Optiker Meyer hat sein Portfolio um die Hörakustik erweitert

"Funktioniert wie die Augenoptik, nur deutlich langsamer“

Ein Augenoptik-Kunde lässt sich zwar nicht eins zu eins mit einem Hörakustik-Kunden vergleichen, trotzdem kann eine Kombination aus beiden Dienstleistungen sinnvoll sein. Das findet auch Shandor Schwind, der 2018 mit seinem Betrieb Optiker Meyer in die Hörakustik diversifiziert hat. Im Gespräch mit der DOZ hat der Geschäftsführer über die Vor- und Nachteile eines Mischbetriebs sowie seine Erfahrungen gesprochen.
Optiker Meyer Team

Die Optiker-Meyer-Geschäftsführer und Brüder Shandor (links) und Fjedor Schwind (rechts) mit ihrem Mitarbeiter und Akustikwelt- Leiter Björn Heim.

© privat

Dass die Augenoptik und die Hörakustik zahlreiche Gemeinsamkeiten haben und diese deshalb gerne als Nachbar-Branchen bezeichnet werden, beweisen die vielen Betriebe in Deutschland, die in ihrem Portfolio neben Brillen und Kontaktlinsen auch Hörgeräte führen. Von den rund 7.200 Hörakustik-Fachgeschäften in Deutschland sind etwa 30 Prozent Mischbetriebe – Tendenz steigend.

Zu diesen gehört seit 2018 auch Optiker Meyer in Lübeck. Mit 16 Jahren ist Inhaber Shandor Schwind, damals noch unter der Leitung des ehemaligen Geschäftsführers Hans-Joachim Meyer, als Auszubildender eingestiegen, hat später seinen Augenoptikermeister in Berlin abgeschlossen. Die augenoptische Karriere seines jüngeren Bruders und Mitgeschäftsführers, Fjedor Schwind, begann ebenfalls im Lübecker Betrieb. Nach beruflichen Zwischenstationen in Hamburg und anderen Großstädten hat es die beiden wieder in ihr „altes Kiez“, wie der 55-Jährige sagt, verschlagen, wo sie 2001 gemeinsam das Fachgeschäft ihres ehemaligen Chefs übernommen haben. Ein paar Jahre lang führten die Brüder den Betrieb ohne große Veränderungen weiter, bis sie ihn 2010 erstmals um eine größere Verkaufsfläche erweiterten.

Im Sommer 2018 folgte anschließend die Erweiterung um die Hörakustik. „In dem Geschäft nebenan wurde viele Jahre eine Bäckerei betrieben, später ein Internet-Café und dann stand es leer“, erzählt der Augenoptikermeister. „Wir hatten dem Vermieter sofort unser Interesse ausgesprochen und als dann die Zusage kam, mussten wir uns entscheiden: noch mehr Augenoptik oder ein anderes Geschäftsfeld?“ Letztlich war der Standort das ausschlaggebende Argument, sich auf das zweite Standbein zu konzentrieren. „Wir haben in Lübeck viele Hörakustik-Betriebe, aber keinen einzigen im Stadtteil Sankt Lorenz Nord, in dem knapp 45.000 Menschen leben. Wir sind kein überregional denkendes Geschäft und die Mehrheit unserer Kunden kommt von hier. Da haben wir es einfach probiert“, sagt der Inhaber. Da die Schwind-Brüder keinen hörakustischen Hintergrund haben, holten sie jemanden ins Boot, der den Bereich leiten sollte. Heute führt ihr langjähriger Bekannter und Hörgeräteakustikermeister Björn Heim die benachbarte Hörakustikwelt. „Er spricht sich zwar mit uns ab, aber letztendlich zieht er drüben die Strippen. Wir haben uns damit in eine gewisse Abhängigkeit begeben, was aber sehr gut funktioniert“, sagt Schwind.

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