Nils Berndt hat neues Messverfahren für AMD-Spezialbrille erfunden

Entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen

Mal angenommen, man erfindet ein Messverfahren zur Bestimmung der Korrektionsdaten für die Brillengläser einer Spezialbrille für Menschen mit Makuladegeneration und plötzlich weht einem ein heftiger Gegenwind ins Gesicht. So muss sich Augenoptikermeister Nils Berndt aus Dortmund gefühlt haben, als er sich nach der Erfindung seiner Bestmacula plötzlich einer Stellungnahme des Berufsverbands der Augenärzte ausgesetzt sah. Wissenschaftliche Erkenntnisse auf der einen, begeisterte Kunden auf der anderen Seite – und welcher Sieger?
Nild Berndt erhält Innovationspreis

Im Oktober 2021 nahm der Dortmunder Augenoptikermeister Nils Berndt (Mitte) den Innovationpreis des Landes NRW aus den Händen von Berthold Schröder (l.), Vizepräsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, und Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, entgegen.

© WHKT/RG

Es hätte eine Geschichte voller guter Nachrichten sein können. Nils Berndt aus Dortmund, selbstständiger Augenoptikermeister, hat mit der Bestmacula eine Spezialbrille erfunden, die Menschen mit einer Makuladegeneration helfen soll, mit Hilfe von Prismen und Wellenfrontoptimierung das Bild auf eine noch intakte Stelle der Netzhaut zu verlagern. Für den umfassenden Messvorgang hat er ein Patent erteilt bekommen, außerdem wurde er mit dem Innovationspreis des Landes NRW ausgezeichnet. Erfindung, Patent, Preis – alles gut also? Nicht ganz: In den Reihen des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) regt sich Widerstand und Kritik, auch der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) zeigt sich kritisch angesichts der Erfindung aus Dortmund. Aber der Reihe nach.

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