Mehr als ein Rückblick 75 Jahre ZVA: Jubiläumsabend im Rahmen der Sichtkontakte
14.10.2026
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Zum 75-jährigen Bestehen des ZVA kamen in Berlin zahlreiche Vertreter aus Augenoptik, Handwerk und europäischen Organisationen zusammen: (v. l.) Moderator David Friederichs (DOZ-Verlag), Prof. Dr. Timo Mappes (D.O.M.), Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Grein (Fielmann Akademie), Gabriëlle Janssen (ECOO), Karl-Sebastian Schulte (ZDH), ZVA-Präsident Kai Jaeger, Mirjam Rösch (Spectaris), ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel und Jörg Mayer (Spectaris).
„75 Jahre ZVA, das sind 75 Jahre Arbeit für den Berufsstand, 75 Jahre, in denen sich die Augenoptik stetig weiterentwickelt hat.“ Mit diesen Worten eröffnete DOZ-Chefredakteur David Friederichs, der an diesem Abend die Moderation übernahm, die Jubiläumsveranstaltung des ZVA im Rahmen der diesjährigen Sichtkontakte. Rund 150 Gäste waren der Einladung ins Titanic Hotel Berlin gefolgt, darunter Vertreter aller Landesverbände, wissenschaftlicher Vereinigungen, befreundeter Gesundheitshandwerke sowie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Auch internationale Gäste waren angereist.
Den stimmungsvollen Abend leitete ZVA-Präsident Kai Jaeger ein. Dabei dankte er auch den anwesenden ZVA-Ehrenpräsidenten Thomas Nosch, Thomas Truckenbrod und Christian Müller für ihre langjährige Arbeit. Einen kleinen Wermutstropfen hatte es bereits im Vorfeld gegeben. Das geplante Grußwort aus dem Bundesgesundheitsministerium musste aufgrund des dortigen Wechsels von Nina Warken zu Carsten Linnemann ausfallen. Jaeger nahm es mit Humor und zeigte Verständnis. „Angesichts der Herausforderungen unseres Gesundheitssystems gibt es für einen Gesundheitsminister vermutlich Wichtigeres zu tun, als auf dem 75. Geburtstag des ZVA ein Grußwort zu halten. Und wenn die Zeit stattdessen in die grundlegenden Reformen unseres Gesundheitssystems investiert wird, dann ist sie aus meiner Sicht gut investiert.“
Ganz genau genommen wäre der 75. Geburtstag des ZVA eigentlich erst in drei Jahren fällig gewesen. Denn nach der offiziellen Gründung des ZVA am 21. April 1951 in Bad Godesberg führte eine neue Handwerksordnung 1953 dazu, dass sich der Verband 1954 formal auflöste und anschließend als „Zentralverband der Augenoptiker – Bundesinnungsverband“ neu gegründet wurde. „Aber wir wollen es mit den juristischen Spitzfindigkeiten heute Abend nicht übertreiben. Denn schon im Jahr 2001 haben wir unseren 50. Geburtstag gefeiert. Es hat also Tradition, den 21. April 1951 als Gründungstag unseres Verbandes anzusehen“, bekundete Jaeger mit einem Augenzwinkern.
75 Jahre ZVA – oder eigentlich erst 72? Präsident Kai Jaeger erinnerte in seiner Jubiläumsansprache auch an die formale Neugründung des Verbands im Jahr 1954.
Grußworte von ZDH und ECOO
Dass die Augenoptik heute noch im Handwerk verortet ist, daran hat Karl-Sebastian Schulte einen nicht unwesentlichen Anteil. Der Geschäftsführer des ZDH und des UDH (Unternehmerverband Deutsches Handwerk) hatte nach seinem Amtsantritt dem ZVA Wege aufgezeigt, wie dessen berufspolitische Ziele auch im Handwerk erreicht werden könnten – und letztlich dafür gesorgt, dass die Verbindung „Handwerk – Augenoptik“ zu einer Erfolgsgeschichte geworden ist. Entsprechend gut gelaunt trug er sein Grußwort vor.
Auch Gabriëlle Janssen, Präsidentin des European Council of Optometry and Optics (ECOO), richtete ein Grußwort an die Gäste – und das auf Deutsch. „Unsere Berufe werden sich in den kommenden Jahren weiter verändern – wahrscheinlich schneller als je zuvor. Ich hoffe sehr, dass wir diese Zukunft gemeinsam gestalten: mit starken Berufen, hohen Qualitätsstandards und vor allem mit den Bedürfnissen der Menschen im Mittelpunkt“, betonte Janssen.
Auch Prof. Dr. Timo Mappes, Direktor des Deutschen Optischen Museums (D.O.M.), richtete den Blick nach vorn. Er stellte die Pläne für das Museum in Jena vor, das voraussichtlich Ende 2028 eröffnet werden soll, und gab den Gästen einen Vorgeschmack auf die künftige Ausstellung. Dazu gehört auch die rund 24.000 Exponate umfassende Sammlung von Udo Timm, die dem ZVA vermacht und anschließend dem D.O.M. geschenkt wurde.
Ein Blick auf die Augenoptik von morgen: Bei der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Herausforderungen des technologischen Wandels, die Gesundheitsversorgung und die Perspektiven des Berufsstands. Auf dem Podium: (v. l.) David Friederichs, Peter Gumpelmayer, Mirjam Rösch, Kai Jaeger und Hans-Jürgen Grein.
Podiumsdiskussion nimmt Zukunft in den Blick
Welche Herausforderungen und Chancen auf die Augenoptik warten, war schließlich Thema der abschließenden Podiumsdiskussion. Über die Perspektiven des Berufsstands diskutierten ZVA-Präsident Kai Jaeger, Mirjam Rösch, Vorsitzende Consumer Optics beim Industrieverband Spectaris, Prof. Dr. Hans-Jürgen Grein, wissenschaftlicher Leiter und Dozent an der Fielmann Akademie Schloss Plön, sowie Peter Gumpelmayer als Repräsentant der ECOO. Dabei ging es unter anderem um die Herausforderungen des technologischen Wandels, die künftige Rolle der Optometrie in der Gesundheitsversorgung, neue Versorgungsmodelle und die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen.
Nach zwei kurzweiligen Stunden und einem Jubiläumsgeschenk des SWAV stand der gemütliche und angeregte Austausch im Mittelpunkt. Mit einem Blick zurück, aber auch nach vorn.
Einen Nachbericht zu den Sichtkontakten gibt es in der kommenden November-Ausgabe der DOZ, die am 30.10.26 erscheint.