Es profitieren alle – nicht nur die Frauen Gendermedizin in der (Augen-)Heilkunde: Das sagen Expertinnen und Experten

Gender

Die Gendermedizin will zeigen, wie unterschiedlich männliche und weibliche Körper reagieren – warum alte Standards gefährlich sein können und Einheitsdiagnosen längst nicht für alle passen.

© Adobe Stock / Natalia

Erstveröffentlicht in der DOZ 07|26

Stellen Sie sich vor: Zwei Menschen kommen mit derselben Sehstörung in Ihren Betrieb – ein Mann und eine Frau. Doch während sie von einer endlosen Ärztetour erzählt, hat er seine Diagnose schnell in der Tasche. Auch die Therapie schlägt bei beiden unterschiedlich an. Zufall? Immer mehr Mediziner sagen: eher nicht. Sie verweisen auf die Gendermedizin – einen noch jungen, aber wachsenden Forschungszweig, der untersucht, wie biologische Unterschiede und gesellschaftliche Prägungen unsere Gesundheit beeinflussen. 

Was zunächst theoretisch klingt, zeigt sich längst im Alltag: Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Osteoporose oder Autoimmunerkrankungen treten bei Männern und Frauen oft unterschiedlich auf. „Männer erkranken typischerweise früher an koronaren Herzkrankheiten, während Frauen nach der Menopause ein deutlich erhöhtes Risiko bekommen“, erklären PD Dr. Nadia Primc und Prof. Dr. Franziska Trudzinski vom Netzwerk Gendermedizin Heidelberg. Seit 2022 bringt dieses Netzwerk Klinikerinnen sowie Wissenschaftler aus Heidelberg und Mannheim sowie Partnerorganisationen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) zusammen. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Aspekte in Forschung, Lehre und Behandlung zu verankern.

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