Neue Erkenntnisse aus Indien Studie: Sklerallinsen senken oxidativen Stress bei Keratokonus
27.02.2026
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Oxidativer Stress und erhöhte reaktive Sauerstoffspezies (ROS) spielen eine Rolle bei der Pathogenese des Keratokonus, weshalb die Forschenden den Effekt der Linsentherapie auf diese Mechanismen analysierten.
Eine indische Studie zeigt, dass Sklerallinsen bei Patienten mit Keratokonus den Gehalt an reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) deutlich senken können. Bereits nach sechs Stunden Tragezeit und vor allem nach einem Monat wurde eine signifikante Reduktion der ROS-Werte gemessen. Parallel dazu verbesserten sich sowohl die Sehschärfe als auch die Beschwerden der Augenoberfläche deutlich. Oxidativer Stress gilt als ein Faktor bei Keratokonus, da erhöhte ROS-Mengen zur fortschreitenden Ausdünnung und Verformung der Hornhaut beitragen können. Ziel der Studie war es, den Einfluss der Therapie mit Sklerallinsen auf diese Stressmarker zu untersuchen.
Insgesamt wurden 26 Keratokonus-Augen untersucht. Gemessen wurde der ROS-Gehalt in der Tränenflüssigkeit zu Studienbeginn, nach sechs Stunden Linsentragen an Tag Eins sowie nach einem Monat. Zusätzlich wurde das Flüssigkeitsreservoir der Sklerallinsen analysiert. Ergänzend erfassten die Forschenden Sehschärfe, Tränenproduktion (Schirmer-Test) und den Ocular Surface Disease Index (OSDI) zur Beurteilung von Beschwerden der Augenoberfläche. Die gewonnenen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Sklerallinsen nicht nur optische Vorteile bieten, sondern möglicherweise auch oxidativen Stress reduzieren und so protektive Effekte bei der Progression des Keratokonus haben könnten. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um die langfristige Bedeutung dieser Ergebnisse für die Krankheitsentwicklung und Therapie abschließend zu klären. Hier geht es zur Originalstudie.