„Zusammen könnte man viel mehr machen“ Nachhaltigkeit in der Brillenbranche - die Initiative „Frame the Future“

FTF

Andrew Clark (Gründer von Net Zero Eyecare), Xenia Glutz von Blotzheim (in der Mitte, Sustainability Director Mykita) und Johanna Skans (Gründerin von Skans
Eyewear) gründeten die Initiative „Frame the Future“. Ziel der Organisation ist der Aufbau gemeinsamer Standards, Datenmodelle und Pilotprojekte.

© Frame the Future

Erstveröffentlichung in der DOZ 07/2026

Lange galt Nachhaltigkeit in der Augenoptik als Randthema. Inzwischen erhöhen regulatorische Vorgaben, steigende Anforderungen des Handels und ein verändertes Konsumentenbewusstsein den Druck auf Unternehmen deutlich. Eine neue Branchenanalyse der Initiative „Frame the Future“ (FTF) zeigt nun: Die größten Hürden für mehr Nachhaltigkeit liegen heute weniger in fehlenden Technologien als in strukturellen Problemen entlang der Wertschöpfungskette. Die sogenannte „Catalyst Study“, veröffentlicht im März dieses Jahres, basiert auf Interviews mit 19 Unternehmen und Branchenakteuren aus unterschiedlichen Bereichen der Augenoptik – von Materiallieferanten über Hersteller bis hin zum Handel. Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem Ace & Tate, Bird Eyewear, ic! berlin, Hoya, Safilo, Specsavers, Mykita, Marcolin und Mazzucchelli. 

Ziel der Untersuchung war es, systemische Nachhaltigkeitsprobleme sichtbar zu machen und gemeinsame Lösungsansätze zu identifizieren. Die Studie beschreibt eine Branche im Wandel. Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend vom kommunikativen Zusatzthema zum wirtschaftlichen und regulatorischen Faktor. Rahmenwerke wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Eco design for Sustainable Products Regulation (ESPR), der Digitale Produktpass oder strengere Vorgaben gegen Greenwashing erhöhen den Handlungsdruck. Gleichzeitig gewinnen ESG-Kriterien (Environmental, Social & Governance) bei Banken, Investoren und Versicherern an Bedeutung, wodurch Nachhaltigkeitsdefizite künftig direkte wirtschaftliche Folgen haben können.

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