Personalie bei EssilorLuxottica Leonardo Maria Del Vecchio legt Ämter nieder

Leonardo Maria Del Vecchio

Leonardo Maria Del Vecchio legt seine Ämter bei EssilorLuxottica zum 31. August nieder.

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Leonardo Maria Del Vecchio wird seine operativen Ämter bei EssilorLuxottica zum 31. August 2026 niederlegen. Das bestätigte der Branchenriese gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, nachdem die italienische Wirtschaftszeitung MF-Milano Finanza über den bevorstehenden Rückzug berichtet hatte. Der 31-Jährige war bislang Group Chief Strategy Officer von EssilorLuxottica und Chairman der zum Konzern gehörenden Marke Ray-Ban

EssilorLuxottica dankte Del Vecchio für seinen Beitrag zum Wachstum des Konzerns und zur Umsetzung der strategischen Vision seines Vaters und wünschte ihm Erfolg bei seinen weiteren unternehmerischen Aktivitäten. Del Vecchio hatte bereits 2022 die Investmentgesellschaft LMDV Capital gegründet. 

Hinter dem Rückzug stehen offenbar auch zunehmende Differenzen mit Francesco Milleri, Chairman und CEO von EssilorLuxottica. Nach übereinstimmenden Medienberichten kritisierte Del Vecchio in seinem Rücktrittsschreiben den Führungsstil des Konzerns als „distanziert“ und „unpersönlich“. Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wird aus dem Umfeld von LMDV Capital zugleich betont, der Schritt bedeute keinen grundsätzlichen Rückzug Del Vecchios von EssilorLuxottica. Vielmehr solle die Trennung zwischen seiner Rolle als Anteilseigner und operativen Funktionen im Konzern klarer werden. 

Streit um die Familienholding Delfin

Die Personalie steht im Zusammenhang mit den seit Monaten andauernden Auseinandersetzungen um die Zukunft der Familienholding Delfin. Die Holding ist mit einem Anteil von rund 32,4 Prozent größter Aktionär von EssilorLuxottica. Nach dem Tod Leonardo Del Vecchios im Juni 2022 wurde dessen Beteiligung an Delfin auf acht Erben verteilt. Leonardo Maria Del Vecchio hält einen Anteil von 12,5 Prozent. 

In den vergangenen Monaten hatte Del Vecchio versucht, seine Position innerhalb der Holding deutlich auszubauen. Geplant war, die jeweils 12,5-prozentigen Anteile seiner Geschwister Luca und Paola zu übernehmen und damit seinen Anteil an Delfin auf 37,5 Prozent zu erhöhen. Das milliardenschwere Vorhaben scheiterte jedoch im Sommer. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Finanzierung der Transaktion: Die beteiligten Banken verlangten zusätzliche Garantien der Holding, für die es im Delfin-Verwaltungsrat letztlich keine ausreichende Zustimmung gab. 

Bereits im Juni hatte Del Vecchio öffentlich Kritik an den Entscheidungsprozessen innerhalb der Holding geäußert und mehr Transparenz verlangt. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Erbenfamilie und über die künftige Struktur von Delfin sind damit weiterhin nicht abschließend gelöst. 

Del Vecchio bleibt Anteilseigner

Trotz seines Rückzugs aus dem operativen Geschäft bleibt Leonardo Maria Del Vecchio über seine Beteiligung an Delfin wirtschaftlich eng mit EssilorLuxottica verbunden. Reuters zufolge will er sich weiterhin als aktiver Anteilseigner für die Unabhängigkeit und das Wachstum des Konzerns einsetzen. 

Für EssilorLuxottica bedeutet sein Ausscheiden dennoch eine bemerkenswerte personelle Veränderung. Del Vecchio hatte nach dem Tod seines Vaters eng mit Milleri zusammengearbeitet und galt als Unterstützer des Kurses des Konzernchefs. Das Verhältnis habe sich im Zuge der Auseinandersetzungen um die Neuordnung von Delfin jedoch verschlechtert, berichten italienische Medien.

Leonardo Maria Del Vecchio ist nicht der erste Erbe des Luxottica-Gründers, der sich aus einer operativen Funktion bei EssilorLuxottica zurückzieht. Bereits 2025 hatte sein Halbbruder Rocco Basilico seine Ämter im Konzern niedergelegt.

Geschrieben von

David Friederichs

David Friederichs

Große Themen mit gründlicher Recherche und kritischem Blick sind David Friederichs Spezialgebiet. Der DOZ-Chefredakteur schreibt am liebsten über das, was wirklich zählt – und sammelt dabei gerne Brillen. 

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