"Der Preiskampf wird bei den Gleitsichtgläsern entschieden“

Zu Besuch in einer Glasmanufaktur

Es gibt nur noch wenige freie Rezeptschleifereien in Deutschland. Eine davon ist Optik Glas Oesterlein (OGA) in Bayern. Bei einer Führung durch die Produktion berichtet Geschäftsführer Thomas Krausgrill von den Herausforderungen der kleinen Manufakturen in Deutschland und erklärt, warum das mittelständische Unternehmen künftig mehr auf medizinische Gläser und Kantenfilter setzt.
 Glasmanufaktur OGA

OGA-Geschäftsführer Thomas Krausgrill kennt sich mit Maschinen und der Brillenglasfertigung bestens aus. In den vergangenen 20 Jahren war er als General Manager für Brillenoptikmaschinen bei Optotech, ehe er 2020 zur bayrischen Glasmanufaktur kam.

© DOZ

150 Kunststoffgläser sind beim Fräsen und Polieren, 100 beim Reinigen, 20 in der Färberei und 80 beim Beschichten: Eine kleine Anzeigetafel am Eingang der Fertigungshalle von Optik Glas Oesterlein (OGA) zeigt an, welche Prozesse gerade in den Räumlichkeiten ablaufen. Doch wer glaubt, in den Räumen des mittelständischen Unternehmens herrsche beim Besuch der DOZ an einem Mittwochmorgen im Februar um 10 Uhr ein reges Treiben, der irrt. Zwar dröhnen die Freiformpolier- und Fräsmaschinen laut, doch Bayerische Glasmanufaktur setzt auf Brillengläser „Made in Germany“ „Der Preiskampf wird bei den Gleitsichtgläsern entschieden“ nur wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufen mit Schalen, in denen die Brillengläser liegen, hin und her. Das hat nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, sondern „mit den weitreichenden Veränderungen in der Brillenglasentwicklung und -fertigung in den vergangenen Jahren“, erklärt OGA-Geschäftsführer Thomas Krausgrill. Stichwort: Automatisierung der Produktion. „Gleichzeitig sind die Ansprüche an die Glasproduktion durch die aufwendigen Beschichtungs- und Veredlungsverfahren Gläser enorm gestiegen“, sagt Krausgrill, als er vor einer Maschine steht, die in Sekundenschnelle runde, ovale oder andersförmige Gläser poliert.

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