Halbjahreszahlen Zeiss Meditec startet Spar- und Umbauprogramm
13.05.2026
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Die Halbjahreszahlen von Carl Zeiss Meditec AG zeigen sinkende Margen und zunehmenden Druck im China-Geschäft. Mit dem Programm „ProfitUp“ reagiert das Unternehmen nun mit einem umfassenden Umbau.
Die Carl Zeiss Meditec AG hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet und gleichzeitig ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Profitabilität angekündigt. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf 991 Mio. Euro. Währungsbereinigt lag der Rückgang bei 1 Prozent. Belastet wurde die Entwicklung unter anderem durch negative Währungseffekte, ein schwächeres Investitionsumfeld sowie rückläufige Verkäufe im Geschäft mit Intraokularlinsen (IOL). Besonders betroffen waren diagnostische Geräte und das China-Geschäft. Das operative EBITA fiel von 113,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 39 Mio. Euro. Darin enthalten sind mehrere Sonderbelastungen, darunter Abschreibungen auf Entwicklungsprojekte aus der Akquisition von Infinite Vision Optics, höhere Rechtskosten sowie Belastungen aus der Rücknahme bifokaler Intraokularlinsen in China. Bereinigt um diese Sondereffekte lag das EBITA bei 60,5 Mio. Euro nach 112,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die bereinigte EBITA-Marge sank von 10,7 auf 6,1 Prozent.
Vor allem die strategische Geschäftseinheit Ophthalmology entwickelte sich schwächer. Der Umsatz ging dort um 6,7 Prozent auf 753,8 Mio. Euro (währungsbereinigt: -4,2%) zurück. Nach Unternehmensangaben wirkten sich neben Währungseffekten insbesondere der Wegfall bifokaler IOLs aus staatlichen Ausschreibungen in China sowie schwächere Geräteauslieferungen negativ aus.
Die veröffentlichten Zahlen betreffen ausschließlich die börsennotierte Medizintechnik-Tochter Carl Zeiss Meditec AG. Das klassische Brillenglasgeschäft von ZEISS Vision Care gehört zur Zeiss-Konzernsparte „Consumer Markets“ und ist nicht Teil des Halbjahresberichts.
Auch regional ein uneinheitliches Bild
Während die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) um 4,8 Prozent zulegte (währungsbereinigt: +5,6 %), gingen die Umsätze in Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) um 11,1 Prozent (währungsbereinigt: -3,5 %) und in APAC (Asien-Pazifik-Raum) um 10 Prozent (währungsbereinigt: -8,6 %) zurück. Als Ursache nennt das Unternehmen unter anderem geopolitische Unsicherheiten und eine zunehmende Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen kleinerer und mittlerer Kliniken sowie Arztpraxen.
Mit dem Programm „ProfitUp“ plant Zeiss Meditec nun umfangreiche Kosten-, Struktur- und Portfoliomaßnahmen. Ziel sei es laut Zeiss, die jährliche Ertragskraft bis 2028/29 um mehr als 200 Mio. Euro zu verbessern. Vorgesehen sind unter anderem Optimierungen der Lieferkette, Portfolio-Bereinigungen, Verlagerungen von Entwicklungsaktivitäten in kostengünstigere Länder, sowie Einsparungen bei Personal- und Verwaltungskosten.
Brillenglasgeschäft nicht direkt betroffen
Nach Unternehmensangaben könnten im Rahmen der Maßnahmen weltweit bis zu 1.000 Stellen betroffen sein. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf steigende Infrastrukturkosten, etwa durch neue ERP- und CRM-Systeme, höhere Shared-Services-Kosten innerhalb der Zeiss Gruppe sowie Investitionen in den Standort Jena. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 erwartet Zeiss Meditec Einmalaufwendungen und Investitionen von insgesamt bis zu 150 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2025/26 werde ein Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Mrd. Euro erwartet. Währungsbereinigt rechnet Zeiss Meditec mit einem annähernd stabilen Umsatz. Die bereinigte EBITA-Marge soll zwischen 8 und 10 Prozent liegen.