Branche verfügt in puncto Refraktivwissen über alle Tools für solide Beratung Refraktivwissen: „Besser beim Augenoptiker als bei Google informieren“
29.05.2026
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Augenoptikerinnen und Augenoptiker können entlang des refraktivchirurgischen Behandlungsprozesses eine wichtige Rolle einnehmen können.
Erstveröffentlichung in der DOZ 06/2026
DOZ: Frau Hillebrand, Sie haben bei unserem ersten Kontakt erwähnt, dass es in der Beratung rund um refraktive Verfahren viel Aufklärungsbedarf gibt. Was meinen Sie damit?
Chiara Hillebrand: Es kursieren nach wie vor Mythen – über Astigmatismus, Kontaktlinsenfolgen oder Operationsverfahren. Viele Kunden haben Dinge gehört, die schlicht nicht stimmen. Und bei Augenoptikern fehlt oft das Wissen über medizinische Zusammenhänge, die für Beratung eigentlich zentral wären.
Woran liegt es, dass bestimmte Themen dort noch nicht so stark verankert sind?
Hillebrand: In der Ausbildung liegt der Fokus eher auf Optik und Handwerk. Medizinische Aspekte – etwa Endothelveränderungen bei langjährigem Kontaktlinsentragen – kommen zu kurz. Auch Meisterschülerinnen und Meisterschüler staunen bei uns oft über die klinische Sicht auf diverse Themen.
Amir-Mobarez Parasta: Das betrifft selbst sehr gute Kontaktlinsenanpasser. Ein Beispiel: Eine Patientin wurde wegen des Verdachts auf Ptosis vom Augenoptiker zu uns geschickt. Tatsächlich war es eine kontaktlinseninduzierte Pseudoptosis. Eine Operation hätte der Patientin massiv geschadet. Solche Fälle entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil Augenoptik und Medizin an manchen Stellen noch nicht gut genug verzahnt sind.
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