Auslandssemester in Katalonien Drei Aalener Studentinnen zwischen Klinikalltag und Mittelmeer

HS Aalen

Lena Ruthmann, Lilly Argauer und Jule Ückert: Neben dem Studium blieb Zeit, Katalonien und seine abwechslungsreiche Landschaft zu erkunden. 

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Die Studierenden Lena Ruthmann, Lilly Argauer und Jule Ückert von der Hochschule Aalen verbrachten ihr Auslandssemester an der Universitat Politècnica de Catalunya in Terrassa bei Barcelona. In ihrem Erfahrungsbericht erzählen sie von klinischer Optometrie mit den Schwerpunkten Strabismus und Kinderoptometrie, Vorlesungen auf Englisch und einem Alltag zwischen Tapas, Menschentürmen und Strand. Die Entscheidung für Barcelona fiel den drei Studentinnen leicht. Keine von ihnen war zuvor dort gewesen, doch die Kombination aus Großstadt und Meer hatte sie gereizt. Als sie ankamen, herrschte noch Spätsommer. Die ersten Wochen nutzten sie deshalb häufig, um die Küste und verschiedene Strände kennenzulernen. Ihr Studienalltag spielte sich allerdings nicht direkt in Barcelona ab, sondern in Terrassa, rund 45 Zugminuten entfernt. Die Entfernung empfanden die Studentinnen nicht als Problem. Mit einem 90-Tage-Ticket für 45 Euro konnten sie regelmäßig nach Barcelona fahren und besuchten die Stadt etwa einmal pro Woche.

Ein wesentlicher Grund für die Wahl der Hochschule war die angrenzende Klinik. Die Facultat d’Òptica i Optometria de Terrassa gehört zur Universitat Politècnica de Catalunya (UPC). Ihr ist das Centre Universitari de la Visió angeschlossen. Für die drei Studentinnen bedeutete das einen hohen Praxisanteil während des gesamten Semesters. Besonders intensiv beschäftigten sie sich mit Strabismus und Kinderoptometrie. In letzterem Fach stand am Ende sogar eine praktische Prüfung an. Die Vorlesungen fanden auf Englisch statt und waren fast immer mit einem Praktikum verbunden. Dass sich theoretische Inhalte unmittelbar praktisch anwenden ließen, empfanden die Studentinnen als besonders hilfreich. Auch die Prüfungsformen waren vielfältig: Neben schriftlichen Prüfungen standen mündliche und praktische Leistungsnachweise auf dem Programm. Gewöhnungsbedürftig war für die drei zunächst der Umgang mit den Lehrenden. Professorinnen und Professoren wurden geduzt, insgesamt erlebten sie das Verhältnis als persönlicher als in Deutschland. Hinzu kam ein individuelles Projekt, an dem sie über ein halbes Jahr arbeiteten. Rückblickend sehen sie darin eine gute Vorbereitung auf die Bachelorarbeit.

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Auch die praktische Ausbildung kam nicht zu kurz: Lena Ruthmann, Lilly Argauer und Jule Ückert während ihres Auslandssemesters in Terrassa.

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Tapas, Castells und Correfocs

Die drei Aalener Studentinnen waren die einzigen Erasmus-Studierenden ihres Studiengangs. Das hatte aus ihrer Sicht einen entscheidenden Vorteil: Sie kamen schnell mit ihren einheimischen Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontakt. Sie berichten von einem herzlichen Empfang und gemeinsamen Freizeitaktivitäten, die vom Kegeln über Barbesuche bis zu Universitätsfeiern reichten. Weitere Bekanntschaften machten sie bereits vor Vorlesungsbeginn. In der Woche davor besuchten sie täglich einen Katalanischkurs, bei dem sie Menschen aus verschiedenen Ländern kennenlernten. Regelmäßige Erasmus-Treffen boten zusätzliche Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen. Auch die katalanischen Traditionen hinterließen Eindruck. Besonders in Erinnerung blieben ihnen die Castells, die für Katalonien typischen Menschentürme. Sogar die Universität hat ein eigenes Team, das die Studentinnen in Aktion erlebten. Eine weitere Besonderheit waren die Correfocs, bei denen verkleidete Gruppen mit funkensprühendem Feuerwerk durch die Straßen ziehen. An den anderen Tagesrhythmus mussten sich die drei ebenfalls erst gewöhnen. Abendessen gab es häufig erst gegen 21 oder 22 Uhr, Feiern begannen kaum vor Mitternacht. Auch die gemeinsame Esskultur fiel ihnen auf: Tapas wurden geteilt, und das gesellschaftliche Leben spielte sich oft in Bars ab. Die Menschen erlebten sie als offen und kontaktfreudig. Neben dem Studium blieb ausreichend Zeit, Barcelona zu erkunden. Bei ihren regelmäßigen Besuchen besichtigten sie nahezu alle bekannten Sehenswürdigkeiten, entdeckten Cafés, Tapas-Bars und versteckte Ecken. Hinzu kamen Nationalfeste und kostenlose Konzerte. Auch andere spanische Städte standen auf ihrem Reiseplan, darunter Bilbao, Madrid und Valencia.

Im Rückblick

Für Lena Ruthmann, Lilly Argauer und Jule Ückert war das Auslandssemester in Terrassa sowohl fachlich als auch persönlich eine bereichernde Erfahrung. Besonders die praktische Arbeit in der Klinik sehen sie als Gewinn für ihr Studium. Gleichzeitig schätzten sie die Nähe zu Barcelona, den engen Kontakt zu einheimischen Studierenden und die Einblicke in den katalanischen Alltag. Ihr Fazit fällt entsprechend positiv aus: Wer Augenoptik oder Optometrie studiert und über ein Auslandssemester nachdenkt, sollte Terrassa aus ihrer Sicht auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Geschrieben von

Nicole Bengeser

Nicole Bengeser

Fachredakteurin & Augenoptikerin

Nicole Bengeser bringt als Augenoptikerin Fachwissen und als leidenschaftliche Redakteurin journalistisches Gespür zusammen. Beim DOZ-Verlag widmet sie sich mit Neugier den Trends, Debatten und Entwicklungen der Augenoptik.

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