Studienergebnisse Pädiatrische Aphakie: Kontaktlinsenversorgung auch langfristig praktikabel
25.08.2026
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Für die Entwicklung eines Kindes sind die Augen essentiell. Forschende fanden nun heraus, dass Kontaktlinsen eine gute Lösung bei Aphakie abbilden können.
Eine aktuelle retrospektive Studie aus Brisbane, Australien, hat untersucht, wie sich formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen bei Kindern mit Aphakie nach einer Lensektomie über einen längeren Zeitraum bewähren. Die Auswertung von 113 Augen bei 73 Kindern zeigt, dass die Kontaktlinsen für viele der jungen Patienten auch langfristig eine praktikable Form der optischen Korrektion blieben. Gleichzeitig traten in 5,3 Prozent der Augen Hornhautinfiltrate auf, die jedoch in allen Fällen durch eine lokale Behandlung ohne dokumentierte visuell relevante Folgen abheilten.
In die Studie wurden Kinder eingeschlossen, die zwischen Januar 2014 und Januar 2021 nach einer Lensektomie mit formstabilen gasurchlässigen Kontaktlinsen versorgt worden waren. Kinder mit primär implantierter Intraokularlinse wurden nicht berücksichtigt. Die ophthalmologischen Daten wurden bis zum 1. September 2024 nachverfolgt. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Lensektomie lag bei 19 Wochen, die mediane ophthalmologische Nachbeobachtungszeit betrug 5,5 Jahre.
40 der eingeschlossenen Kinder hatten sich einer beidseitigen Lensektomie unterzogen, bei 33 Kindern war der Eingriff einseitig erfolgt. Bei der postoperativen Sehschärfe zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Kinder mit beidseitiger Aphakie erreichten im Median eine Sehschärfe von logMAR 0,3, während sie in der Gruppe mit einseitiger Lensektomie bei logMAR 1,1 lag. Der Unterschied war statistisch signifikant.
Langfristig eine tragfähige Lösung
Die Autoren weisen dennoch darauf hin, dass die beobachtete Rate der Hornhautinfiltrate die Bedeutung einer engmaschigen Nachsorge und eines vorsichtigen Umgangs mit dem Tragen der Kontaktlinsen über Nacht unterstreiche. Zum Zeitpunkt der abschließenden Untersuchung nutzten 63 Prozent der Kinder weiterhin formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen als primäre Korrektion ihrer Aphakie. Eine sekundäre Implantation einer Intraokularlinse erfolgte im medianen Alter von 4,7 Jahren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen bei pädiatrischer Aphakie auch im Rahmen eines 7-tägigen Langzeit-Trageplans für einen Teil der Kinder über mehrere Jahre eine praktikable optische Versorgung darstellen können. Die besseren visuellen Ergebnisse bei beidseitiger gegenüber einseitiger Aphakie führen die Autoren unter anderem auf die bekannte amblyogene Wirkung einer einseitigen Sehverdeprivation im Kindesalter zurück.