Die Opti-Community liebt ihre Messe – und glaubt an sie

Opti 2024: Volle Gänge, zufriedene Gesichter, positive Stimmung

Im Vorfeld war es eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude, in Nachgang ein Mix aus Überraschung und Erleichterung – die Opti 2024 erfüllte bei vielen die Erwartungen und darf sich über einen gelungenen Restart freuen. Die Rückkehr zahlreicher Key-Player, das gestiegene Besucherinteresse, die konzeptionellen Anpassungen und Neuerungen machten den Branchenauftakt zu einer stimmigen Veranstaltung. Dringend benötigter Rückenwind nicht nur Richtung 2025.
opti Aufmacher

Erstveröffentlicht in der DOZ 02I24

Als am Messesonntag um 17 Uhr die offizielle Durchsage das Ende der Opti 2024 verkündet, sind nur noch vereinzelt Besucherinnen und Besucher in den Hallen zu finden. Die ersten Aussteller haben ohnehin schon ihre Sachen zusammengepackt. Man schaut in müde Gesichter und trotzdem ist da noch dieses Funkeln der letzten drei Tage zu erkennen. Drei Tage in München, die gezeigt haben, dass die Opti den Turnaround geschafft hat, dass die Mühe und Arbeit von Messeleiterin Cathleen Kabashi und ihrem Team in den vergangenen Monaten Früchte getragen hat. Und so sucht man nach kritischen Tönen zwar nicht vergeblich, doch überwiegen eindeutig die positiven Eindrücke von drei Tagen Branchentreff.

Denn genau das war es: ein familiäres Treffen einer Branche, die auch den widrigen Umständen mit Lokführerstreik und Lkw-Demo kurz vor dem Start beziehungsweise am Messefreitag trotzte. So verzeichnete die Messe an allen drei Tagen ein deutliches Besucher-Plus im Vergleich zum Vorjahr (insgesamt kamen 21.500 Besucher, über 40 Prozent mehr als noch 2023). Und insbesondere der Samstag stach heraus: Bereits kurz nach Öffnen der Tore strömten die Massen in die Hallen. Egal ob in den Hallen C1 und C2, die auch diesmal klassisch dem Bereich Fassungen vorbehalten waren, oder in den Hallen C3 und C4 – auf den Gängen und insbesondere auf den Ständen war es beinahe durchgehend voll, immer wieder gab es freudige Begegnungen zwischen Kolleginnen und Freunden. „Das war der beste Messesamstag seit langem“, war ein Satz, den man nicht nur einmal hörte.

Platz zum Verschnaufen und kostenlose Getränke obendrauf

Kleinere und größerer Veränderungen hatte die Gesellschaft für Handwerkmessen (GHM) als Organisator der Messe angekündigt und zahlreiche Konzept-Über-arbeitungen angestoßen. Die insgesamt vier Hubs (die DOZ engagierte sich im Rahmen einer von Carolin Truckenbrod moderierten und sehr gut besuchten Diskussionsrunde im Myopie-Hub) fanden guten Zuspruch, in der neuen Runway-Bar in Halle C3 gab es nicht nur ausreichend Platz für eine kurze Verschnaufpause, sondern kostenlose Getränke gleich obendrauf. Fortbildung und Verweilmöglichkeiten: zwei Elemente, die unter anderem im Aufgabenbuch der GHM nach dem Roundtable im vergangenen Juli in Frankfurt (siehe DOZ 08/23) gestanden hatten und die nun auch umgesetzt wurden. „Die guten Besucherzahlen [der Hubs] zeigen uns, dass wir mit dem Konzept richtig liegen und die Reise in diese Richtung nächstes Jahr weitergehen wird“, resümierte Kabashi.

Opti Team

Auch die DOZ präsentierte sich mit eigenem Stand auf der Opti und rückte die Themen COE Campus, Sublime Eyewear und Buch in den Fokus

Eine andere Fläche erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit: die gemeinsame Sonderfläche der Kontaktlinsenindustrie. Unter dem Motto „Linse im Fokus“ konnte man hier kostenlos eine Aufnahme der eigenen Iris machen lassen – musste dafür aber etwas Geduld mitbringen. Denn obwohl das Fotografenteam ohne Pause eine Aufnahme nach der anderen schoss, konnten längere Wartezeiten nicht vermieden werden. Luxusprobleme im Vergleich zu den Vorjahren – in denen der gerade die Kontaktlinsenhersteller ihren Unmut äußerten und sich zeitweise von der Messe abwendeten. Mit Menicon, CooperVision, Falco und Galifa, Mark’ennovy, Wöhlk/Seed, Appenzeller, SwissLens, Hetych oder Techlens kehrten gleich zahlreiche Aussteller zurück, die ebenso positive Messefazits zogen wie MPG&E und Hecht, die im vergangenen Jahr die Fahne hochgehalten hatten. Nicht ausgeschlossen, dass dies auch noch Auswirkungen auf andere Hersteller wie Bausch & Lomb oder Alcon haben könnte, die in diesem Jahr weiter aussetzten.

Auch die Glasindustrie kehrte mit voller Wucht zurück, nachdem im vergangenen Jahr lediglich Opti swiss als reiner Glaslieferant den Weg nach München gefunden hatte (und auch diesmal dabei war). Zeiss und Rodenstock beeindruckten mit ihren großen Ständen, die am Ende der Halle C4 den Opti-Abschluss bildeten (und sich überdies am Samstagabend mit ihren Standpartys ein kleines Feier-Battle lieferten). Gerade die Umstrukturierung, die großen Aussteller im Süden der Halle anzusiedeln, zahlte sich aus. Als Ankerpunkte sorgten sie dafür, dass sich das Gros der Besucher quer durch die Halle bewegte und so alle partizipierten. Auch Hoya/Seiko und Visall kehrten zurück, währenddessen Leica Eyecare gar seine Opti-Premiere feierte. Als einziger Glaslieferant nicht in Halle C4 zu finden war Essilor, allerdings präsentierte sich EssilorLuxottica als Gesamtunternehmen in Halle C3 mit einem Stand, der die drei Konzernwelten Glas, Geräte und natürlich Fassungen miteinander verband.

Während der Samstagabend mit insgesamt zehn Standpartys ganz im Zeichen der Ausstellerevents stand, hatte am ersten Messeabend die volle Konzentration der offiziellen Opti-Party gegolten. Dabei wurde die maximale Kapazität von 600 Gästen zeitweise völlig ausgereizt, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat – im Gegenteil. Bei DJ-Klängen und Freigetränken wurde ausgelassen gefeiert, bei Ausstellenden sowie Besucherinnen und Besuchern fand die Party gleichermaßen guten Anklang.

„Ansteckende Stimmung, die uns gegenseitig viel Mut gegeben hat“

Entsprechend positiv gestaltete sich das Gesamtfazit auch bei Mirja Rösch, in deren Brust als Vorsitzende des Industrieverbands Spectaris sowie als Geschäftsführerin von Hoya gleich zwei Herzen in Sachen Opti schlagen. „Das große Engagement und die vielen strategischen Überlegungen der GHM während der zurückliegenden zwölf Monate haben auf allen Ebenen gegriffen und sind komplett aufgegangen. Die Hallen waren voll, die vielen Fans der Opti haben dem Bahnstreik entschlossen die Stirn geboten und sind zum Teil einfach auf andere Verkehrsmittel ausgewichen. Es gab viele Orte für Begegnungen und die Fortbildungsinteressierten konnten ein breites Weiterbildungsangebot in den verschiedenen Themen-Hubs nutzen. Und nicht zu vergessen die Superstimmung, die wirklich allerorten ansteckend war und uns gegenseitig viel Mut gegeben hat.“ Worte, die bei Messeleiterin Kabashi natürlich auf fruchtbaren Boden fallen: „Die Opti bleibt weiter auf Erfolgskurs! Das Feedback von Besuchenden und Ausstellenden hat mir in vielen Gesprächen bestätigt, dass unser Messekonzept und auch der Termin im Januar absolut richtig sind.“ Entscheidend für den Erfolg sei die enge Zusammenarbeit und das Erarbeiten eines gemeinsamen Konzepts mit allen Messe-Stakeholdern im Verlauf des vorigen Jahres gewesen. „Es ist großartig zu erleben, wie die Opti-Community ihre Messe liebt, an sie glaubt – es war das Gemeinschaftsgefühl, das diesen Erfolg möglich gemacht hat.“

 

Es scheint, als wenn der Opti-Neustart die im Vorfeld in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte und die zarten Pflänzchen (siehe DOZ 01/24) erste Wurzeln geschlagen haben. Ungeachtet dessen, und dem sind sich die Veranstalter bei der GHM bewusst, gilt es diesen Push nun in Richtung 2025 zu übertragen.

 

Mit Rückenwind ins Jahr 2025: Für die Terminkollision mit der Mido gilt es kreative Lösungen zu erarbeiten.

Schließlich werden die Herausforderungen nicht kleiner, sondern gerade auf Ausstellerseite eher größer. Aufgrund des Termins vom 31. Januar bis 2. Februar liegt lediglich eine Woche zwischen Opti und Mido, was eine Doppelbelegung ausstellerseitig beinahe unmöglich macht. Kreative Lösungen gilt es zu erarbeiten. Und dabei kann man den Rückenwind aus diesem Jahr durchaus gebrauchen. Damit am Ende alle bei Dieter Funk, Inhaber von Funk Eyewear, einstimmen: „2025 sind wir am Start!“ – und nach den Messetagen dann erneut müde, aber glückliche Gesichter in Kauf nehmen.