung gibt auf Basis ihrer jährlichen Analyse einen Ausblick auf die Entwicklung bei Geschäftskäufen und -verkäufen.
Die Rahmenbedingungen für Übernahmen und Verkäufe augenoptischer Fachgeschäfte hätten sich in 2025 weiter verändert, so die AOS Unternehmensberatung GmbH aus Dortmund in ihrem aktuellen Bericht zur Marktlage beim Kauf und Verkauf augenoptischer Geschäfte. Maßgeblich seien weniger konjunkturelle oder politische Faktoren als vielmehr strukturelle Entwicklungen innerhalb der Branche. Grundlage der folgenden Ergebnisse seien Auswertungen der AOS aus Unternehmensbewertungen sowie begleiteten Nachfolge- und Verkaufsprozessen.
Nachfrage stark von der Umsatzgröße abhängig
Demnach unterscheide sich das Kaufinteresse deutlich nach Umsatzklassen:
- Ab ca. 800.000 Euro Nettojahresumsatz: Diese Betriebe stünden besonders im Fokus expandierender Unternehmer und Investoren. Die Nachfrage übersteige hier das Angebot, Verkaufspreise lägen häufig auf hohem Niveau.
- 500.000 bis 800.000 Euro Umsatz: Für diese Größenklasse bestehe weiterhin eine solide Nachfrage, getragen von Investoren, Mehrbetriebsinhabern und vereinzelt Existenzgründern.
- 300.000 bis 500.000 Euro Umsatz: In diesem Segment überwiege inzwischen das Angebot. Verkäufe seien möglich, erforderten jedoch häufig längere Vermarktungszeiten.
- Unter 300.000 Euro Umsatz: Fachgeschäfte dieser Größenordnung fänden zunehmend keinen Käufer mehr, Schließungen nähmen nach Einschätzung der AOS zu.
Investoren gewinnen an Einfluss
Wie auch in anderen Branchen gerate die mittelständische Augenoptik stärker in den Fokus nationaler und internationaler Investoren. Verkäufe an solche Käufer erforderten aus Sicht der Berater eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Zur größten Hürde bei einer Betriebsübergabe in der Augenoptik sei die Personalsituation geworden. AOS: "Gerade für Investoren ist die Wiederbesetzung der Stelle des alten Inhabers eine große Herausforderung. Wenn dann noch neben dem Inhaber der Ehepartner mitarbeitet und aufhören möchte, weitere Mitarbeiter bereits älter sind oder im Betrieb kein weiterer Meister vorhanden ist, kann selbst der Verkauf eines wirtschaftlich interessanten Geschäfts kompliziert werden."
Verkaufspreise mit großer Spannbreite
Die tatsächlich erzielten Kaufpreise hätten 2025 je nach Region, Struktur und Übergabemodell zwischen rund 18 und über 93 Prozent eines Jahresumsatzes inklusive Warenbestand gelegen. Umsatz allein sei dabei kein verlässlicher Maßstab; Faktoren wie Personalstruktur, Inhaberabhängigkeit, Lage und Positionierung spielten eine zentrale Rolle.