Wechsel in der Geschäftsführung

LoQu: Rech folgt auf Bruns

Tammo Bruns ist nicht länger Vorsitzender der Geschäftsführung der LoQu Optical Group in Bad Kreuznach. Wie die DOZ auf Nachfrage erfahren hat, endete das Geschäftsverhältnis zum 20. Juli. Ein Nachfolger steht auch schon fest: Markus Rech wird zum 1. August den Posten des Geschäftsführers besetzten. Zum Ende des Jahres wird auch die weitere Geschäftsführerin Ruth-Anna Gräff-Weißmann das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen.
Tammo Bruns Markus Rech

Tammo Bruns (l.) hat zum 20. Juli die LoQu Optical Group verlassen. Sein Nachfolger Markus Rech soll ab 1. August die Omnichannel-Strategie des Unternehmens vorantreiben.

© LoQu / Argos Wityu

Große Veränderungen bei der LoQu Optical Group: Tammo Bruns ist seit dem 20. Juli nicht länger Vorsitzender der Geschäftsführung und hat das Unternehmen verlassen. Im März 2019 war Bruns, zuvor fünf Jahre Geschäftsführer bei Eyes + More, zu Aktivoptik gewechselt und hatte schnell die Umstrukturierung der Aktiv Optik & Akustik GmbH in die LoQu Optical Group GmbH vollzogen, unter deren Dach die Zentraleinkaufsgesellschaften sowie die Vertriebsgesellschaften von Aktivoptik, Optikhaus und Smykker vereint wurden. Neben der Investmentgesellschaft Argos Wityu hielt er über sein eigenes Unternehmen, die Emascon Invest GmbH mit Sitz in Hamburg, eigene Anteile an der LoQu Optical Group. Die Pläne waren groß, die Bruns auch im DOZ Interview in der Februar-Ausgabe der DOZ im Jahr 2020 formulierte. Mit Aktivoptik wollte er von damals 76 Standorten über die kommenden Jahre um 20 bis 25 Geschäfte wachsen, bislang aber stagniert die Zahl. Bei Optikhaus kamen in den vergangen zwei Jahren zwei Geschäfte dazu, hier stand und stehen große, umsatzstarke Betriebe im Fokus, bei denen nach Zukauf lediglich der Zusatz Optikhaus hinzukommt. Mit Optikhaus Wagner und Optikhaus Weser ist man seitdem um zwei Geschäfte gewachsen, die Konkurrenz am Markt gerade durch die Ounda GmbH, die ein ähnliches Konzept sehr erfolgreich fährt, ist allerdings groß. Drittes Standbein sind die Smykker-Filialen, von denen es mittlerweile zehn in Deutschland gibt. Im skandinavischen Stil gehalten, setzt man hier ausschließlich auf Eigenmarken im Preisrahmen der übrigen Filialisten. Mitte 2020 wurde der erste Laden eröffnet, von den damals angestrebten 80 Filialen bis Mitte 2023 aber ist man derzeit noch weit entfernt.

 

Unterschiedliche Ansätze in der Strategie

Schon im besagten Interview hatte Bruns (zumindest in Bezug auf Aktivoptik) gesagt, dass man auf Online-Umsätze verzichten werde, und online nur eine Terminvereinbarung sowie Fassungspräsentation anbieten werde. Eine Aussage, die er in einer Pressemitteilung aus dem März dieses Jahres nochmals wiederholte: „Aktivoptik-Kunden kaufen ihre Brillen derzeit nicht online und lassen sich lieber vor Ort durch unsere Augenoptiker beraten“, so Bruns. „Für Aktivoptik-Kunden ist modern, wenn eine treffsichere persönliche Kundenansprache erfolgt. Unmodern ist hingegen, wenn hochtechnisierte E-Shops ungeachtet von Bedarfsanalysen installiert werden.“ Dass sich seine Ansichten anscheinend aber nicht mehr mit denen des Investors Argos Wityu zusammenbringen ließen, macht das Statement, dass die DOZ von einer Sprecherin des Investors erhielt, wohl mehr als deutlich: „LoQu hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Für die Fortsetzung dieser erfolgreichen Entwicklung setzen wir auf eine Omnichannel-Strategie.“ Und diese unterschiedlichen Ansätze scheinen letztlich auch zur Trennung geführt zu haben.

Nachfolger steht fest

Zum 1. August wird damit in Markus Rech ein neuer Geschäftsführer die Geschicke der LoQu Optical Group leiten und den Weg in Richtung Omnichannel forcieren. „Markus Rech ist in diesem Bereich sehr erfahren und wir freuen uns darauf, die Marktposition von LoQu gemeinsam mit ihm weiter auszubauen“, heißt es dazu von Argos Wityu. Rech war lange Jahre beim bekannten Mannheimer Textil- und Sporthändler Engelhorn und wechselte 2015 als Vorsitzender der Geschäftsführung zu Sport-Scheck, einem zum damaligen Zeitpunkt führenden Sportartikel-Filialisten. Dort verantwortete Rech vor allem die digitale Transformation des Unternehmens. Kurz nach der Übernahme durch die Galeria Karstadt Kaufhof-Mutter Signa Holding, dem Immobilien- und Handelsunternehmen des österreichischen Geschäftsmanns René Benko, verließ Rech das Unternehmen 2020. Es folgte ein Jahr darauf ein nur sechswöchiges Intermezzo als CEO des Textildicounters Takko. Neben CEO Rech wird Christoph Wein die Geschäftsführung der LoQu Optical Group in Zukunft bilden.

Ausscheiden wird auf eigenen Wunsch zu Ende des Jahres auch die bisherige Geschäftsführerin Ruth-Anna Gräff-Weißmann. Sie wird zukünftig in das Unternehmen ihres Mannes (Body & Soul Timo Gräff) einsteigen und die Expansion des Filialgeschäftes im Bereich Physiotherapie vorantreiben. Ihre Aufgaben bei der LoQu Optical Group soll sie sukzessive im Laufe des Jahres übergeben.