Die Illusion der Vielfalt Der deutsche Fassungsmarkt im Wandel
29.05.2026
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Auf den ersten Blick ist die Auswahl an Fassungen riesig. Doch in den vergangenen Jahren hat sich auf dem deutschen Fassungsmarkt einiges geändert.
Erstveröffentlicht in der DOZ 06|2026
Wer heute ein Augenoptikfachgeschäft betritt, blickt auf Reihen von Fassungen, auf Farben, Formen, Materialien – und auf eine Vielfalt, die größer wirkt denn je. Zwischen Independent-Labels, Traditionsmarken und modischen Namen scheint der Markt offen und vielstimmig. Doch hinter dieser sichtbaren Breite verändert er sich. Eigentum konzentriert sich, internationale Gruppen gewinnen Einfluss, Filialisten verschieben Kräfteverhältnisse. Das zeigt sich nicht nur in Besitzstrukturen, sondern auch in Zahlen: Die zehn größten Filialisten vereinen laut Industrieverband Spectaris inzwischen mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes. Gleichzeitig sinkt der Absatz. Was lange als unabhängiger, mittelständisch geprägter Markt galt, steht unter Veränderungsdruck. Die eigentliche Frage lautet deshalb längst nicht mehr nur, welche Marken im Regal stehen, sondern wem sie gehören – und wie unabhängig sie noch sind.
Wie stark sich die Marktmechanik verändert, beschreibt Till Marwitz, Geschäftsführer von Marwitz Berlin, aus Herstellersicht deutlich: „Obwohl die Fehlsichtigkeit zunimmt, sind die Stückzahlen rückläufig. Der Verdrängungswettbewerb verschärft sich – zulasten traditioneller Augenoptiker, während Filialketten weiter wachsen. Diese setzen zunehmend auf Eigenmarken und reduzieren ihre Abhängigkeit von externen Lieferanten.“
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