US-Studie mit 4.475 Teilnehmenden Kontrastsehen: Forschende ermitteln Schwellenwert für Sehprobleme im Alltag
04.11.2026
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Die Kontrastempfindlichkeit beeinflusst, wie gut Menschen beispielsweise Gesichter erkennen oder Schrift lesen können. Eine US-Studie untersuchte den Zusammenhang mit Sehschwierigkeiten im höheren Lebensalter.
Gesichter erkennen, Zeitung lesen oder den Fernseher aus einiger Entfernung sehen: Für diese alltäglichen Tätigkeiten spielt neben der Sehschärfe auch die Kontrastempfindlichkeit eine wichtige Rolle. Forschende der University of Michigan haben nun untersucht, ab welchem Wert eine eingeschränkte Kontrastempfindlichkeit mit spürbaren Sehproblemen im Alltag einhergeht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Mai 2026 in der Fachzeitschrift „JAMA Ophthalmology“. Für die longitudinale Kohortenstudie wertete das Forschungsteam Daten von 4.475 in Privathaushalten lebenden Menschen ab 65 Jahren aus. Die Angaben stammen aus der US-amerikanischen „National Health and Aging Trends Study“ (NHATS) aus den Jahren 2022 und 2023. Erfasst wurden unter anderem die binokulare Kontrastempfindlichkeit sowie selbst berichtete Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern, Lesen von Zeitungsschrift und Fernsehen.
Schwellenwert bei 1,60 logCS
Die Auswertung ergab einen Schwellenwert von 1,60 logCS, der am besten zwischen Personen mit und ohne selbst berichtete Sehschwierigkeiten unterschied. Bei Teilnehmenden, die bereits zu Studienbeginn entsprechende Einschränkungen angaben, lag die durchschnittliche Kontrastempfindlichkeit bei 1,49 logCS. Personen ohne solche Beschwerden erreichten dagegen durchschnittlich 1,73 logCS. Auch im zeitlichen Verlauf zeigte sich ein Zusammenhang: Jede Verringerung der anfänglich gemessenen Kontrastempfindlichkeit um 0,1 logCS war mit einer um zwölf Prozent höheren Chance verbunden, innerhalb eines Jahres neu auftretende Sehschwierigkeiten zu berichten. Bei der statistischen Auswertung berücksichtigten die Forschenden unter anderem Alter, Sehschärfe, Bildungsstand, Einkommen und gesundheitliche Begleiterkrankungen. Der ermittelte Schwellenwert erreichte eine Sensitivität von 67 Prozent und eine Spezifität von 70 Prozent. Damit lassen sich Sehprobleme im Alltag nicht bei allen Betroffenen zuverlässig erkennen oder ausschließen. Die Forschenden sehen in dem Wert dennoch einen möglichen Orientierungspunkt, um Ergebnisse von Kontrastempfindlichkeitsmessungen hinsichtlich ihrer funktionellen Bedeutung einzuordnen.