Scharfe Aussichten von A(quadura) bis (Smartri)X Was die Hersteller an Neuheiten im Glasbereich bieten

scharfe Sicht durch Brillenglas
© Adobe Stock/ Who is Danny

Erstveröffentlichung in der DOZ 03/2026.

Essilor
EssilorLuxottica stellt mehrere Weiterentwicklungen im Brillenglasportfolio vor. Mit „Essilor Stellest 2.0“ wird die Myopie-Management-Lösung für Kinder weitergeführt und um die „H.A.L.T.-MAX-Technologie“ (Highly Aspherical Lenslet Target) ergänzt. Für digitale Sehanforderungen bieten die Eyezen Lösungen zur Reduktion visueller Ermüdung im Alltag. Neu ist zudem die Möglichkeit, Ray-Ban Meta und Oakley Meta direkt beim Augenoptiker mit Brillengläsern aus dem Essilor-Portfolio zu verglasen und zu individualisieren. Im Bereich Lifestyle ergänzt „Transitions Color Touch“ das Angebot um selbsttönende Brillengläser mit Filtertönungen. Außerdem stellt EssilorLuxottica „Varilux Immersia“ als Nahkomfort-Brillenglas vor, das auf Sehaufgaben im Nah- und Zwischenbereich sowie auf digitale Anwendungen ausgerichtet ist.

Hoya
Hoya erweitert die Sensity-Produktreihe um „Sensity Colours“, eine Kollektion selbsttönender Brillengläser in sechs Farboptionen, darunter Pink, Grün, Orange, Blau in Verlaufstönungen sowie Gelb und Orange in einfarbigen Tönungen. Optional können die Gläser mit den Hoya-Oberflächen „Hi-Vision Sun Pro“, „Light Mirror Copper“ oder „Light Mirror Blue“ veredelt werden. Hoya führt zudem die neue Beschichtung „Smooth Touch Xtreme“ (STX) für Miyosmart-Brillengläser ein. Die STX- Beschichtung ist hydrophob, fettabweisend und widerstandsfähig gegenüber Fingerabdrücken, Staub und Schmutz, so dass die Gläser länger sauber bleiben und leichter zu reinigen sein sollen. Sie wurde speziell für den aktiven Alltag von Kindern erdacht. Ergänzend zu diesen Produkten stellt Hoya „Hoyalux iD  MySense“ vor, ein personalisiertes Gleitsichtglas, das auf individuelle Sehgewohnheiten und Verarbeitung visueller Informationen abgestimmt ist. Das Messsystem „Hoya visuSense“ erfasst Blickbewegungen, Körperhaltung und Schärfewahrnehmung, um die Progressionszonen individuell anzupassen.

Leica
„Monovid Myopia“ ist das neue Myopie-Management-Brillenglas von Leica. Über 1.000 Mikrolinsen mit einer Addition von +5,0 Dioptrien sind gleichmäßig im Glasinneren angeordnet, wodurch diese keinen Einfluss auf die Außenflächen haben. Bei den Gläsern können Hornhaut-Scheitel-Abstand, Pupillendistanz, Höhe, Vorneigung und Fassungsscheibenwinkel angegeben werden. Die Gläser sind in den Indizes 1,6 und 1,67 verfügbar und können mit „Aquadura Vision“ oder „Aquadura Vision Pro“ als Oberflächenschutz ausgestattet werden. Optional können die Gläser in den Farben Braun, Grau oder Grün getönt werden.

Nika
Nika bietet ab sofort die neue Veredelung „Perfect invisible“ an. Sie soll sich durch einen reduzierten, nahezu farblosen Restreflex auszeichnen. Das Nika-Lagersortiment wurde im Einstärkenbereich ausgebaut und umfasst nun erweiterte Lieferbereiche, wodurch Augenoptikerinnen eine größere Auswahl und Flexibilität bei der Versorgung unterschiedlicher Sehprofile zur Verfügung steht. Im Bereich Myopie-Management ergänzt Essilor Stellest das Angebot von Nika.

Nikon
Mit „Presio i Focus“ gibt es bei Nikon ein Einstiegs-Gleitsichtglas, dass die Markenwelt von Nikon zu einem attraktiven Preis eröffnen soll. Auch das Nikon-Lagersortiment wurde erweitert (mit reduziertem Aufpreis zum vergleichbaren Nika-Lagerglas; siehe oben). Für den Sportbereich ergänzt Nikon Sports das Portfolio um maßgefertigte Gläser für stark gekrümmte Sportfassungen, die auf stabile Abbildung und präzise Sehschärfe bei Bewegungen ausgelegt sind.

Optiswiss
Der schweizerische Glashersteller Optiswiss erneuert sein komplettes Portfolio. Die neue „Swissvario“-Gleitsichtglaslinie ersetzt fast alle bisherigen Designs, mit Ausnahme der „Biometrics Horizon“ und bietet ein klar strukturiertes Portfolio. Das Basisglas heißt Smart, aufbauend folgen Select (Teilpersonalisierung), Unique (vollindividualisierte Sehzonen) und Fusion AI (KI-gestützte Optimierung nach Sehprofilen). Die Spitze bildet Biometrics Horizon  mit maximaler Individualisierung durch biometrische Daten. Mehr zu Optiswiss und dem neu strukturierten Portfolio lesen Sie hier.

Optovision
Mit „WIDR me“ erweitert Optovision sein Gleitsichtglasportfolio um ein Design, das auf dem individuell erfassten Sehverhalten des einzelnen Brillenträgers basiert. Grundlage ist eine durch Virtual Reality (VR) gestützte Messung, bei der innerhalb kurzer Zeit okulomotorische Parameter, Augenbewegungen und Pupillendynamik erfasst werden. Die Daten fließen in die algorithmische Glasberechnung ein und ergänzen klassische Anpassparameter wie Pupillendistanz, Leseabstand oder Vorneigung. Binnen 90 Sekunden werden die notwendigen Daten per VR-Brille erfasst und an den Hersteller für die Glasproduktion übermittelt.

Rodenstock
Die 2025 eingeführten „B.I.G. Exact Sensitive“-Gläser von Rodenstock (siehe DOZ 04/25) sind ab sofort als Einstärkenglas, „Mono+“ für den digitalen Lebensstil, „Ergo“ für Nah- und Zwischenbereich für Innenarbeit in einer Entfernung von bis zu zweieinhalb Meter sowie als Gleitsichtglas erhältlich. Zusätzlich gab es Neuerungen bei den „ColorMatic“-Gläsern. Hier gibt es zwei Versionen: „ColorMatic X“ hellen sich in Innenräumen schneller auf, erreichen eine Klarheit von 93 Prozent und verdunkeln sich im Freien auf 88 Prozent. „ColorMatic Dark“ hingegen verdunkeln im Freien bis zu 90 Prozent und werden auch hinter der Windschutzscheibe aktiv. Das Interview mit detaillierteren Informationen zu den „Color-Matic“-Gläsern lesen Sie hier.

Rupp + Hubrach
Im Mai bringt Rupp + Hubrach ein neues Sport-Gleitsichtglas auf den Markt, das gezielt für die visuellen Anforderungen bei sportlichen Aktivitäten entwickelt wurde. Ergänzt wird das Glas durch das bestehende Portfolio, das auf unterschiedliche Einsatzbereiche und sportliche Sehaufgaben ausgerichtet ist.

Seiko
Seiko Vision hat die „Seiko World Collection“ vorgestellt, ein strukturiertes Brillenglasportfolio für Augenoptiker. Es soll die Beratung zu Premium-Gläsern vereinfachen, Mitarbeitende unterstützen und neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Zentral ist das „Smartrix-Framework“ für vier Designs und vier Sehbedürfnisse im Gleitsichtbereich. Dadurch sollen auch Cross-Selling, Up-Selling und die Präsentation des kompletten Portfolios erleichtert und die Vorteile der Produkte in kurzen Beratungsgesprächen verständlich gemacht werden. Die Gläser können zudem  in Achtel-Dioptrie-Schritten bestellt werden.

Shamir
„Shamir Sun Intelligence“ ist ein KI-gestütztes Brillenglasdesign für Sonnenbrillen mit Sehstärke, das auf unterschiedliche Fassungen, Sehstärken und Krümmungen ausgelegt ist. Es soll ein breites Sichtfeld, scharfes Sehen in Bewegung sowie präzises Fokussieren bei wechselnden Entfernungen unterstützen. Die Farbverbesserung „Shamir Vita“ erhöht Kontrast und Farbwahrnehmung, während „Shamir Glacier Sun UV“ die Augen vor UV-Strahlung schützt und Kratzfestigkeit sowie Antireflex wirkung bieten soll. Die Passform kann mithilfe von „Shamir iFit“ präzise vermessen werden.

Stratemeyer
Die Gleitsichtglaslinie „EYEfinity“ von Stratemeyer wird durch weitere Schwerpunktdesigns ergänzt und bietet nun zusätzliche Varianten für den Straßenverkehr („EYEfinity Drive“) und für sportliche Aktivitäten („EYEfinity Sport“). „MultiTask“ ergänzt als individualisierbares Gleitsichtglas das Portfolio, das neben klassischen Fern- und Nahbereichen ein zusätzliches Nahteil im oberen Glasbereich bietet. Das Glas richtet sich insbesondere an Anwender mit häufigen Überkopfarbeiten. Im Bereich Myopie-Management adressiert das Brillenglas „Meyeopia“ gezielt Kinder und Jugendliche mit beginnender oder fortschreitender Kurzsichtigkeit. Das Brillenglas kombiniert eine scharfe zentrale Abbildung mit peripherem Defokus.

Visall
„Pro DriveSense“ preist Visall als Brillenglas an, das gezielt auf die visuellen Anforderungen beim Autofahren abgestimmt ist. Das Glas ist als Gleitsicht- und als Einstärkenvariante erhältlich und wird in deutscher Fertigung hergestellt. Die Gleitsichtvariante verfügt über eine optimierte Fern- und Dynamiksicht für Blickwechsel zwischen Straße, Spiegeln und Cockpit. Eine integrierte Nachtblick-Zone mit geringer Minuskorrektur soll die Fernsicht bei Dunkelheit unterstützen und Effekte der Nachtmyopie teilweise ausgleichen.

Weber
Unter der Bezeichnung „NanoTecLR“ (Low Reflection) bietet Weber eine neue Premium-Entspiegelungs- und Schutzbeschichtung an. Sie soll störende Reflexionen reduzieren und für hohe Transparenz und Sehkomfort sorgen. Die Multischicht-Technologie wird ergänzt durch eine robuste Hartschicht, schmutz- und wasserabweisende sowie antistatische Eigenschaften und hohen UV-Schutz (E-SPF bis 35). NanoTecLR ist mit zahlreichen Glasserien kombinierbar.

Zeiss
Mit der Markteinführung der „ClearMind“- Brillengläser (siehe DOZ 02/26) präsentiert Zeiss ein Brillenglas, das die Unschärfen in den Randbereichen minimieren soll. Dies soll durch die „NeurOptix“-Technologie ermöglicht werden. Ergänzend dazu werden ab April 2026 die „VuraVision“-Beschichtungen durch die neuen „DuraVision Plus“ mit „Clean Guard“ abgelöst. Zusätzlich bot Zeiss auf der Opti einen Einblick in verschiedene Prototypen, Zukunftsthemen und Technologien, an denen aktuell geforscht und gearbeitet wird. Hierzu zählt die Elektrochromie, durch die Brillentragende selbst die Eindunkelung der Brillengläser per Knopfdruck steuern können. Ein weiteres Projekt betrifft die Nachhaltigkeit: Der Glashersteller arbeitet daran, aus alten Brillengläsern durch Recycling neue zu fertigen. In einem zweiten Ansatz wird dies mit recycelten Kunststoffabfällen erforscht. Über diese nachhaltigen Varianten wird die DOZ demnächst ausführlicher berichten.

Geschrieben von

Lisa meinl

Lisa Meinl

Augenoptikermeisterin

Als Augenoptikermeisterin kennt Lisa Meinl die Branche und bringt dieses Know-how beim DOZ-Verlag ein: ob bei der Suche nach Fachautoren und Fachthemen, neuen Ideen für Fachbücher und den COE Campus.

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