Kontaktlinsenhersteller bester Laune

Mikrofon
Die DOZ hörte sich bei den Kontaktlinsenherstellern auf der Opti um.
© istockphoto.com/Spauln

Die Kontaktlinse erfreut sich im deutschsprachigen Raum im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher nicht allzu großer Beliebtheit. Wie Hersteller auf der augenoptischen Leitmesse in München bestätigten, bezieht sich dieses auf Augenoptiker und Endkunden gleichermaßen. Dass die Hersteller des klitzekleinen Etwas, das idealerweise auf dem Tränenfilm seines Trägers gleitet, dennoch von einer „gelungenen“ und „erfolgreichen“ Messe sprechen, erfuhren wir beim Streifzug durch die Halle C4 der Opti 2018.

Fragen:

1 Wie hat Ihnen die  Opti 2018 gefallen?
2 Welches Potenzial sehen  Sie in „Smart Lenses“?
3  Wo steht der Kontaktlinsenmarkt im deutschsprachigen Raum in zehn Jahren?

Einzelne Antworten fehlen – hier wurde(n) unsere Frage(n) vom jeweiligen Gesprächspartner offen gelassen

Jérôme Kuzio (li.), Head of Marketing DACH CooperVision, zusammen mit Katharina Kern, Trade Marketing Manager

1 Sehr gut! Wir hatten etwas weniger Frequenz als im letzten Jahr, dafür aber sehr gute Gespräche. Wir bekommen positives Feedback und sind sehr happy.
2 Ich glaube, dass man die Augen als Organ noch weiter nutzen kann. Gerade im medizinischen Bereich steckt noch viel Potenzial, um das Thema Kontaktlinse weiter zu forcieren.
3 Meiner Meinung nach wird sich das Massengeschäft durchsetzen. Der Verbraucher möchte etwas haben, das einfach, schnell und konvenient  ist. Das widerspricht dem Ansatz der individuellen  Kontaktlinse. Wobei auch die individuelle Kontaktlinse ihre Daseinsberechtigung hat.

Jerome Kuzio und Katharina Kern


Ellen Fries, Leiterin Marketing und Professional Service, Menicon GmbH

1 Wir sind ganz zufrieden, die Leute sind gut drauf. Eine schöne Messe.
2 Smart Lenses sind eine wirklich tolle Sache – wenn sie funktionieren. Wenn beispielsweise ein Diabetiker dadurch nicht mehr stechen muss, wäre das großartig.
3 Es gibt verschiedene Zielgruppen. Individuelle Lösungen, auch in anderen Bereichen, liegen stark im Trend.

Ellen Fries


Ralf Gotter, Commercial Director Vision Care Bausch + Lomb,  zusammen mit seinem Team

1 Die Opti ist für uns super gelaufen. Ich glaube, wir werden ein sehr positives Resümee ziehen können.
3 In Südeuropa und Skandinavien gibt es im Vergleich zum deutschsprachigen Raum eine sehr viel höhere Kontaktlinsendurchdringung des Marktes. In den nächsten zehn Jahren wird die Kontaktlinse auch bei uns an Bedeutung gewinnen. Dazu bedarf es des Schulterschlusses in der Industrie und auch ein Umdenken  beim einzelnen Augenoptiker.

Ralf Gotter und andere


Nadine Ohletz (li.), Vertriebsdirektorin Deutschland & Österreich, Mark’ennovy, und Jürgen Hartz, Regionalverkaufsleitung Nord

1 Super! Wir haben uns dieses Jahr neu aufgestellt. Statt eines eigenen Standes haben wir eine Art Meeting­Point bei der Firma Oculus, mit der wir zusammen auch Seminare abhalten. Das ist eine tolle Symbiose, die wirklich Spaß macht.
3 Es wird mehr individuelle Linsen geben müssen, da sich die Augen der Menschen und ihre Erfordernisse verändern. Zudem sind die Instrumente, mit denen der Augenoptiker heute misst, genauer. Wir haben präzisere Parameter, nach denen gearbeitet werden kann.

Nadine Ohletz und Jürgen Hartz


Annette Kreidler, Marketing Manager Johnson & Johnson

3 Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Markt stärker in Richtung Individualisierung der Linsen entwickelt; also spezifischer auf die physiologischen Bedürfnisse des individuellen Auges zugeschnitten. Die Myopiekontrolle und die Smart­Technology werden an Bedeutung gewinnen. Wir gehen von einer zunehmenden Hybridisierung aus, da die Onliner wissen, dass die Anpassung durch Fachpersonal vorgenommen werden muss.

Anette Kreidler


Mario Rehnert, Anwendungstechnik, Hecht Contactlinsen GmbH

1 Für uns war die Opti sehr positiv. Viele Stammkunden kommen zu uns und das wird natürlich bei uns Südbaden ganz groß geschrieben.
2 Smart Lenses werden sicher noch viel Entwicklungsarbeit brauchen. Man muss unterscheiden, ob man vom technischen Einsatz oder von adaptiven Optiken redet, mit Technologie in der Linse. Das Grundproblem wird der Platz und die Energieversorgung sein.
3 Wir sehen die Zukunft in der individualisierten Kontaktlinsenversorgung. Wir haben 80 Prozent formstabile Linsen. Es gibt einen Trend zur Individualität, um sich vom Massenmarkt abzuheben.

Mario Rehnert


Anja Clages, Senior Product  Manager MPG&E

1 Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten viele gute und freundschaftliche Kundenkontakte.
2 Ein ganz interessantes Feld mit viel Potenzial. In zehn Jahren wird es voraussichtlich auch in diesem Segment praktikable Ergebnisse geben.
3 Ich denke, dass der Internethandel weiter gewinnt, so dass der Nachkauf von Tauschlinsen dort stattfinden wird. Die Ketten werden weiter wachsen. Die traditionellen Augenoptiker müssen sich stärker als Sehberater positionieren.

Anja Clages


Oliver Gubler (li.), Geschäftsführer und Inhaber Falco Linsen AG, und Markus Lüchinger, Geschäfts inhaber und Verwaltungspräsident

1 Eine sehr gut organisierte Messe!
2 Ich finde Smart Lenses grundsätzlich eine geniale Idee. Jedoch muss eine solche Linse extrem gut angepasst  werden. Es wird die größte  Hürde sein, fähige Anpasser zu finden, die garantieren können, dass die Linse funktioniert.
3 Es wird die Austauschlinse geben, die die große Masse anspricht, und es wird die individualisierte Linse geben, die dann angewendet wird, wenn Probleme da sind. Im Moment erlebt sie ja ein kleines Revival.

Oliver Gubler

Alle Fotos: Judith Kern