Spielfeld der Möglichkeiten war ein echter Volltreffer Opti-Neuheiten (und mehr) aus dem Kontaktlinsenbereich
27.02.2026
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Auf der „Tomorrow Vision“-Fläche der diesjährigen Opti ging es sportlich zu: Die „Dunkin Devils“ sorgten für ordentlich Stimmung bei den Besuchenden und den Kontaktlinsenherstellenden in Halle C4. Wie viele der Basketballspielenden wohl Kontaktlinsen tragen?
Erstveröffentlichung in der DOZ 03/2026.
Nach über zehn Jahren Forschung und einem Pre-Launch-Event in Prag präsentierte Alcon dem deutschsprachigen Branchenpublikum auf der Opti seine Siebentages-Linse „Precision7“ in sphärischer und torischer Ausführung (die DOZ berichtete ausführlich in Ausgabe 11/25). Claudia Wagner, Leitung Professional Education Alcon Vision Care DACH, und Jan Thore Foehrenbach, Cluster Franchise Head Vision Care DACH, waren zufrieden mit dem Feedback zum neuen Produkt, das sich als Alternative zur Tageslinse im Markt etablieren soll. Das hierfür entwickelte Silikonhydrogel-Material Serafilcon A sowie das „ActiveFlo“-System speichern Feuchtigkeit und geben sie über den gesamten Tragezeitraum hinweg – unabhängig von der Blinzelfrequenz – kontinuierlich an die Linsenoberfläche ab. Das neue Segment „Wochenlinse“ sei sehr gut im Markt angekommen. Der Wochenaustausch habe sich als „intuitive Austauschroutine“ etabliert und die Linse werde von Verbraucherinnen und Verbrauchern sehr gut angenommen. Eine multifokale Variante soll folgen. Bevor die Wochenlinse aber im multifokalen Segment erweitert wird, soll die Precision1 um eine solche Ausführung ergänzt werden, wie Foehrenbach erklärt. Alcons „Professional Roundtable“-Runde am Abend vor der Opti im Bräuhaus am Laim hatte sich passend zur Linse um neue Gewohnheiten gedreht. Der Speaker und Neuropsychologe Volker Busch verband dies mit dem Appell, das Gehirn nicht zu unterfordern, sondern regelmäßig mit neuen Herausforderungen zu stimulieren. Weitere Informationen zum Produkt gibt es hier.
Appenzeller Kontaktlinsen hat auf der Opti mit einer (für die Augenoptik) etwas ungewöhnlichen Anpassmethode die Blicke auf sich gezogen. Ab März/April erweitert das Unternehmen sein Portfolio um die „i-form“, eine Freiform-Sklerallinse. Die Linse wird auf Basis individueller Augenabdrücke berechnet und gefertigt und ergänzt so die profilmetrisch basierte „i-shape“-Sklerallinse. Schulungen zur Abdrucknahme sind in Planung. Neu ist auch die Aufsetzhilfe „i-insert“, die mit einer patentierten, passiven Lichttechnologie auf Glasfaserbasis einen Fixierpunkt erzeugt und das Aufsetzen von Sklerallinsen – ohne Elektronik und Batterien – vereinfachen soll. Darüber hinaus übernimmt Appenzeller die europäische Distribution (außer für Italien) des Ovitz-Xwave-Aberrometers, mit dem höhere Abbildungsfehler erfasst und in der Sklerallinsenfertigung berücksichtigt werden können. Nach Unternehmensangaben lassen sich so Aberrationen um bis zu 70 Prozent reduzieren. Abgerundet werden die Messe-News durch den erfolgreichen Abschluss der MDR-Zertifizierung inklusive ISO 13485 sowie Investitionen in den Ausbau der IT- und Softwarestruktur.
Bausch + Lomb pushte zur Opti die Markteinführung der multifokalen Eintages-Linse „Ultra One Day Multifocal“. Die Silikonhydrogel-Linse richtet sich an Kontaktlinsentragende mit beginnender oder bestehender Presbyopie und soll Komfort, Feuchtigkeitsmanagement und Sehqualität über den gesamten Tag hinweg unterstützen. Nach Angaben des Unternehmens empfinden mehr als zwei von drei Kontaktlinsenträger mit beginnender Presbyopie Einschränkungen der Nahsicht als belastend für Alltag und Freizeit. Gleichzeitig zeigten Untersuchungen, dass viele Betroffene auch jenseits der 40 einen aktiven, digital geprägten Lebensstil führen möchten. Vor diesem Hintergrund setzt Bausch + Lomb bei der neuen Eintageslinse auf eine Kombination etablierter Design- und Materialtechnologien. Die „Ultra One Day Multifocal“ nutzt das „3-Zone Progressive Design“, das auf klinischen Erkenntnissen zu sieben Faktoren des menschlichen Sehens basiert, die in neun kritischen Entfernungen gemessen wurden. Ziel seien klare, fließende Übergänge zwischen Nah-, Zwischen- und Fernbereich. Ergänzt werde das Design durch die Kombination aus „Advanced MoistureSeal“- und „ComfortFeel“-Technologie, die laut Hersteller mit dem Tränenfilm interagieren und zur Stabilisierung der Augenoberfläche beitragen soll. Angestrebt werde ein gleichbleibender Tragekomfort über bis zu 16 Stunden, auch bei intensiver Nutzung digitaler Endgeräte. Darüber hinaus verfügt die Linse über eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit, einen niedrigen Modulus sowie UV-Schutz. Sie ist in +6 bis -10 dpt in 0,25-dpt-Stufen erhältlich. Die Addition reicht von +0,75 bis +1,5 dpt (Low) und +1,75 bis +2,5 dpt (High). Die Eintageslinse ist zur Markteinführung in einer 30er-Box erhältlich. Die 90er-Box befindet sich in Vorbereitung. Die Produktnews finden Sie hier.
Jan Thore Foehrenbach freut sich über den Produktlaunch der neuen Wochenlinse „Precision7“, die den Messeauftritt von Alcon in diesem Jahr prägte.
CooperVision hat zur Opti die Markteinführung der „MyDay MiSight 1 day“ bekanntgegeben. Die neue Eintages-Linse zur Myopie-Kontrolle bei Kindern kombiniert erstmals das Silikonhydrogel-Material der MyDay-Tageslinsen mit der „ActivControl Technology“ der bisherigen „MiSight 1 day“. Das optische Design integriert zwei Korrektions- und zwei Behandlungszonen, um klares Sehen zu ermöglichen und gleichzeitig das Fortschreiten der Myopie zu hemmen. Im Vergleich zur bisherigen „MiSight 1 day“ bietet die „MyDay MiSight 1 day“ laut Hersteller Verbesserungen bei Komfort und Handhabung. In Anwenderstudien wurde sie beim Tragekomfort bevorzugt und als einfacher aufzusetzen bewertet. Zudem weist sie eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit als Hydrogel-Eintages-Linsen auf und verfügt über einen integrierten UV-Filter. Die neue Myopie-Management-Kontaktlinse ist ab sofort verfügbar und für akkreditierte Kundinnen und Kunden über die üblichen CooperVision-Kanäle als Test- und Verkaufslinse erhältlich. Preislich bleibt sie auf dem Niveau der bisherigen „MiSight 1 day“. Erhältlich ist die „MyDay MiSight 1 day“ in sphärischen Stärken von -10,00 bis -0,25 dpt. Weitere Informationen finden Sie hier.
Falco nahm an der Opti 2026 nicht als Aussteller teil. Auf unsere Neuheiten-Anfrage verweist das Schweizer Unternehmen auf die stetige Weiterentwicklung seiner formstabilen Kontaktlinsen. Im Bereich Ortho-K rücke das Myopie-Management in den Fokus: Die klinisch geprüfte „Dual Focus Ortho-K“-Linse, entwickelt zur Myopiekontrolle, zeigte in einer Untersuchung der University of Auckland sowie in mehrjähriger Praxiserfahrung eine reduzierte axiale Längenveränderung gegenüber konventionellen Ortho-K-Versorgungen, berichtet Falco. Bei Sklerallinsen und in der Keratokonus- Versorgung verfolge man weiterhin ein breites Portfolio mit einer einheitlichen Anpassphilosophie. Ergänzend bündelt die Plattform „Falconus“ Fachwissen zur Keratokonus-Versorgung.
Mit Augenabdrücken, wie hier im Bild, misst Appenzeller für die Sklerallinse „i-form“ die Hornhautoberfläche noch mal besonders exakt ab. Erinnert ein bisschen an den Zahnarztbesuch …
Die Galifa AG nahm nach einer einjährigen Opti-Pause mit ihrem Partner Mediconsult an der Opti teil. René Eisner ist seit August 2025 CEO des Unternehmens und hat große Pläne, was den internationalen Ausbau betrifft. Ebenso werde das Sortiment angepasst und in Zukunft neben Individuallinsen auch weiche Aus-tauschlinsen enthalten. „Wir wollen Vollanbieter sein“, sagte Eisner im DOZ-Gespräch. Daher biete Galifa ab März eigene Monats- und Tageslinsen an, um die Marktmöglichkeiten zu erweitern.
Hecht Contactlinsen hat mit „Ease“ eine neue individuelle Weichlinse in allen gängigen Ausführungen auf den Markt gebracht. Sie ist sphärisch, torisch und multifokal und multifokal-torisch erhältlich. Die Dreimonats-Linse wird in Freiburg aus Hioxifilcon-D und Silikonhydrogel gefertigt und verfügt über einen integrierten UV-Schutz. Ein sphärisches Zentrum in Kombination mit einem asphärischen Randdesign sorgt für eine stabile Abbildung bei zugleich schlanker Randgestaltung. Die Ease ist in zwei multifokalen Varianten verfügbar. Die Ausführung mit Fern-Zentrum, „Multi D“, unterstützt den Nahbereich bei geringem Bedarf. Die Variante mit Nah-Zentrum, „Multi N“, richtet sich an Trägerinnen mit hohem Additionsbedarf. Die Kontaktlinse kann als Drei- oder Sechsmonats-Versorgung abgegeben werden. Berechnet wird die Ease mit dem überarbeiteten Hecht-Anpassprogramm Apex. Die Software bietet eine modernisierte Benutzeroberfläche, schnellere Abläufe und erweiterte Kompatibilität mit gängigen Topografen. Lizenzgebühren fallen dabei nicht an. Der Parameterbereich reicht von -30,00 bis +30,00 dpt sphärisch. Zylinder sind von -0,50 bis -8,00 dpt in 0,25-dpt-Schritten erhältlich, die Achslagen von 0 bis 180 Grad in Ein-Grad-Stufen. Die Addition liegt bei Multi D (torisch) zwischen 1,50 und 2,00 dpt und bei Multi N (torisch) über 2,00 dpt. Darüber hinaus wurde die Parameterverarbeitung der Myopie-Management-Ortho-K-Linse „Seefree“ weiterentwickelt. Optimiert wurden sowohl Erstberechnung als auch Fluobildsimulation. Ein Update hat die Pflegemittellinie „Concare“ erhalten. Die acht Produkte decken die Pflege formstabiler und weicher Linsen ab und umfassen Reinigung, Desinfektion, Benetzung sowie Kochsalzlösung und Augentropfen.
Hetych war zwar mit keinem Stand auf der Opti vertreten, hat aber dennoch eine Neuigkeit zu vermelden: Die formstabilen Kontaktlinsen werden ab sofort mit einer LOT-Gravur versehen. „Dies dient der besseren Identifikation und sorgt für mehr Sicherheit“, teilt Elisabeth Hetych auf Anfrage mit. Weiter wirbt Hetych für seine „Hydra Peg“-Beschichtung in Zusammenarbeit mit der Firma Tangible aus den USA. Diese ist eine innovative Beschichtungstechnologie für formstabile Kontaktlinsen, die die Benetzbarkeit der Linse verbessert, den Tragekomfort erhöht und Ablagerungen reduziert. Die Beschichtung halte ein Jahr, man könne die Linse sogar einmal nachbeschichten, erzählt Michael Klingbacher. Dadurch wird das Auge besser geschützt und die Linse bleibt länger komfortabel.
Mark’ennovy richtet sein Portfolio konsequent auf die personalisierte Versorgung von Kurzsichtigkeit aus. Das Angebot reicht von der individuell gefertigten weichen Monatskontaktlinse „Mylo“, auch für Astigmatismus, bis zur Ortho-K-Linse „Mylo Night“ und der geplanten Eintages-Linse „Be Free Day“. Mylo Night ergänzt seit Herbst das Portfolio. Die Ortho-K-Linse basiert auf einem topografiegesteuerten Design mit altersspezifischen optischen Zonen und wird softwaregestützt über „MyEuclid“ angepasst. Für dieses Jahr ist die Einführung von „Be FreeDay“ vorgesehen. Die Silikonhydrogel-Eintages-Linse wurde speziell für die Korrektur von Kurzsichtigkeit entwickelt und nutzt ein patentiertes mehrstufiges optisches Design des Brian Holden Vision Institute in Kombination mit einer biomimetischen Oberflächentechnologie. Ergänzend stellt Mark’ennovy mit dem „Medmont Meridia Vantage“ ein Analysegerät vor, das eine präzise und effiziente Anpassung unterstützen soll. Mit Blick auf das Portfolio biete das Unternehmen die gesamte Customer-Journey, inklusive Pflegemittel, rund um Myopie-Management ab, erklärt Fina Krause, Professional Affairs Manager Germany.
Das norddeutsche Unternehmen MPG&E hatte seinen Messe-stand stilgerecht unter einem Leuchtturm aufgebaut. Bei den Bordesholmern standen Augen-pflege und Augenerfrischungen im Fokus.
Menicon hatte erneut einen prominenten Opti-Standort mit, siehe Aufmacherbild, direktem Frontalblick auf die Tomorrow-Vision-Fläche. Als Neuheit präsentierte das Unternehmen Informationen zur Spezial-Kontaktlinse „Rose K“. Die Lizenz für deren Herstellung lag 25 Jahre lang bei der Schweizer Galifa AG. Seit Januar leistet Menicon Herstellung und Vertrieb im DACH-Raum selbst und ist dafür eine Kooperation mit der neu gegründeten Wiener Lensmed Group eingegangen. Das Unternehmen wurde von Joachim Penn (zuvor Galifa) und Christian Zsidek (zuvor Hoya Österreich) gegründet und will künftig Augenarztpraxen sowie Augenoptikfachgeschäfte sowohl fachlich als auch wirtschaftlich bei der Kontaktlinsenversorgung unterstützen. Ebenfalls neu: Die Miru 1day torisch ist ab 1. März in allen Achslagen in Zehn-Grad-Schritten verfügbar. Weitere Informationen finden Sie hier.
MPG&E hat sein Augenpflege-Portfolio kräftig ausgebaut. Zur Opti präsentierte das Unternehmen eine Augenwohl-Linie mit Augenbad und Augenerfrischungen mit modernen, reduzierten Formulierungen, natürlicheren Inhaltsstoffen und konsequentem Fokus auf Augengesundheit. Zu den wichtigsten Neuheiten zählen sechs neue Augenerfrischungen sowie zwei zusätzliche Kontaktlinsenpflegemittel innerhalb der „Sodyal“-Linie. Ergänzt wurde der Auftritt durch ein neues Augenwohl-Portfolio mit Produkten zur Lidrand- und Augenpflege für Augenoptiker und Augenarztpraxen. Die Tropfen Sodyal sind ab sofort mit 0,4 Prozent Hyaluron erhältlich, zudem gibt es mit „Sodyal Lipcomfort“ ein Augenspray für trockene gereizte Augen mit Hyaluron und Liposomen. Die Augentropfen „Clean Drops“ enthalten Pluronic und Weizenprotein und sollen Ablagerungen lösen und entfernen. Zusätzlich gibt es zwei neue Kontaktlinsenpflegemittel innerhalb der Sodyal-Linie, eine Kombilösung mit Kyluron und PVP und eine Kochsalzlösung mit Kalium und Hyaluron. Als Startpunkt einer neuen Kontaktlinsen-Philosophie stellte MPG&E zudem die Premium-Tagesaustauschlinse „Delivery Ribo“ vor, die mit Riboflavin und Vitamin E ergänzt wurde. Sie steht für bedarfsgerechte Versorgung, hohen Tragekomfort und schnelle Anpasserfolge und markiert den Auftakt weiterer Kontaktlinsen-Neuheiten für 2026. Zur Produktnews gelangen Sie hier.
Wöhlk Contactlinsen setzt dieses Jahr weiter klar auf die Versorgung von Presbyopie. Die Nachfrage nach Kontaktlinsen mit der hauseigenen „FEN Vision Technology“ entwickelt sich nach Unternehmensangaben positiv. Die Technologie kommt sowohl bei formstabilen multifokalen Kontaktlinsen als auch bei individuellen weichen Sechsmonatslinsen zum Einsatz. Nach der Einführung der multifokalen Monatslinse „Contact Life multi spheric“ im Sommer 2025 ergänzt Wöhlk das Portfolio zur Opti um „Contact Air iv“, eine individuelle Monatslinse aus Silikonhydrogel. Produziert wird sie von Ultravision, einem Partner innerhalb der SEED Group. Damit deckt Wöhlk alle relevanten Austauschsysteme im multifokalen Bereich ab. Zudem stellt das Unternehmen mit „Vitafilcon C“ eine Materialneuheit vor. Diese bietet UV-Schutzklasse 1 und ist ab sofort für die weichen Sechsmonatslinsen „Contact Individual Bio“ verfügbar. „Vitafilcon C ist eine Alternative für Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen“, sagt Nadine Ohletz, Marketingleiterin bei Wöhlk Contactlinsen. So könnten zum Beispiel Skifahrer ihre Skibrille auch einmal absetzen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen wegen der UV-Strahlung bekommen zu müssen, heißt es. Weitere Informationen gibt es hier.