Expansion trotz Corona

Fielmann mit deutlichen Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr

Die Corona-Krise ist auch an Fielmann nicht spurlos vorübergegangen. In den ersten sechs Monaten war der Brillenabsatz um fast ein Viertel zurückgegangen. Doch nun setzt der Filialist auf Erholung und treibt seine Expansion voran.
Fielmann Filiale in Deutschland

Auch Fielmann musste im ersten Halbjahr deutliche Verluste hinnehmen.

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Die Fielmann AG hat die Zahlen zum ersten Halbjahr 2020 veröffentlicht und musste bedingt durch die Corona-Pandemie deutliche Einbußen verzeichnen. Eine Million Brillen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres weniger verkauft als im Vorjahr (2020: 3,1 Mio.; 2019: 4,1 Mio.), der Außenumsatz sank um mehr als 171 Millionen Euro auf 712,7 Millionen Euro, der Konzernumsatz um 147 Millionen Euro auf 610,8 Millionen Euro. Zwar gab es sowohl vor Steuern als auch danach noch ein positives Ergebnis, doch auch hier gab es mit 37,5 Millionen vor Steuern (2019: 127,6 Mio. Euro) und 25,1 Millionen nach Steuern (2019: 89,2 Mio. Euro) deutliche Einbußen. Da der Absatz mit einem Minus von 24,4 Prozent stärker sank als der Umsatz (-19,4 %), wird Fielmann vermutlich zu spüren bekommen habe, dass nicht notwendige Brillenanschaffungen (in der Regel günstigere modische Brillenfassungen) von den Kunden hinausgezögert, gesundheitlich indizierte und damit teurere Brillen aber weiterhin verkauft wurden.

Besonders ins Kontor schlug die Geschäftsentwicklung im April mit einem Minus von 70 Prozent im Vergleich zum April 2019. Zwar erholte sich das Geschäft im Mai mit einem Plus von 157 Prozent im Vergleich zum Vormonat wieder, es lag aber immer noch um 26 Prozent unterhalb der Ergebnisse aus 2019. Erst im Juni lag Fielmann mit einem Plus auf Einzelmonatsbasis von 3 Prozent wieder über Vorjahresniveau.

Vision 2025: Fielmann investiert weiter

Ungeachtet der Corona-Pandemie investierte Fielmann auch im ersten Halbjahr wieder in Digitalisierung und Internationalisierung, allerdings fiel das Invest mit 31,4 Millionen Euro (2019: 35,8 Mio. Euro) etwas geringer aus.
Im Jahresverlauf will Fielmann seine Omnichannel-Plattform ausbauen und in weitere Länder ausrollen. Zudem sind für das Gesamtjahr 80 Umbauten, Umzüge und Neueröffnungen geplant – insbesondere in Italien und Polen. Außerdem will man in den kommenden zwölf Monaten in einen neuen Markt eintreten.

Für das Gesamtjahr erwartet Fielmann unter der Maßgabe, dass es zu keinen weiteren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kommt, einen Außenumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro (2019: 1,76 Mrd. Euro), einen Konzernumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro (2019: 1,52 Mrd. Euro) sowie einen Gewinn vor Steuern von mehr als 100 Millionen Euro (2019: 253,8 Mio. Euro).