Hilfe bei Gesichtsfeldeinschränkungen

Visus übernimmt Vertrieb von Visiocoach

Der Sehtrainingsspezialist Visus hat den Vertrieb des erst kürzlich zugelassenen Medizinproduktes Visiocoach von Odilia Vision übernommen. Die Software soll bei Halbseiten-Gesichtsfeldausfällen, die durch Hirnschädigungen aufgrund von Schlaganfall, Verletzung oder Tumor hervorgerufen werden, helfen.
Opa und Enkelkind sitzen am Laptop

Ältere Menschen und auch Kinder können mit dem Programm trainieren.

© Adobe Stock / VadimGuzhva

Die Universitätsaugenklinik Tübingen hat eine Software für das Sehtraining bei Patienten mit Gesichtsfeldeinschränkungen, den sogenannten Visiocoach, entwickelt. Das Programm wurde im Sommer dieses Jahres als medizinisches Trainingsprogramm zugelassen; die Odilia Vision GmbH wurde dazu im Frühjahr gegründet, um die Entwicklung der Produktereihe als Medizinprodukt voranzutreiben. Nun gab das Unternehmen Visus bekannt, dass es als Vertriebspartner für das Trainingstool mit Odilia kooperiert. „Visus konnte sich erfolgreich als Vertriebspartner qualifizieren“, erklärte Dr. Stephan Küster, Geschäftsführer von Odilia Vision.

Die Einsatzgebiete der Trainingssoftware sind Homonyme Hemianopsie, Quadrantenanopsie sowie konzentrische Einengung des Gesichtsfeldes bei degenerativen Netzhauterkrankungen, wie Retinitis pigmentosa. Das Programm ist für Erwachsene und Schulkinder ab 6 Jahren geeignet.

Mit Visiocoach wird beim Patienten die Aufmerksamkeit für die blinde Seite des Gesichtsfeldes trainiert und gestärkt. Innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Wochen absolvieren die Anwender Suchaufgaben am Computer und erlernen durch das tägliche Üben eine Strategie, Objekte, die sich im blinden Bereich des Gesichtsfeldes befinden, schneller und sicherer aufzufinden. Nach Angaben des Herstellers kehrt die Orientierungsfähigkeit der Patienten durch das Training zurück. Die Aufnahme des Programms in das Heilmitteverzeichnis und in das Verzeichnis digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wurden beantragt, um die Kosten von den Krankenkassen erstattet zu bekommenn