Wir waren vor Ort 38. IVBS Jahreskongress in Ludwigsburg

Preisverleihung IVBS-Jahreskongress

Jens Haase (links) verleiht Jan Dominiczak den Hans-Joachim-Haase-Preis für sein Engagement. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

© DOZ/ Lisa Meinl

Am vergangenen Wochenende fand unweit des Ludwigsburger Schlosses der 38. Jahreskongress der Internationalen Vereinigung für Binokulares Sehen (IVBS) statt. Wie bei der IVBS nicht anders zu erwarten, drehten sich beide Kongresstage um das Thema Binokularsehen. Rund 50 Interessierte kamen zusammen und nutzten sowohl die Vorträge als auch die Pausen und Tischgespräche für den fachlichen und persönlichen Austausch.

Ein emotionaler Moment war die Verleihung des mit 2.500 Euro dotierten Hans-Joachim-Haase-Preises am Sonntag. Neun Jahre nach der letzten Ehrung wurde die Auszeichnung an Jan Dominiczak für sein jahrzehntelanges Engagement für besseres Sehen bei Kindern verliehen. Am Morgen hatte Dominiczak noch mit dem Vortrag „Millionenreichweite für besseres Sehen – wie binokulares Sehen Bildungschancen sichert und die Augenoptik neu positioniert“ referiert. Bereits während seines Vortrags wurde den Teilnehmenden sein persönliches Engagement deutlich, als er von einem konkreten Fall berichtete.

Der studierte Pädagoge entwickelte einen Nachfahrbogen zur Erfassung visueller Auffälligkeiten und verweist betroffene Kinder an Augenoptikerinnen und Augenoptiker, damit ihnen geholfen werden kann. Mittlerweile erreicht Dominiczak mit seinen Inhalten auf YouTube und TikTok ein breites Publikum.

Der Preis wurde von Jens Haase, dem Sohn von Hans-Joachim Haase, verliehen. Die Laudatio hielt Elke Brandt, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der IVBS. Sie begann vor rund 20 Jahren nach einer Schulung durch Dominiczak mit der Versorgung von Kindern.

Bunt gemischte Verträge

Neben den Vorträgen von Dominiczak referierten am Samstag und Sonntag unter anderem Volkhard Schroth, Michael Hornig und Bernhard Peuckert zu Themen wie „Die MKH im Blick der Wissenschaft“ oder „Visuelle Leistungsparameter zur Erfolgskontrolle“.

Peuckert berichtete dabei über ein Projekt, an dem derzeit 20 Betriebe beteiligt sind und bei dem visuelle Parameter nach einem einheitlichen Schema gemessen werden. Hintergrund sei die bislang wenig standardisierte Erfolgskontrolle bei Prismenversorgungen. Derzeit werde meist lediglich erfasst, ob sich asthenopische Beschwerden verändert, verbessert oder vollständig zurückgebildet haben. Die Aussagekraft solcher subjektiven Rückmeldungen sei jedoch begrenzt. Deshalb wird aktuell untersucht, ob und wie sich der Erfolg einer Versorgung durch objektiv messbare Parameter erfassen lässt.

Der nächste Jahreskongress findet vom 5. bis 6. Juni 2027 in Siegburg bei Bonn statt.

Geschrieben von

Lisa meinl

Lisa Meinl

Augenoptikermeisterin

Als Augenoptikermeisterin kennt Lisa Meinl die Branche und bringt dieses Know-how beim DOZ-Verlag ein: ob bei der Suche nach Fachautoren und Fachthemen, neuen Ideen für Fachbücher und den COE Campus.

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