Vom 31. Januar bis 2. Februar Interview mit Mido-Präsidentin: Mailand lockt 2026 mit olympischem Flair
30.12.2025
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Mido-Präsidentin Lorraine Berton zieht ein positives Fazit ihrer ersten Messe. Für 2026 sind die Erwartungen und Ziele des Mailänder Branchentreffs ebenfalls hoch gesteckt.
Erstveröffentlichung in der DOZ 01/26
DOZ: Lorraine Berton, bei einem Rückblick auf die Mido 2025: Wie fällt Ihr Fazit aus?
Lorraine Berton: Meine erste Mido als Präsidentin habe ich voller Enthusiasmus erlebt, sie wird mir unvergesslich bleiben. 1.200 Aussteller aus über 50 Ländern und rund 42.000 Fachbesucher bestätigten einmal mehr die zentrale Bedeutung der Mailänder Messe als globale Referenz für die Augenoptik, für ihre Internationalität und Innovationskraft insgesamt – und im Speziellen für das Brillensegment. Beeindruckt haben mich die positive Energie und, wie ich es wahrgenommen habe, die Qualität der Geschäfts- und Handelsbeziehungen zwischen Ausstellern, Einkäufern, Distributoren und Besuchern. Mein Eindruck: Auf der Messe wird die Fähigkeit unserer Branche deutlich, gleichermaßen visionär und konkret in die Zukunft zu blicken. Ebenso erfreulich war die rege Teilnahme an den Veranstaltungen auf unserem Forum „Mido Vision Stage“, an Schulungs- und Informationsangeboten sowie an den Mido-Awards. Und natürlich freute uns das Interesse der neuen Generation von Designern und Start-up-Unternehmen, die die Messe mit frischen Energien und neuen Inspirationen belebten.
Gibt es etwas, das Sie am Messekonzept noch verändern möchten?
Wir überdenken und optimieren unser Konzept in jedem Jahr neu, damit die Mido sich weiterentwickelt. Wir analysieren sorgfältig die Resonanz von Ausstellern und Besuchern, um die Qualität des Messeerlebnisses für alle Fachbesucher noch zu verbessern und um jede Ausgabe noch effizienter, einladender und den Erwartungen eines internationalen Publikums entsprechender zu gestalten. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Mido über unsere Branche hinaus eine wichtige Rolle als Katalysator für einen Kultur- und Wirtschaftsaustausch spielt. Unser Ziel ist, Inhalte, Themen und Persönlichkeiten zu präsentieren, die dafür einen anregenden Beitrag leisten.
Auf der Webseite der Mido 2026 steht der Slogan: „Global Eyewear, Gold Standard.“ Was genau soll diese Botschaft besagen?
Der Kampagnenslogan soll die Identität der Messe zum Ausdruck bringen. Ganz sicher ist die Mido die führende globale Fachmesse für Brillen, bei der der Maßstab für Qualität, Innovation und Stil auf höchstem Niveau liegt – dem Niveau, das wir symbolisch mit einer Goldmedaille verbinden. Mit dieser Botschaft soll die Rolle der Mido als internationale Plattform hervorgehoben werden: In Mailand werden Trends gesetzt, strategische Partnerschaften geknüpft und die Zukunft der Branche mitgestaltet.
„Damit es noch Überraschungsmomente gibt, verrate ich hier nicht alle Änderungen!“
Welche besonderen Plattformen, Events und Workshops bieten Sie den Ausstellern und dem Fachpublikum an?
Die Mido ist durchdrungen vom Networking und strategischem Business – genau darin liegt ihre Stärke. Auf den Foren des „Vision Stage“ findet ein reger Austausch über die aktuellen Themen der Branche statt. Das Programm ist vielfältig, unsere Website gibt einen guten Überblick.
Ändert sich 2026 etwas bei den Ausstellerarealen?
Kleinere Anpassungen werden wir vornehmen. So haben wir beispielsweise 2025 das „Academy“-Areal wieder an seinen ursprünglichen Standort in Halle 6 zurückverlegt, aufgrund der positiven Erfahrungen wird das beibehalten. Wir sehen, dass die Bereiche „Academy“ und „Design“ zu den gefragtesten gehören. Insbesondere die Academy ist eines der Aushängeschilder der Messe, hier präsentieren sich Marken und Kollektionen, die für ihre Kreativität geschätzt werden. 2025 konnten wir im Academy-Areal dreizehn Aussteller mehr als im Vorjahr begrüßen, 2026 wechseln einige der expandierenden Brands in den Designbereich mit mehr Platz für ihre Messepräsentation. Aber ich möchte nicht alle Änderungen vorwegnehmen, damit es noch Überraschungsmomente gibt!
Gibt es Start-ups, die sich erstmals auf der Mido präsentieren?
Ja, die gibt es, und nicht nur im Bereich der Academy. Alle Informationen zu den Newcomern unter den Mido-Ausstellern findet man online. Das Start-up-Areal gehört zu den stark frequentierten Bereichen. Hier präsentieren sich Unternehmen, die ihr Marktdebüt geben, die neue Impulse, Ansätze und Ideen mitbringen. Die Tatsache, dass sich immer mehr Unternehmen für diesen Bereich bewerben, ist ein positives Zeichen und unterstreicht, dass Start-ups, die mit frischen, nachhaltigen und kreativen Projekten in den weltweiten Brillenmarkt einsteigen wollen, die Mido als Plattform nutzen.
„Eine Messe, die Kreativität fördert und alle inspiriert“, wünscht sich Lorraine Berton und möchte allen Teilnehmern neue Ideen und neue Kontakte mit auf den Heimweg geben.
Können Sie Details zu Veranstaltungen vorwegnehmen?
Ganz sicher wird das „Vision Stage“-Programm umfangreich und abwechslungsreich. Dort wird über Umwelt, Soziales, über nachhaltige wie ethische Unternehmensführung gesprochen werden. Über aufstrebende, interessante Märkte und über kommende Trends. Darüber hinaus gibt es Programmpunkte zu medizinischen Themen und Veranstaltungen mit einem Fokus auf kulturelle und Lifestyle-Themen, zu denen wir auch prominente Personen eingeladen haben. Die Mido ist eine Messe, die Kultur in all ihren Facetten fördert. Zu den Highlights zählt die Verleihung der Mido-Awards. Zu den Auszeichnungen gehören der „Best Store Award“ für augenoptische Fachgeschäfte, die sich durch exzellenten Service, ein besonderes Ambiente und ihre Produktpräsentation am POS hervortun. Mit dem „Certified Sustainable Eyewear Award“ würdigt die Mido Unternehmen der Brillenbranche für ihre nachhaltigen Konzepte. Wir fördern ihr Engagement, denn es zeigt, dass Nachhaltigkeit eine gemeinsame Verantwortung und kein Trend ist.
Als Veranstalter arbeiten Sie doch auch schon seit einigen Jahren daran, die Messe selbst nachhaltiger zu gestalten …
Genau – mit recycelbaren Ausstellungsständen, reduzierten Emissionen, mit dem Einsatz biologisch abbaubarer Materialien und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für die Anreise. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang noch den CSE, den 2025 erstmals eingeführten Corporate Award: Er zeichnet den Mido-Aussteller mit der besten Nachhaltigkeitsleistung aus. In Halle 6 empfehle ich unbedingt einen Besuch der von der ANFAO konzipierten Ausstellung „The Lense of Time“, die nach Venedig nun auch in Mailand gezeigt wird. Ihre Exponate zeichnen eindrucksvoll die Geschichte der Brille von den Anfängen bis zu ihrer Etablierung als Modeelement nach.
Warum sollten Augenoptiker aus der DACH- Region, die an der Opti teilnehmen, auch die Mido besuchen?
Weil wir überzeugt sind, dass das Mailänder Branchentreffen ein unverzichtbarer Termin im internationalen Messekalender ist. Der Zeitpunkt im Jahr ist aus mehreren Gründen strategisch günstig, insbesondere aus Sicht des Einkaufs für einen Überblick über die Neuheiten. Zudem ermöglicht die Mido eine globale Vision der Branche. Sie ist nicht zuletzt die einzige Optikmesse, die die gesamte Wertschöpfungskette repräsentiert und Technologie, Herstellung, Design, Marken- und Produktportfolios, etablierte Unternehmen wie innovative Start-ups an einem Ort vereint. Seit über fünfzig Jahren ist die Mido eine wichtige Referenz für die gesamte Branche. Wer über Entwicklungen informiert bleiben möchte, wer Inspirationen sucht oder neue Partnerschaften aufbauen möchte, der ist in Mailand richtig.
„Andererseits verspricht die Nähe zu Olympia, Mailand von seiner schönsten Seite erleben und die olympische Atmosphäre auch in die Messe einbinden zu können.“
Die Mido 2026 fällt fast zeitgleich mit den Olympischen Winterspielen zusammen. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?
Unsere Veranstaltung wurde bewusst vorverlegt, um eine direkte Überschneidung mit den Spielen zu vermeiden. Wir haben uns für diesen Termin entschieden, um die Logistik für Aussteller und Besucher hinsichtlich Unterbringung und Transport etc. zu vereinfachen. Andererseits verspricht die Nähe zu Olympia, Mailand von seiner schönsten Seite erleben und die olympische Atmosphäre auch in die Messe einbinden zu können. In Zusammenarbeit mit „YesMilano“, der offiziellen touristischen Website Mailands, wurden Tools entwickelt, darunter Stadtpläne mit Tipps für die optimale Erkundung der Stadt, der City Pass, Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr, Eintritte zum Mailänder Dom und den wichtigsten Museen der Stadt – mit einer zusätzlichen Ermäßigung für Mido-Besucher. Allen Interessierten steht ein Online-Buchungstool zur Verfügung, das die Planung für einen Stadtbesuch erleichtert. Auch hierzu finden sich sämtliche Informationen auf unserer Website im Bereich „Planen Sie Ihren Besuch“.
Welche persönlichen Erwartungen haben Sie an die Mido 2026?
Ich wünsche mir eine Messe, die die globale Optikwelt und die Brillenindustrie noch weiter, noch tiefer vernetzt, die Kreativität fördert und die alle inspiriert, die in dieser Branche tätig sind. Wenn jeder Teilnehmer mit neuen Ideen, neuen Kontakten und dem Gefühl nach Hause geht, eine wirklich gelungene Messe erlebt zu haben, sind meine Erwartungen erfüllt.