Das Sehen beginnt vorne Wie das Trockene Auge unsere Sehqualität beeinflusst

Blick ins Auge

Der Tränenfilm spielt nicht nur bei der Kontaktlinsenanpassung eine entscheidende Rolle. Auch für die allgemeine Sehqualität ist er essenziell.

© Stefan Bandlitz

Erstveröffentlichung in der DOZ 06/26.

Gutes Sehen wird häufig mit einer hohen Sehschärfe gleichgesetzt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Kunden trotz eines unauffälligen Visus über verschwommenes, instabiles oder anstrengendes Sehen klagen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Tränenfilm – die vorderste optische Grenzfläche des Auges. Die Aussage „Das Sehen beginnt vorne“ bringt auf den Punkt, dass die Qualität des Netzhautbildes wesentlich von einem stabilen und intakten Tränenfilm sowie von einer gesunden Augenoberfläche abhängt. Bei Kunden mit trockenen Augen führt eine verminderte Stabilität des Tränenfilms zu einer früheren und schnelleren Störung seiner Morphologie nach dem Blinzeln. Dies führt zu Veränderungen der optischen Qualität des Tränenfilms, einer verminderten Bildqualität auf der Netzhaut und infolgedessen zu einer Zunahme der Sehbeschwerden. Die mit einer verminderten optischen Qualität des Tränenfilms beim Trockenen Auge verbundenen Sehstörungen sind jedoch mit herkömmlichen Sehschärfemessungen in der Regel schwer zu erkennen (Pan et al., 2023).

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