An Uniklinik Schleswig-Holstein Neuartige künstliche Hornhaut erstmals erfolgreich implantiert
19.03.2026
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Die künstliche Hornhaut vom Typ EndoArt besteht aus Acrylat-Copolymer, einem wasserlöslichen Kunststoff.
Am Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wurde in der Klinik für Augenheilkunde am Campus Lübeck eine neuartige künstliche Hornhaut erfolgreich implantiert. Vier Patientinnen und Patienten mit schweren Augenerkrankungen erhielten ein Hornhaut-Implantat, das geschädigtes Gewebe auf der Innenseite der Hornhaut ersetzt, teilt das UKSH mit.
Verwendet wurde ein künstliches Hornhaut-Implantat aus Acrylat-Copolymer, einem transparenten und elastischen Material. Es entzieht der Hornhaut Flüssigkeit und schützt sie anschließend vor erneuten Wasseransammlungen. Prof. Dr. Swaantje Grisanti, Oberärztin der Klinik für Augenheilkunde und Operateurin der Eingriffe, nennt die ersten Ergebnisse nach den rund 30-minütigen Operationen vielversprechend: „Bei allen vier Patientinnen und Patienten verbesserte sich die Sehkraft deutlich, weil die Hornhaut wieder klar und durchsichtig wurde. Außerdem hatten sie weniger Schmerzen nach der OP, weil die Hornhautoberfläche wieder glatter ist." Die weitere augenärztliche Nachsorge erfolge in der Klinik ambulant.
Alternative zu Spenderhornhaut
Die Hornhaut des Auges besteht aus mehreren Schichten. Die Zellen der innersten Schicht sorgen dafür, dass Flüssigkeit abtransportiert wird und die Hornhaut klar bleibt. Ist diese Schicht dauerhaft geschädigt, trübt sich die Hornhaut ein. Bislang konnte dann meist nur eine Transplantation von menschlichem Spendergewebe das Sehvermögen wiederherstellen, verbunden mit zum Teil langen Wartezeiten auf eine passende Spende, heißt es vonseiten des UKSH. „Es ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, dass wir unseren Patientinnen und Patienten bei bestimmten Erkrankungen nun eine wirksame Alternative anbieten können, die wir zudem besser planen können“, sagt Grisanti. Die neue Methode ist aus Sicht der Expertin insbesondere für schwere und komplizierte Fälle geeignet. Sie komme auch für Patienten in frage, bei denen eine frühere Hornhauttransplantation mit Spendergewebe nicht erfolgreich verlief.