Opti 2020 mit Linsenunverträglichkeit

Veröffentlichungsdatum: 
18.07.2019
Autor:
Stephan Schenk
Rubrik
Messe
Wird es bald leerer auf der Opti?
© DOZ

Es war ein Paukenschlag, als Alcon Anfang der Woche ankündigte, nicht auf der Opti 2020 auszustellen und dann auch Bausch + Lomb auf Nachfrage mitteilte, der Messe fernbleiben zu wollen. Rechnet man hinzu, dass Johnson & Johnson die Messe schon seit Jahren meidet, ist dies ein mächtiger Aderlass. Grassiert in München eine Linsenunverträglichkeit? Droht nun der berühmt-berüchtigte Dominoeffekt? Die DOZ hörte sich auf dem Markt um.

Reaktionen weiterer Lieferanten

Bei Cooper Vision plant man „derzeit trotz der geführten Diskussionen im Zusammenhang mit der Opti 2019 mit einer erneuten Teilnahme“. Wie allerdings das von Jérôme Kuzio, Marketingleiter Cooper Vision DACH, verwendete Wörtchen „derzeit“ verrät, ist durchaus noch Restdruck im Kessel. Menicon-Geschäftsführer Anton Scherer zeigt sich noch reservierter: „Wir sind sehr unzufrieden mit der Entscheidung des Messeveranstalters, die Kontaktlinsen wieder in Halle C6 zu positionieren.“ Die finale Zu- oder Absage hänge von der Standplatzierung ab.

Auch Josipa Kern, General Manager Northern & Central Europe Mark’Ennovy, lässt in ihrem Statement deutliche Kritik an der Messe durchklingen, bleibt der Veranstaltung aber treu: „Wie es so im Leben ist, es läuft nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Wir werden aber nicht auf die Opti verzichten, sondern werden uns überraschen lassen. Manchmal wird man unerwartet positiv überrascht.“

Kein Wort der Kritik kommt von Lothar Haase, geschäftsführender Gesellschafter Wöhlk Contactlinsen: „Wöhlk bleibt Wöhlk und ist daher mit einem Stand vertreten.“ Und Mario Rehnert, Anwendungstechnik Hecht Contactlinsen, gibt ein Statement pro Opti ab: „Die Opti war und ist für uns eine wertvolle Möglichkeit, mit unseren Kunden, unseren Partnern aus der Industrie und den Hochschulen in direktem Kontakt zu sein. Das möchten wir nicht missen!“

Statement der GHM

Wie aber reagiert der Messeveranstalter GHM? Wie wollen die Münchener den C6-Geist wieder in die Flasche bekommen? Und gibt es weiteren Aderlass? Andreas Ritter, Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GHM: „Außer den bereits bekannten liegen uns keine weiteren Nachrichten zu Nicht-Teilnahmen vor… Wir haben aus vielen Gesprächen und Treffen während und auch nach der Messe – unter anderem von den KL-Herstellern – wertvolle Anregungen mitgenommen, die wir auf der Opti 2020 umsetzen. Sie werden dazu beitragen, die Hallen C5, C6 und den Eingang Nord-Ost, die 2019 neu waren, bei der Opti 2020 zu stärken und eine paritätische Verteilung der Besucherströme zu erreichen.“

Zwischenfazit

Paritätische Besucherströme sind sicherlich eine notwendige Bedingung für eine gute Frequenz in C6 – allerdings keine hinreichende Bedingung. Denn die Halle verliert durch die Absagen von Alcon sowie Bausch + Lomb stark an Attraktivität und Ausstellungsfläche. Ihr droht 2020 damit das gleiche Schicksal wie der Halle C4: Ein großer Teil der Messebesucher nimmt sie dann nur noch als Hindernis auf dem Weg zu den Glaslieferanten in Halle C5 wahr…